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Die große Uhr hat keine Zeiger

Mit einem besonders schön geschmückten Exemplar von Omnibus, dunkelrote Samtvorhänge mit Fransen vor den Fenstern, die Schatten spenden, fahren wir am nächsten Tag von Sliema aus nach Cirkewwa und dort auf die Fähre nach Gozo, die kleinere Schwesterinsel Maltas. Niemand kümmert sich darum, dass alle möglichen Leute im Frachtraum bleiben und wir schaffen die zusammengefalteten Rädchen gleich nach vorne zum Ausstieg. Die letzten werden die ersten sein! Natürlich werden wir wieder gebührend bestaunt und klick-klack sind wir die ersten, die von der Rampe rollen!

Gozo / ZitadelleDoch zu früh gefreut: In der Gluthitze geht es Richtung Victoria, wie die Engländer die Stadt getauft haben, oder Rabat, wie die Einheimischen sie nennen, stetig bergauf. Im Gozo-Heritage-Center in Ghajnsielem, wo es viele, von Gozitanern hergestellte Dinge wie Spitzendecken, Thymianhonig und auch eine Multimediashow zur Geschichte der Insel gibt, pausieren wir, und zwei Liter Wasser verschwinden in null Komma nix. Verdunstet! Ob die Räder unsere Erfindung seien, fragen zwei Schreiner, die gerade die Türen einsetzen. Nein, leider nicht!

Weiter strampeln wir unter sengender Sonne den Berg hinauf. Alte Männer sitzen in schattigen Hauseingängen und grüßen freundlich herüber. Gozo wirkt ruhiger, ursprünglicher und friedlicher als Malta. Schon von weitem sehen wir die Zitadelle Victorias aus dem 16. Jahrhundert auf einem der vielen Tafelberge thronen. Sie war der Wohnsitz des Adels und eine Fluchtburg für die in der Nähe lebenden Bauern. Beeindruckend sind die mächtigen Mauern und Wälle, und ein Rundblick über die Insel belohnt unsere Mühen. Dass die Uhren auf Gozo anders gehen, wie behauptet wird, wird spätestens hier plastisch: Die große Uhr auf der Zitadelle trägt keine Zeiger! (Foto: Eine Uhr ohne Ziffern - auf Gozo gehen die Uhren anders)



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