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Vorbild Griechenland

Gute Straßen und saubere Dörfer - die Gelder der EU zeigen in Griechenland schon eine Zeitlang Wirkung. Agios Germanos, nahe des Großen Prespa-Sees, der vom Kleinen durch eine Landzunge geteilt ist, hat an diesem Morgen weiß-blau geflaggt. Der 250-Seelen-Ort feiert das Fest seines Patrons. Den Kirchenbesuch haben die Menschen hinter sich, jetzt dudeln im Festzelt die Klarinetten. Salat, Ouzo und die berühmten weißen Prespa-Bohnen, die der Gegend einigen Wohlstand gebracht haben, stehen auf den langen Tischen, dampfende Platten mit gekochtem Lamm kommen dazu.

Mazedonien Ohrid griechisches Ufer
Am griechischen Ufer

Eine Gruppe Mädchen in bestickten Kleidern tanzt gekonnt, das Dorf ist begeistert. Alles trinkt und isst und lacht, und auch die Geistlichkeit in Gestalt dreier wohlbeleibter Herrn in Schwarz lässt sich nicht zweimal bitten. Touristen, die meist in der Frauenkooperative oder dem gepflegten Hotel Ariadne im Nachbarort Lemos übernachtet haben, setzen sich dazu, ohne dass groß Aufhebens davon gemacht würde. Sie sind keine Rarität: Die Mitarbeiter der "Gesellschaft zum Schutz des Prespa-Sees" veranstalten schon seit Jahren naturkundliche Führungen.

Mazedonien Ohrid Wasserbüffel
Wasserbüffel tauchen auf

Zitternd teilt sich das Schilf, und mit wohligem Prusten und Schnauben tauchen drei schwarze, gehörnte Kolosse aus dem Schlamm. "Unsere Wasserbüffel", sagt Fontini, die 26-jährige mit den ungebärdigen Locken und dem klassischen Profil, so stolz, als hätte sie jeden persönlich mit der Flasche hochgepäppelt. In den achtziger Jahren wurden immer größere Teile der Feuchtwiesen am See trockengelegt, um Bohnen anzubauen. Land, das den Vögeln fehlte. Als sich nach Jahren die Erkenntnis durchsetzte, dass auch Natur Kapital sein kann, holte man aus Südgriechenland die Büffel. Sie fressen das Schilf, das den See umgibt, und ermöglichen so, dass wieder Wasser auf Wiesen dahinter schwappt. Ein neuer, grüner, sumpfiger Gürtel hat sich gebildet.

Mazedonien Ohrid griechischer Ort
In Griechenland sind sie schon weiter

Die Vögel lieben den Prespa-See. 270 Arten gibt es: Gänse, Reiher, kleine und große Kormorane. Der Ibis verschwand erst 1991, zusammen mit den Feuchtgebieten. Am auffälligsten aber sind die Pelikane. 800 Paare brüten am See, und natürlich kennt Fontini die Stellen, von denen aus sich mit dem Teleskop das Schnäbeln und Flügelspreizen, das Füttern der Jungen und das Gerangel mit den Nestnachbarn am besten beobachten lässt.

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