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Die Hitze gibt uns den Rest

St. Julians ist vor allem bekannt für seine Diskotheken. Im „Axis“ z.B. gibt´s eine Lasershow. Hier spielt sich neben Sliema das touristische Leben Maltas ab: Hotel reiht sich an Hotel, Restaurant an Restaurant, Cafés, Bars, Nachtklubs - und Auto an Auto. Wir fahren weiterhin auf dem Gehsteig der Strandpromenade entlang. Ständiges Gehupe, die Sirene der Pulizija, maltesisches Stimmengewirr und auch Vogelgezwitscher oder das Stampfen eines Motorbootes begleiten uns.

Die Busse auf Malta sind Sehenswürdigkeiten für sich. Meist sind sie vom Fahrer kunstvoll ausgeschmückt. Im 627er fährt vorne auf dem Armaturenbrett ein Käfig mit einem laut zwitschernden Kanarienvogel mit. In einem anderen Vehikel gibt es links und rechts vom Fahrer je ein Heiligenbildchen von Josef und Maria und in der Mitte eine rote elektrische „Flamme“. An der Seite klebt ein Foto, anscheinend vom Vorgänger dieses Busses, obwohl auch der jetzige schon deutlich an Altersschwäche leidet: zerschlissene Sitze, Stoßdämpfer – was ist das ? -, und die Tür bleibt immer offen!

Malta / Boote im Hafen von MarsaxlokkWir eiern weiter die Uferpromenade entlang durch einen touristischen Markt mit Tischdecken, „Malta“-T-Shirts, Kapern, Bienenwachs und allerlei Nippes. Es ist heiß, sehr heiß, selbst die Pferde scheinen zu schwitzen, denn eines finden wir am Ortsrand mit allen Beinen ruhig im Meer stehend. Sein Besitzer daneben auf der Kaimauer hält die Zügel. Marsaxlokk mit seinem kleinen Fischerhafen an der Ostküste ist idyllisch und pittoresk, wie die Reiseführer behaupten. Tatsächlich dümpeln unzählige Luzzi im Meerwasser, eines bunter als das andere, am Bug mit dem Auge der Osiris bemalt, das helfen soll, Gefahren auf See rechtzeitig zu erkennen (Foto: Liebevoll bemalter Bug eines luzzu - typisch maltesischen Fischerbootes - in Marsaxlokk). Das Wasser ist türkisfarben, das Dorf aus honiggelbem Sandstein, im Hintergrund grüßt die Kirche Our Lady of Pompei herüber, und die Fischer am Kai flicken ihre hellblauen Netze.

Doch der Schein trügt: Lässt man den Blick abschweifen, so findet man im Hintergrund auch ein neues Kraftwerk und Teile eines riesigen, neuen Hafens. Wir wollen weiter entlang der Delimara-Halbinsel radeln, geben aber auf. Hitze und Kraftwerk geben uns den Rest, und wieder einmal schätzen wir die unermesslichen Vorteile unserer Bromptons: Klick-klack und ab in den Bus. Ohne Extra-Fahrkarte diesmal!



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