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Mexiko Zacatecas KathedraleÜberall gibt es stille Winkel und kleine Plätze, die sich in den vorhandenen Raum zwängen, und immer wieder trifft man auf Kirchen und Kapellen, wo dem Gott der Spanier dafür gehuldigt wurde, dass er auch ein Gott ihres Silbers war. Ähnlich wie Zacatecas (Foto rechts: die Kathedrale) klebt Taxco an einem Berg, so dass die Straßen und Wege dem Verlauf der natürlichen Steigungen und Windungen folgen müssen. Guanajuato wiederum liegt in einem Talkessel, und auch hier gibt es ein Gewirr von Straßen, romantischen Plätzen, schmalen Gassen und steilen Anstiegen, die oft nur durch Stufen zu bewältigen sind.

Gottes Silberplatte

Der silberne Faden der mexikanischen Geschichte wurde von Jahr zu Jahr fester, die gesamte Kolonie Nueva España stand wirtschaftlich auf einem Fundament aus Silber. Ganze Flotten spanischer Galeonen pendelten jahrhundertelang zwischen Veracruz, Havanna und dem andalusischen Cádiz und verfrachteten das Erz nach Europa. Der Silberfluss aus Mexiko füllte die Kassen des Königshauses, und natürlich verdienten auch ungezählte Händler, Mittelsmänner und Seefahrer daran. Im achtzehnten Jahrhundert löste Mexiko Bolivien als größten Silberproduzenten der Welt ab und hält diese Führungsrolle bis heute. Ein Drittel, zeitweise sogar zwei Drittel der weltweiten Silberproduktion stammten jahrhundertelang aus dem mexikanischen Norden. Alexander von Humboldt, der sich 1803 in den Minen von Taxco und Guanajuato umsah, nannte Mexiko „Gottes Silberplatte, die auf die Erde gefallen ist“.

Und was blieb für die Mexikaner? - Das Edelmetall floss nicht nur in die königlichen Schatullen in Madrid, es blieb auch noch genügend im Land, um die kreolische Oberschicht fürstlich zu ernähren. Trotz der geforderten Abgaben an die Spanische Krone bereicherten sich die Herren der Kolonien in ungeahntem Ausmaß.

Mexiko Plata Guanjuato
In den Gassen von Guanajuato

Das sieht man noch heute an den Stadtbildern von Taxco, Zacatecas und Guanajuato, die alle von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt wurden. Sie verkörpern mit ihren Kirchen, Palästen und prachtvollen Kolonialfassaden die glorreiche Silber-Ära. „Arquitectura de la plata“ nennt man in Mexiko diese verschwenderische Bauweise, nicht weil angeblich sogar der Mörtel mit Silberstaub vermischt wurde, sondern weil der Erlös aus dem Silber in wenigen Jahren ganz nebenbei kolossale Sakralbauten entstehen ließ, für deren Errichtung man in Europa Jahrhunderte gebraucht hatte.

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