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Mauritius

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Kurzportrait

Auf Mauritius drängt sich einfach das viel strapazierte Bild von der Trauminsel im Ozean auf: weitab von den Metropolen, sauberes Meer, Palmen, Sonnenuntergänge vom Feinsten. Das kann man alles genießen wie anderswo in der Südsee oder der Karibik auch. Das Besondere aber: Auf der Trauminsel Mauritius muss man nicht befürchten, jenseits der Touristengettos in einen Albtraum aus Slums und schlimmer Armut zu schlittern. Mauritius ist wie ein sonntäglicher Traum, den man kurz nach dem ersten Aufwachen erlebt, nachdem man noch einmal kurz weggedämmert ist. Ein Traum, den man ohne Reue genießen kann und der ohne Brüche in einen freundlichen Alltag übergeht.

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Opfergaben am Hindu-Heiligtum Grand Bassin

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Ach so: Baden, surfen, segeln, golfen, wandern, angeln, tauchen, schnorcheln und sogar heiraten kann man in diesem freundlichen Inselalltag ebenfalls.

Port-Louis, die Hauptstadt, steht zumindest für einen Tag auf dem Programm jedes Touristen. Auf dem Zentralmarkt kann man nicht nur die ganze Palette tropischer Früchte und Gemüse bestaunen und probieren, sondern sich auch im bunten Bevölkerungsgemisch treiben lassen. Und anders als anderswo auf der Welt wird man hier nicht von aggressiven Verkäufern bedrängt. Ein Bummel lohnt auch durch die angrenzenden Straßen, in denen sich eine Moschee neben einer christlichen Kirche, ein indischer Gewürzladen neben einem chinesischen Heilpraktiker befindet. An der Caudan Waterfront, der Hafenpromenade, zeigt sich Port-Louis von seiner internationalen Seite: Restaurants, Kinos und ein Spielkasino sorgen tagsüber für Trubel und nach Dunkelheit für das entsprechende Nachtleben. Nicht verpassen darf man das Blue Penny Museum, wo zwei Stars der Briefmarkenwelt im Original zu besichtigen sind: die blaue und die rote Mauritius - Kultobjekt der Philatelie.

Die SÜDKÜSTE erlebt man in der Regel schon auf der Fahrt vom Flughafen. Schön ist der kleine Badeort Souillac, dessen Klippenlandschaft zu den schönsten Küstenabschnitten der Insel gehört. Vor allem der Aussichtspunkt Gris Gris bietet ein grandioses Panorama auf Ozean, Wellen und Brandung. Wen es zu Krokodilen drängt, der kann sich im Vanille Crocodile Park vergnügen, ein kleiner Zoo, der auch einige einheimische Tierarten beherbergt. Auf der so genannten Tee-Route geht es ein wenig ins Landesinnere: milde Hügellandschaft, Teeplantagen und hin und wieder ein im Kolonialstil erbautes Herrenhaus.

Die OSTKÜSTE ist noch relativ wenig erschlossen. Urbanes Zentrum ist der Fischerhafen von Mahébourg, sehenswert ist dort das Schifffahrtsmuseum. Besucher sind auch gern gesehen auf einigen Plantagen, so der Domaine Ylang Ylang mit ihrer wohlriechenden Parfümproduktion sowie der Domaine Chasseur, auf der sich in den dichten Wäldern Hirsche, Wildschweine, Affen und seltene Vogelarten herumtreiben.

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Am Strand von Gris Gris

Die NORDKÜSTE wurde als erste touristisch erschlossen, in Grand Baie hat man deshalb das klassische Vergnügungs- und Feizeitangebot und ein reges Nachtleben. Das Flair von Mauritius ist dennoch einigermaßen erhalten geblieben. Hauptattraktion ist der Botanische Garten Pamplemousses: Er gilt als einer der drei schönsten Botanischen Gärten der Welt und ist sicher der schönste in den Tropen. Bereits seit 1735 existiert dieser sechsundzwanzig Hektar große Garten, damals noch als Privatgelände des französischen Gouverneurs. Es wimmelt von exotischen Pflanzen und Bäumen aus Savanne und Urwald, von Küste und Hochland: Neben Dutzenden von Palmenarten findet man Wasserlilien und Lotosblüten, Kampfer- und Gummibäume, Hibiskus, Mango, Nelken, Muskat, Affenbrotbäume und Flaschenbäume, Zimt, Kaffeesträucher, Bambus, Ingwer und Feigen. Direkt nebenan lohnt unbedingt der Besuch des „Aventure du Sucre“: In einer stillgelegten Zuckermühle wurde ein Museum eingerichtet, das neben der Geschichte des Zuckerrohranbaus auf Mauritius die gesamte Zuckerherstellung erklärt. Rund um den süßen Stoff bleibt hier keine Frage offen.

mehr zu: Welt(kultur)erbestätten in Mauritius

An der WESTKÜSTE konzentrieren sich die touristischen Aktivitäten im Städtchen Floreal, das ein sehenswertes Textilmuseum besitzt. Was dort gefällt, lässt sich im benachbarten Einkaufszentrum dann auch käuflich erwerben. Ansonsten gibt es Gelegenheit für Naturfreunde zur Tier- und Vogelbeobachtung im Casela Bird Park und im Yemen Reservat.

Auch wenn man es von einer Tropeninsel nicht unbedingt erwartet - Ausflüge ins LANDESINNERE sind auf Mauritius besonders attraktiv. Vor allem Fahrten und Wanderungen durch den Nationalpark Black River Gorges bieten spektakuläre Ausblicke und ungewöhnliche Naturerlebnisse zwischen endemischen Pflanzen und tropischer Tierwelt. Verpassen sollte man auch nicht einen Halt an der hinduistischen Wallfahrtsstätte am Grand Bassin, wo man Ganga, der Göttin des Wassers, und Hanoman, dem Gott des Neuanfangs, huldigt. Opfergaben werden dort auf den Altären deponiert - Bananen, Kokosnüsse und andere Früchte - und mit Räucherstäbchen in feinen Duft gehüllt.

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Le Morne Brabant, ein markanter Vulkanfelsen

Rodrigues, die 560 Kilometer entfernte Nachbarinsel, gehört ebenfalls zum Staat Mauritius. Sie ist das verkleinerte und historisch zurückdatierte Abbild ihrer großen Schwester. Erreichbar per Schiff und Flugzeug. Ein stilles Eiland, auf dem der Tourismus noch kaum Fuß gefasst hat, wo die Bevölkerung fast noch freundlicher ist als auf der Hauptinsel und vorwiegend von Landwirtschaft und Fischfang lebt. Ein ungewöhnlicher Abstecher und eine feine Ergänzung der Mauritius-Reise.

Volker Mehnert

 

Adressen, Links und Bücher



Reiseinfos

Klima & Reisezeit: Wie es sich für eine tropische Insel gehört, kann man das ganze Jahr über nach Mauritius reisen und natürlich auch baden. In unserem hiesigen Sommerhalbjahr ist es in der Regel trocken auf Mauritius, in der restlichen Jahreszeit muss man mit den üblichen tropischen Schauern und in Ausnahmefällen auch mit einem Zyklon rechnen.


Gesundheit: Bestimmte Impfungen sind nicht vorgeschrieben. Weder an der Küste noch im Landesinneren besteht derzeit ein Malariarisiko.


Lebenshaltungskosten: Eine Reise nach Mauritius ist nicht billig - Entfernung und die Qualität der Hotellerie haben ihren Preis. Einmal vor Ort kann man sich allerdings sehr preiswert verpflegen, sobald man die Hotelanlagen verlässt.


Einreiseformalitäten: Bürger der Europäischen Union sowie Schweizer benötigen einen Reisepass, der nach dem Abreisedatum aus Mauritius noch sechs Monate gültig sein muss. Bei der Ankunft erhält man formlos ein Visum.


Zeitverschiebung: Im Winter gehen die Uhren auf Mauritius im Vergleich zur mitteleuropäischen Zeit um drei Stunden, im Sommer um zwei Stunden voraus.


Sicherheit: Weil sich auf Mauritius die Armut in für tropische Länder ungewohnt engen Grenzen hält, bewegt sich der Tourist auch außerhalb der Hotelanlagen unbehelligt und sicher. Vorsichtsmaßnahmen und umsichtiges Verhalten sind, wie überall auf der Welt, natürlich vorausgesetzt.
Telefon: Internationale

Vorwahl: 00230

Statistik

Einwohner: Auf Mauritius und der kleinen dazugehörigen Insel Rodrigues leben etwa 1,2 Millionen Menschen, ein Schmelztiegel aus Europäern, Indern, Afrikanern und Chinesen, die alle erstaunlich gut miteinander auskommen.


Lage: Irgendwo jenseits von Afrika und Australien, inmitten der Weite des Indischen Ozeans, bietet Mauritius zu Recht das klassische Bild der einsamen Tropeninsel. 2.000 km entfernt von Durban, 6.000 km von Perth und 4.700 km von Bombay.


Hauptstadt: Auch der kleinste Staat braucht eine Hauptstadt, und deshalb gebührt Port-Louis die Ehre. Keine Metropole, eher eine mal tropisch lebendige, mal tropisch verschlafene Kleinstadt mit Hafenflair.


Wirtschaft und Währung: Bislang baute die Wirtschaft von Mauritius vorwiegend auf Zuckerrohr. Das wird sich in Zukunft ändern: Textilindustrie und vor allem der Tourismus gewinnen an Bedeutung. Wer im vereinten Europa die Nostalgie des Geldwechselns vermisst, ist auf Mauritius am richtigen Ort. Die Insel hat ihre eigene Währung, die Rupie, die in hundert Cents unterteilt ist. Geld wechseln in Banken und Wechselstuben ist kein Problem.


Tourismus: Die große wirtschaftliche Hoffnung des Landes ist der Tourismus, und dennoch wird er nicht exzessiv ausgebaut. Man setzt bislang vorwiegend auf qualitativ hochwertige Angebote, Hotels der Luxusklasse und Golfplätze. In Zukunft soll auch das mittlere Segment gefördert werden. Angenehm ist, dass der Tourismus offenbar in der heimischen Gesellschaft integriert ist, der Besucher fühlt sich überall akzeptiert; es gibt auch keine gefährlichen „no-go“ Zonen.
Sprachen: Auch einfache Leute sprechen drei Sprachen. Im Parlament diskutieren Politiker auf Englisch, die Zeitungen kommentieren auf Französisch, und am Stammtisch wird alles auf Kreolisch noch einmal in Frage gestellt. „Wir sprechen kreolisch, lesen französisch und schreiben englisch“, heißt es.