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Die Berber bewohnen ein Land voller Farben und bizarrer Naturformationen

Marokko / SaharaDie Lehmhütten des Berg- und Wüstenvolkes stehen zwischen den Viertausendern des Atlas und der größten Öde der Erde. Die fröhlichen und gastfreundlichen Menschen in der marokkanischen Westsahara leben in einer Gebirgs-, Stein- und Sandwildnis, die tatsächlich auch von wilden Wasser durchströmt wird.

Die Schmelzbäche des höchsten nordafrikanischen Gebirges, mit schneebedeckten Gipfeln über 4000 Metern Höhe, stürzen aus den eisigen Flanken in die Hitze und bilden bis zu 1000 Kilometer lange Flüsse! Die Fluten sind das Lebenselexier für die Oasen, in denen berühmte Bauwerke stehen: Kasbhas, Wehrburgen seit biblischen Zeiten, zinnenbewehrte Kolosse aus Stampf-Erde.

Wildwasserboote müssen am Rande der Wüste ein ähnliches Ereignis sein, wie die Landung eines UFO vor dem Münchener Rathaus. Wir winken nur kurz, denn der Dadès fordert mit seiner scharfen Strömung und den Verblockungen unsere Aufmerksamkeit. Beim Besuch der farbigen Dörfer faszinieren uns die farbigen Souks, in denen hartnäckig gefeilscht wird, orientalische Musik dudelt und Bauchtänzerinnen lasziv füllige Hüften wiegen. Resigniert stellen wir fest: "So zu tanzen müßten wir erst lernen, den Bauch haben wir aber schon."
Das unbegradigte Gewässer ist sauber. Solch einen Wildfluß muß man in Europa suchen! Das Tal wird enger. Bizzare rote Felsformationen künden den Beginn der Mohammed-Schlucht an. Die Schluchten des Dadès sind ein geologisches Weltwunder und werden mit dem Grand Canyon verglichen. Vor uns öffnet sich ein dunkler Schlund. 

Marokko / SaharaDas Wasser wird zwischen den 400 Meter hohen Wänden auf nur sechs Meter zusammengedrängt. Wir tauchen ein in kühle Schatten. Die Sonne erreicht uns hier unten nicht mehr. Himmelhoch über uns ein schmaler Streifen Blau. Es erfordert Überwindung, in dieses schwarze Loch zu fahren. Ein Entkommen über die Felswände wäre selbst für einen austrainierten Sportkletterer ein Hasardspiel.Wir lassen uns mit dem erstaunlich leichten Wasser treiben, bis wieder ein Katarakt den Adrenalinspiegel erhöht. Das Rauschen der Stromschnellen wird durch den Felskanal zum Tosen verstärkt. Die erprobten Trekkingboote nehmen gutmütig die Schwälle und tragen uns hinaus ins Licht - zu Palmen und Oleanderbüschen, zu freundlichen Menschen, würzigem Pfefferminztee und der köstlichen Spezialität Tajine.  

Ein Sprichwort besagt, daß in der Wüste mehr Menschen ertrunken als verdurstet sind. Dem Weg des Wassers von den schneebedeckten Viertausendern durch die Kieswüste des Reg, den Bergen der Hammada, bis zu den Sanddünen des Erg zu folgen, ist das Ziel unserer Operation Wüstenschiff.Durch atemberaubend steile Canyons, vorbei an hohen Katarakten, die in Europa eine Touristenattraktion ersten Ranges wären, durch Schluchten, Dattelpalmenhaine und Sanddünen, beglotzt von wiederkäuenden Kamelen und bestaunt von quirligen Nomadenkindern. Exotischer und kontrastreicher kann ein Abenteuer kaum sein. Wüste und wilde Wasser sind ein Widerspruch in sich.

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