Sahara Endzustand aller Materie
Dann tauchen satte grüne Dattelpalmen in blendendgelben Dünen auf. Eine faszinierende Landschaftsform. Die Sahara ist die perfekteste Wüste der Erde. Der Fluß ändert seinen Namen in Draa und wird wildwassertechnisch leichter. Wir reiten einen "Wüstenfluß für Jedermann" ab. Das silberne Band durchfließt eine einzige fruchtbare Oase, in der eine Million Palmen wachsen, von denen man eine süße Köstlichkeit erntet: Datteln.

Öfter laufen wir mit dem Kiel auf Fels auf, die Materie ist rauh und fest. Der Berber am Ufer haut seinem Esel anspornend eins drüber und ermuntert uns vor dem nächsten Schwall mit dem handfesten Ratschlag: "Yallah!" Das bedeutet ins Bayerische übersetzt: "Pack mas!" Einige Stromschnellen weiter schlagen wir die Zelte auf. Die strapazierte Platitude von Tausendundeinernacht wird Wirklichkeit.
Die Sonne ist hinter dem Sandmeer des Erg als glutrote Scheibe verschwunden. Wir biwakieren im "Hotel der Millionen Sterne" unter einem vollkommenen Mond und lauschen dem Sausen des Windes.Das Gestirn ist prallvoll und nimmt dem atemberaubenden Himmel, der wie ein helles Vlies das Firmament erleuchtet, etwas von seinem Glanz. Wir rösten einheimisches Fladenbrot an einem Lagerfeuer aus Palmwedeln und rühren das kraftspendende Travel-Lunch, eine hochmoderne Expeditionsnahrung aus der Tüte, mit heißem Wasser an.

Die Zelte stehen und die Schlafsäcke sind aufgeschüttelt.
Wir diskutieren die Route des nächsten Tages anhand der schlechten
Karte. Der Fluß rauscht - wie wird es weitergehen?
Fröstelnd kriechen wir kurz nach Sonnenaufgang aus dem Schlafsack
und zelebrieren die Katzenwäsche im kalten Fluß. Die Sonne gewinnt
an Kraft und verbreitet bald flirrende Hitze über den Dünen. Mit sanftem
Hauch treibt der ständige Wind Sandkörner über die Ebene.
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