Die monumentalen Wandgemälde von Mexiko-Stadt reflektieren Kultur und Geschichte des Landes

 

Text und Fotos: Volker Mehnert

Ankunft in Mexiko-Stadt: Das Gedränge am Flughafen ist größer als erwartet, die Staus auf der Fahrt ins Zentrum erscheinen länger als in der Erinnerung, und auch die Menschen hasten offenbar angespannter durch die Straßen als beim letzten Besuch. Die grau-braunen Vorstädte erhalten selbst durch das helle Sonnenlicht keinen freundlicheren Anstrich, und über die breiten Avenidas wälzt sich die endlose Kolonne der abgasträchtigen Autos und Busse. Ein Ort, der auf den ersten Blick jeglicher Ästhetik entbehrt und mit Lärm, Schmutz und nervöser Hektik über den Besucher herfällt. Doch Mexiko-Stadt stellt nicht nur die unansehnlichen Kulissen für den täglichen Lebenskampf von über zwanzig Millionen Menschen zur Verfügung, sondern verbirgt dahinter auch architektonische Schätze und künstlerische Freiräume, wie sie keine andere lateinamerikanische Metropole vorweisen kann.

Mexiko / O'Gorman

Wandmosaiken von Juan O´Gorman zur Geschichte Mexikos und der Wissenschaften am Bibliotheksgebäude der Universität

Als besonders ruhevolle kulturelle Inseln im angestrengten Getriebe präsentieren sich die Innenhöfe und Arkadengänge in den Kolonialgebäuden descentro histórico, der Altstadt aus der Zeit der spanischen Herrschaft.

Mexiko / Palacio Nacional

Innenhof des Palacio Nacional

Die Flucht in diese versteckten Winkel der Großstadt erweist sich für den Besucher in der Regel als Glücksfall, denn hier lernt er Mexiko auf eine neuartige und überraschend anschauliche Weise kennen. Die Patios und Treppenaufaufgänge der meisten öffentlichen Gebäude sind nämlich mit monumentalen Wandmalereien versehen, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Kunstrichtung des muralismo prägten, der als skandalträchtige Avantgarde begann und sich am Ende zur mexikanischen Nationalkunst entwickelte.

Warum Ärgernis und Anerkennung dicht beieinander lagen, zeigen beispielsweise die Wandgemälde im Innenhof des Palacio Nacional, dem Amtssitz des mexikanischen Präsidenten. Diego Rivera, der bedeutendste Künstler des muralismo , schuf dort in den Jahren 1929-35 einen Zyklus zur mexikanischen Geschichte, der höchst kontrovers aufgenommen wurde.

Mexiko / Palacio National 1

Wandgemälde von Diego Rivera zur Kultur der Azteken und der Geschichte Mexikos im Innenhof des Palacio Nacional

Neben Szenen aus dem Leben der Azteken und anderer indianischer Völker in präkolumbianischer Zeit kommen die Grausamkeiten der spanischen Konquista, die Interventionen der französischen und amerikanischen Armeen im 19. Jahrhundert sowie die Metzeleien während der mexikanischen Revolution nicht zu kurz. Die beinahe unübersehbare Fülle einfacher Menschen und historischer Persönlichkeiten auf diesen Gemälden Riveras erinnert an das Gedränge auf den Straßen und Plätzen der heutigen Stadt, und nur wer die Bilder genau studiert, kann die Vielzahl der darin lebendig gemachten Ereignisse der mexikanischen Geschichte identifizieren.

Mexico / Palacio Nacional 2Im Rahmen eines Volksbildungsprogramms der mexikanischen Regierung besaßen die Muralisten relativ freie Hand. Anknüpfend an die Ideen der mexikanischen Revolution verherrlichten sie die einfachen Arbeiter und Bauern, idealisierten das Leben der Indios vor dem Eintreffen der Spanier und verurteilten Großgrundbesitz und staatliche Übergriffe. Und natürlich war auch die mexikanische Revolution selbst ein beliebtes und immer wiederkehrendes Thema, wobei sie den populären Bauernführer Emiliano Zapata gern als siegreichen Helden und Führer der Volksmassen in den Mittelpunkt stellten. Flaggen, Banner und patriotische Inschriften verstärkten die einfachen, klaren Botschaften der Murales.

Dass das Erziehungskonzept aus den zwanziger Jahren auch heutzutage noch einen unverzichtbaren Teil des mexikanischen Bildungswesens ausmacht, wird dem Mexiko-Touristen vor Augen geführt, wenn er plötzlich zusammen mit einer Schulklasse vor einem der Wandgemälde steht. Selbst wenn die Kinder längst lesen gelernt haben, findet der Geschichtsunterricht anhand der lebendigen Malerei weitaus mehr Anklang als die trockene Erarbeitung des Stoffes im Klassenzimmer. Für den aufgeschlossenen Besucher bilden derartige Situationen eine willkommene Gelegenheit, den Kontakt zum Alltag des Landes herzustellen und sich obendrein am Bildungsprogramm zu beteiligen: Auch ihm dürften die Wandgemälde zu einem leichteren Verständnis der facettenreichen mexikanischen Kultur und Geschichte verhelfen und die Ausführungen in seinem Reiseführer auf unterhaltsame Weise veranschaulichen.

Als maßgebliche Vertreter der neuen Kunst kristallisierten sich in den zwanziger Jahren die Maler Diego Rivera, David Siqueros und José Orozco heraus, die unter Mithilfe Dutzender Assistenten zwar die geforderten großen Flächen bemalten, gleichzeitig aber ihrem jeweiligen inhaltlichen und künstlerischen Standpunkt zum Durchbruch verhalfen. Wie die neue Kunstrichtung begann, lässt sich noch heute studieren im ehemaligen Kloster San Ildefonso und in den Innenhöfen der Secretaría de Educación Pública, dem Erziehungsministerium. Dort haben die "Großen Drei" des mexikanischen muralismo ihre ersten wichtigen Gemälde angebracht und ihre jeweiligen Stilrichtungen gesucht und gefunden. Beide Gebäude liegen nur wenige Schritte vom Nationalpalast entfernt. Überhaupt sind die Wandmalereien in der Hauptstadt aus heutiger Sicht ausgesprochen besucherfreundlich verteilt. Die wichtigsten Zyklen der Muralisten lassen sich innerhalb des historischen Zentrums bequem zu Fuß erreichen oder sind verkehrsgünstig entlang der Hauptstraße Richtung Süden verteilt.

Mexiko / Palacio Nacional 3

Auf dem Weg vom Palacio Nacional zum Kloster San Ildenfonso und zum Erziehungsministerium holt den Besucher, wenn auch kurz, wieder der mexikanische Alltag ein, der sich jedoch gar nicht so sehr von den Szenen auf den Wandgemälden unterscheidet: Auf der Plaza vor der Kathedrale drängen sich die Menschen ebenso wie auf den Bildern von Rivera, und auch die Vielfalt der Beschäftigungen scheint ähnlich, wenn auch den modernen Zeiten angepasst. Der U-Bahn-Schacht spuckt einen ununterbrochenen Strom von Menschen aus, fliegende Händler verkaufen Erdnüsse und Tortillas, Touristen photographieren das prächtige Portal der größten Kirche Mexikos, alte Menschen treten ein zu einem kurzen Gebet, Bauern aus der Provinz, die von ihrem Grund und Boden vertrieben wurden, protestieren und kampieren auf dem Platz in provisorischen Zelten aus Plastikplanen. Pracht und Alltäglichkeit, Reichtum und Elend, Gleichmut und Frömmigkeit - alles auf einen Blick.

Mexiko / Rivera

Ähnlich komprimiert fassen auch Diego Riveras Gemälde das mexikanische Leben zusammen. Beim Studium seiner Bilder scheint man vorübergehend die Außenwelt zu vergessen, doch immer wieder erinnern eine Straßenszene, ein Gesichtsausdruck oder eine typische Geste an die Wirklichkeit des heutigen Mexiko.

Durch Vereinfachungen und Überzeichnungen gewährt Rivera allerdings nicht nur einen Blick auf Äußerlichkeiten, sondern kratzt an der Oberfläche der mexikanischen Gesellschaft und schaut tief in die Seele ihrer Menschen.

Mexiko / Rivera 2

Wandgemälde von Diego Rivera zum Alltagsleben und zu Feierlichkeiten der Mexikaner im Innenhof des Erziehungsministeriums

Der Fremde kann diese Seele vielleicht nur ansatzweise ergründen, doch wenn überhaupt, dann zeigt sie sich ihm am Sonntagnachmittag, beim Familienausflug im Park. Viele Möglichkeiten für einen Spaziergang im Grünen haben die Bewohner der mexikanischen Hauptstadt nicht, denn weder hat das chaotische Wachstum der Metropole ausreichend Baulücken gelassen, noch ist in den öffentlichen Kassen das Geld für die dringend erforderlichen Grünen Lungen vorhanden. Also versammeln sich die Ausflügler am Sonntag in den wenigen Parks im Zentrum, die noch im 19. Jahrhundert vor dem explosionsartigen Wachstum der Stadt angelegt wurden. Besonders lebendig geht es zu im Parque Alameda, direkt am Rande des centro histórico. Klein- und Großfamilien genießen den freien Tag bei Picknick und Spiel, wobei es sie offenbar nicht stört, dass ein Geschiebe und Getümmel herrscht wie sonst nur in den Metrostationen zur Rushhour. Geschäftstüchtige Straßenhändler verkaufen exotische Früchte, Säfte, Zuckerwatte und Eiskrem, und am Wegesrand garen sie gefüllte Tortillas und knusprige Tacos, die ihren unwiderstehlichen Duft zwischen Bäumen und Parkbänken verbreiten.

Kaum anders wird es auch im Jahre 1947 ausgesehen haben, als Diego Rivera den Auftrag bekam, ein Wandgemälde für das "Hotel del Prado" zu erstellen, das dem Park direkt gegenüber lag. Doch seine "Träumerei eines Sonntagnachmittags im Alameda Park" fiel anders aus als die erhoffte Darstellung des harmlosen familiären Treibens. Rivera erweckte auf der fünfzehn Meter langen und fünf Meter hohen Leinwand wieder einmal die mexikanische Geschichte zu bewegtem Leben und ließ ihre Helden und Bösewichter zwischen Bäumen, Brunnen und bunten Luftballons aufmarschieren. In naiv-grotesken Darstellungen findet sich der spanische Eroberer Hernán Cortés mit blutverschmierten Händen neben dem glücklosen, von französischen Interventionstruppen eingesetzten Habsburger Kaiser Maximilian, dazu grimmige Generäle, ehrbare Kirchenfürsten und biedere Geschäftsleute zwischen schnarchenden Indios und kleinen Taschendieben.

Skandale und Ärger begleiteten alle großen Muralisten ihr ganzes Leben lang. Vor allem David Siqueiros geriet als Mitglied der Kommunistischen Partei ständig in politische Schwierigkeiten, zumal er offenbar auch in ein Attentat der Stalinisten auf den im mexikanischen Exil lebenden Trotzki verwickelt war. Jahre im Gefängnis und Exil unterbrachen immer wieder seine Schaffensperioden. Noch 1962 wurde er wegen Unruhestiftung zu acht Jahren Haft verurteilt, später zwar begnadigt, doch bis zu seinem Tode 1974 blieb er eine umstrittene Persönlichkeit. Dies galt auch für sein Konzept der Malerei, das den eher gefälligen Erzählstil eines Diego Rivera ablehnte und stattdessen großflächige, gigantische Gestalten in theatralischen Bewegungen schuf. Als Mittel dafür nutzte Siqueiros neue Techniken der Malerei wie photographische Projektionen oder Spritzpistolen, die der Forderung nach "Fläche und Geschwindigkeit" besonders entgegenkamen.

Das sonderbarste und zugleich überzeugendste Beispiel der Kunst von Siqueiros befindet sich abseits vom Zentrum an der Avenida Insurgentes, der großen Ausfallstraße von Mexiko-Stadt Richtung Süden. Dort braust der Verkehr auf mehreren Spuren an einem kuriosen Gebäude vorbei, dem "Polyforum Siqueiros", das heute nur die wenigsten überhaupt wahrnehmen. Zu sehr ist es versteckt zwischen aufdringlichen Plakattafeln und schäbigen Hochhäusern. Das zwölfeckige Bauwerk ist außen vollständig mit Murales bedeckt, teilweise großflächige, abstrakte Kompositionen, aber auch Porträts und historische Szenen. Die eigentliche Attraktion jedoch stellt die riesige Kuppel im Innern dar, vollständig ausgefüllt mit dem gigantischen Wandbild "Der Marsch der Menschheit", das vielfältige Motive aus der Weltgeschichte verarbeitet. Wichtige Personen ragen wie Galionsfiguren aus der Oberfläche des Gemäldes heraus und geben dem mächtigen Kunstwerk dadurch einen zusätzlichen energischen Effekt. Mit Hilfe von fünfzig Assistenten arbeitete Siqueiros sechs Jahre an diesem Werk - ein künstlerischer Kraftakt, der auch in seiner Wirkung auf den Betrachter als solcher deutlich wird.

Der dritte wegweisende Muralist, José Orozco, lebte und malte hauptsächlich in Guadalajara, der zweitgrößten Stadt Mexikos. Dort schuf er Wandgemälde an den wichtigsten öffentlichen Gebäuden, u.a. dem Parlament, dem Regierungspalast und der Universität. In Mexiko-Stadt hinterließ er umfangreiche Bilderzyklen im ehemaligen Kloster San Ildefonso sowie im Obersten Gerichtshof. Sein eher plakativer, häufig expressionistischer Stil stellt die großen Ereignisse der mexikanischen Geschichte drastisch und unter Ausmalung brutaler Details dar: flammende Schwerter über Gewalt- und Greuelszenen charakterisieren Orozcos schonungslose Sicht der Geschichte.

Vereint sind die drei großen Künstler des muralismo im Palacio de Bellas Artes in Mexiko-Stadt. Der neoklassizistische Prachtbau steht leicht schief am Ostende des Parque Alameda, denn durch sein kolossales Gewicht sinkt er langsam in den weichen Untergrund, auf dem die mexikanische Metropole errichtet ist. Schließlich befand sich an dieser Stelle einst der von den Spaniern trockengelegte Texcoco See, in dem die Azteken ihre Inselhauptstadt Tenochtitlan errichtet hatten. Doch trotz seiner Schräglage behauptet der Palast der Schönen Künste seine Position als kultureller Mittelpunkt der Stadt. Das Foyer glänzt in schwarzem und rosa Marmor, und die art-deco Ausstattung kontrastiert auffallend zur neoklassizistischen Architektur. Der Theatersaal fasst 3500 Personen, den Bühnenvorhang fertigte nach Vorlage des mexikanischen Künstlers Gerardo Murillo die New Yorker Firma Tiffany aus fast einer Million farbiger Glasplättchen. Der Vorhang ist ein vom muralismo inspiriertes Kunstwerk und zeigt als gigantisches Motiv das Hochtal von Mexiko mit den beiden alles überragenden Vulkanen Popocatépetl und Ixtaccíhuatl. Wenn zu Beginn einer Vorführung die Scheinwerfer dahinter aufblenden, entsteht ein Effekt wie beim tatsächlichen Sonnenaufgang über dem Tal.

In den oberen Etagen des Foyers befinden sich die Wandgemälde der drei großen Muralisten, deren Stilrichtungen hier dem direkten Vergleich unterworfen sind. Von David Siqueiros stammt das Bild "Die neue Demokratie", erstellt in der für ihn typischen Technik mit Spritzpistole und Silikonfarben. Orozcos Beitrag ist ebenfalls charakteristisch für seine Kunst und zeigt die Folterung des Aztekenherrschers Cuauhtémoc durch spanische Konquistadoren. Aufsehen in der internationalen Kunstszene erregte Diego Riveras Mural "Der Mensch am Scheideweg", das er im Palacio de Bellas Artes 1934 zum zweiten Mal schuf. Das Gemälde verherrlicht die wissenschaftliche und schöpferische Kraft der Menschheit und ihr Streben nach einer besseren Zukunft. Am Original hatte sich Rivera ein Jahr zuvor im New Yorker Rockefeller Center versucht, doch wurde das Wandgemälde dort noch vor der Vollendung offiziell zerstört, weil es ein Porträt Lenins enthielt. Nach dem Skandal in New York nahm Rivera für seine mexikanische Ausführung einige provokative Abänderungen vor, stellte Lenin noch Marx und Trotzki zur Seite und vergaß auch nicht die ironische Darstellung seines Widersachers John D. Rockefeller.

Als sich der muralismo Ende der vierziger Jahre endgültig als mexikanische Nationalkunst durchgesetzt hatte, ging eine Welle von Wandmalereien durchs gesamte Land. Zunächst bemalten die Meister oder deren Schüler die Innenhöfe von Kolonialgebäuden in vielen Städten des mexikanischen Hochlands - besonders sehenswerte Zyklen befinden sich heute in Guadalajara, Morelia, Cuernavaca, Tlaxcala, Aguascalientes und Guanajuato, jenem Ort, in dem Diego Rivera 1886 zur Welt kam. Später vergaben die örtlichen Regierungsstellen auch Großaufträge für neu errichtete Bauwerke, wobei das international bekannteste Beispiel das Hochhaus der Universitätsbibliothek von Mexiko-Stadt ist, dessen gesamte Außenfront der Muralist Juan O´Gorman mit kolossalen Mosaiken zur Geschichte des Landes und der Wissenschaften bedeckte.

Zwar endete die Blütezeit des muralismo 1957 mit dem Tod von Diego Rivera, doch werden auch heute noch öffentliche Gebäude hier und dort von lokalen Künstlern bemalt. Inzwischen existiert in Mexiko kaum noch eine staatliche oder kommunale Einrichtung, die nicht an ihrer Front oder im Innern wenigstens ein Monumentalgemälde aufweist. Eine Reise durch Mexiko ist deshalb immer auch eine Reise zur Kunst der Muralisten und damit ein anschaulicher Einblick in die Geschichte und Mythologie des Landes sowie in die Vorstellungswelt seiner Menschen.

 

Reisemagazin schwarzaufweiss

 

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