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Was geschah am 8. September 3113 vor Christus?

Mit Hilfe ihrer Observatorien kamen die Mayas dazu, die Zeit nicht nur zu messen, sondern sie auch zu gliedern und damit durchschaubarer zu machen: Drei Kalendersysteme, die mathematische, astronomische und mythologische Aspekte vereinten, dienten der Landwirtschaft, der Geschichtsschreibung und der Religion. Eine lineare Zählung, die aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen exakt am 8. September 3113 vor unserer Zeitrechnung begann, erlaubte die Datierung historischer Ereignisse. Zwei zyklische Kalender dienten der Berechnung von günstigen Terminen für Aussaat, Ernte und Kriegszüge sowie der Festlegung von Zeitpunkten für religiöse Zeremonien und kultische Handlungen.

Mexiko Chichén-Itzá Schlangenkopf
Der Schlangenkopf: ein Motiv das immer wieder auftaucht

Durch Bauwerke wie das Observatorium oder die Pyramide des Kukulcán versuchten die Mayas, die Macht der Götter und Gestirne zu bannen, indem sie die himmlischen Vorgaben in menschliche Ordnungsmuster übersetzten. Die Schöpfung am Firmament wiederholte sich durch irdische Imitationen, Architektur und Astronomie verschmolzen zu einer Einheit. Deshalb hätten die Baumeister wohl durchaus erwartet, dass das Herabsteigen ihres Schlangengottes auch nach einem Jahrtausend noch sichtbar sein würde. Dass sich aber inzwischen zweimal pro Jahr Zehntausende von Fremden aus aller Welt versammeln, um dem Mayagott und seinen kreativen Architekten eine zeitgemäße Reverenz zu erweisen, das hätten sie sich nicht vorstellen können – ebenso wenig wie die ausgefeilte Licht- und Tonschau für Touristen, die jeden Abend nach Sonnenuntergang das Schlangen-Phänomen mit technischen Mitteln nachstellt.

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