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Reiseführer Madrid

Paseo del Prado

Der ungefähr zwei Kilometer lange Paseo del Prado ist mit seinem dichten Grün aus Platanen-, Akazien- und Kastanienbäumen so etwas wie die grüne Lunge Madrids. Gleichzeitig ist er Madrids Prachtboulevard, eine mondäne Nord-Süd-Achse am östlichen Rand des historischen Stadtkerns. Der Paseo del Prado erstreckt sich von der Plaza de Cibeles im Norden bis nach Atocha im Süden.

Madrid, Paseo del Prado

Seine Geschichte geht bis ins Spätmittelalter zurück, als diese Gegend noch ein waldiges, von Bächen durchzogenes, unbefestigtes Gelände war. Die Madrilenen nutzten es als eine Art Naherholungsgebiet, das vor allem im Sommer Zuflucht vor der nahezu unerträglichen Hitze bot. Der Paseo del Prado, nach der nahe gelegenen Kirche Iglesia de los Jerónimos damals noch Paseo de los Jerónimos genannt, war jedoch keinesfalls nur ein Sommeridyll. Vielmehr hatte er wegen der vielen Verbrechen und erotischen Stelldicheins, die sich hier nach Sonnenuntergang abspielten, auch immer einen zweideutigen Ruf.

Den seit einem halben Jahrhundert in Spanien herrschenden Bourbonen war diese Gegend in der Mitte des 18. Jahrhunderts ein Dorn im Auge. In ihrem Bestreben, Madrid zu verschönern, zu modernisieren und es anderen Hauptstädten wie Paris oder Wien anzugleichen, war der düstere und schmutzige Ort für die neue, aus Frankreich stammende Dynastie ein Schandfleck mitten in ihrer Hauptstadt. Aus diesem Grund wurde eine ganze Gruppe an Architekten und Stadtplanern mit der Anlage eines prachtvollen Boulevards im Sinne der Aufklärung beauftragt. Im Sinne der Aufklärung bedeutete: der Boulevard sollte befestigt sein, er sollte mit Bäumen bepflanzt sein, er sollte großzügig, harmonisch und symmetrisch gestaltet sein und er sollte Kunst und Natur miteinander verbinden.

Praktische Tipps zu: Paseo del Prado+Plaza Cánovas+Museo del Prado+Thyssen-Bornemisza+Caixa Forum
gibt's hier...
  • Bar Taberna de los Conspiradores

Moratín 33, Internet: www.conspiradores.com, täglich 13.00-16.00 und 21.00-01.00, Metro: Atocha
Auf der Seite von Huertas gelegene Mischung aus Bar, Restaurant und Taverne mit ambitioniertem Konzept. Es gibt nicht nur traditionell spanische Küche zu zivilen Preisen, sondern auch ein veritables Kulturprogramm, dessen Epizentrum dieses Lokal ist. Von einem eigenen Radioprogramm bis hin zu Ausstellungen und Lesungen.

  • Bolsa de Madrid (Madrider Börse)

Plaza de la Lealtad, Tel.: 91 589 22 64, Email: info@bolsamadrid.es, Internet: www.bolsamadrid.es, Individualbesuche nach vorheriger Anmeldung jeden Donnerstag um 12.00, Gruppenbesuche Montag bis Freitag ab 10.00, Metro: Banco de España, Atocha.
Ein Besuch lohnt sich nicht nur, um die Architektur aus dem späten 19. Jahrhundert zu bewundern, sondern auch um dem Treiben einer der wichtigsten europäischen Börsen beizuwohnen.

  • Caixa Forum

Paseo del Prado 36, Tel.: 91 330 73 00, täglich von 10.00-20.00, Eintritt frei, Metro: Atocha.
2008 eröffneter Ausstellungsraum, gesponsert von der katalanischen Bank La Caixa.

  • Congreso de los Diputados (spanisches Parlament)

Carrera de San Jerónimo/ Plaza de las Cortes, Tel. 91 390 65 25 (für Gruppenbesuche), Besuche nach vorheriger Terminabsprache von Montag bis Freitag 9.00-14.30 und 16.00-18.30, Individualbesuche samstags 10.00-12.30 (ohne Möglichkeit der vorherigen Terminabsprache, Metro: Sevilla, Banco de España.
Das Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete spanische Parlament verfügt über diverse Höhepunkte. So zum Beispiel die aus den Kanonen eines spanisch-marokkanischen Krieges gegossenen Bronzelöwen, die den Eingang flankieren.

  • Galería La Fábrica 1 + 2

Alameda 9, Verónica 13, Tel.: 91 360 13 25, Internet: www.lafabricagaleria.com, Montag bis Donnerstag 09.00-14.30, Freitag 09.00-15.00, Metro: Atocha.
Galerien, die sich der zeitgenössischen Kunst und dabei besonders den Schwerpunkten Fotografie und Video verschrieben haben.

  • Jardín Botánico (Botanischer Garten)

Plaza de Murillo 2 (direkt neben Nebeneingang Prado), Tel.: 91 420 30 17, täglich 10.00-19.00, Eintritt: 2,-€ (ermäßigt 1.-€), Metro: Atocha, Banco de España.
Unter den Bourbonen im späten 18. Jahrhundert angelegter Botanischer Garten, der einige der ersten Exemplare nach Europa importierter südamerikanischer Pflanzen beherbergt.

  • Museo de Artes Decorativas

Montalbán 12, Tel.: 91 532 64 99, Dienstag bis Samstag 9.30-15.00, Sonntag 10.00-15.00, Eintritt: 2,40€ (ermäßigt 1,20€), Metro: Banco de España.
Kunsthandwerksmuseum mit Keramik, Mobiliar, Teppichen vom 15. bis zum 19. Jahrhundert.

  • Museo del Prado

Paseo del Prado, Tel.: 902 10 70 77, Dienstag bis Sonntag 9.00-20.00, Eintritt: 6.-€, freier Eintritt von Dienstag bis Samstag 18.00-20.00 und sonntags 17.00-20.00, Metro: Atocha, Banco de España.
Ein Muss für alle Kunstliebhaber und Fans der spanischen Malerei.

  • Museo Naval (Schifffahrtsmuseum)

Paseo del Prado 5, Tel.: 91 523 87 89, Dienstag bis Sonntag 10.00-14.00, Eintritt frei, Metro: Banco de España, Atocha.
Zahlreiche Ausstellungsstücke, die die Geschichte der spanischen Schifffahrt illustrieren. Auf der Amerikareise Kolumbus´ angefertigte Weltkarte des Juan de la Cosa als interessantestes Exponat. 

 

  • Museo Thyssen-Bornemisza

Paseo del Prado 8, Tel.: 91 369 01 51, Dienstag bis Sonntag 10.00-19.00, Montag geschlossen, Eintritt: 6.-€, Metro: Atocha, Banco de España.
Seit 1992 in Madrid ansässige Sammlung des Barons Thyssen mit den Schwerpunkten Impressionismus, Expressionismus und Konstruktivismus.

  • Parque del Retiro (Retiro-Park)

Täglich von 09.00-21.00, im Winter von 09.00-20.00.
Der Innenstadtpark schlechthin, auf dem Gelände des heute nicht mehr existierenden, habsburgischen Retiro-Palastes aus dem 17. Jahrhundert. Ideal für Spaziergänger, aber auch für Freunde anderer Aktivitäten wie Paddelbootfahren auf dem See, Ausstellungen in den Pavillons aus dem 19. Jahrhundert sowie Marionettentheater für die Kleinen.

  • Restaurante Asador Frontón III

Montalbán 9, Tel.: 91 521 02 77, täglich 12.00-16.00 und 21.00-00.00, Metro: Banco de España, Retiro.
Erstklassiges Restaurant zwischen Prado und Retiro-Park, das auf baskische Spezialitäten ausgerichtet ist. Elegant und für den etwas dickeren Geldbeutel (ca. 60 Euro pro Person).

  • Restaurante/ Cafetería East 47 im Hotel Villareal

Plaza de las Cortes 10, Tel.: 91 420 37 67, täglich 11.00-01.00, Metro: Banco de España, Sevilla
Geräumiges und angenehm-ruhiges Hotelrestaurant direkt gegenüber des spanischen Parlaments. Sowohl gutes Frühstück als auch warme Mahlzeiten mit dem Schwerpunkt auf Fisch und Pastete. Ca. 60 Euro pro Person.

  • Restaurante Edelweiß

Jovellanos 7, Tel.: 91 532 33 83, täglich 12.30-16.00 und 20.30-01.00. Sonntagabend geschlossen, Metro: Sevilla, Banco de España.
Elegantes Restaurant in nächster Nähe zum Parlament. Deutsche und spanische Küche, mit der hauseigenen Spezialität Eisbein. Ein interessanter Abstecher, wenn man wissen möchte, wie deutsche Küche außerhalb Mallorcas in Szene gesetzt wird. Ca. 35.-€ pro Person.

  • Restaurante Horcher

Alfonso XII 6, Tel.: 91 522 07 31, Montag bis Samstag 13.30-16.00 und 20.30-00.00, sonntags geschlossen, Metro: Retiro.
Legendäres Restaurant, das mitten im Zweiten Weltkrieg von Berlin nach Madrid verlegt wurde – ein Geschäftstransfer, der angeblich auf den Tipp eines deutschen Generals zurückging. Mit Sicherheit eines der edelsten Restaurants in ganz Madrid, mit internationaler Küche und zahlreichen Wildspezialitäten. Wer hier nach dem vorrausichtlichen Preis fragen muss, kann sich ein Essen im Horcher nicht leisten.

  • Taberna La Platería

Moratín 49, täglich 21.00-01.00, Metro: Atocha.
Unspektakuläre Taverne, die in der warmen Jahreszeit aber über ein schönes Straßencafé mit privilegiertem Blick auf den Paseo del Prado verfügt. Nur 100 Meter abseits der touristischen Rennstrecke um das Prado-Museum - und schon lässt es sich gemütlich-unbehelligt sitzen.

 

Der Urbanist José de Hermosilla und der Architekt Ventura Rodríguez gingen im Auftrag Karls III. ab 1763 an die Realisierung des Projekts Paseo del Prado. Nach seiner Fertigstellung hatte er zunächst die Form einer an beiden Enden halbrund abgeschlossenen Pferderennbahn. Die Integration von Kunst und Natur erfolgte auf der einen Seite durch die Anlage eines Botanischen Gartens an der Ostflanke des Boulevards, auf der anderen Seite durch die Realisierung eines ehrgeizigen Skulpturenprogramms. Hierbei waren die Brunnenensemble der entscheidende künstlerische Bestandteil der repräsentativen Allee: Fuente de la Alcachofa (Atocha), Fuente de Neptuno (Prado), Fuente de Apolo (Thyssen-Bornemisza-Museum), Fuente de Cibeles. All diese Brunnen verliehen dem Paseo del Prado ein künstlerisch anspruchsvolles Gesicht und waren zugleich ein sprechendes Symbol für die Hinwendung der herrschenden Klassen zur griechisch-römischen Antike und ihren Mythen - sowie ihrer Abwendung von der ausschließlich christlichen Symbolik.

Als der Paseo del Prado schließlich gegen Ende des 18. Jahrhunderts fertig gestellt war, erstaunte er viele Reisende aus allen Ländern Europas. Tatsächlich muss die Raumwirkung des Ensembles noch viel großzügiger gewesen sein als heute, denn außer einigen Adelspalästen und dem Museo del Prado befanden sich anfangs nur vereinzelt Gebäude an seinen beiden Seiten. Der Paseo del Prado war das Aushängeschild all jener urbanistischen Maßnahmen, mit denen die Bourbonen ihre Hauptstadt zu verschönern versuchten: Bepflasterung und Begradigung zahlreicher Straßen, Bau öffentlicher Gebäude (Zoll- und Postamt etc.), Anlage repräsentativer Plätze.

Zwar sind im Vergleich zum ursprünglichen Paseo del Prado zahlreiche Bauwerke dazugekommen, die seinen ursprünglichen Charakter veränderten. Doch blieb man im Großen und Ganzen dem aufklärerischen Prinzip, Kunst und Natur zu verschmelzen, treu. Neben den viel beachteten Museen Prado, Thyssen-Bornemisza und Reina Sofía sind nun auch noch das Schifffahrtsmuseum sowie das Postmuseum zu sehen. Dennoch macht die Bauwut im heutigen Madrid auch vor einer eigentlich so perfekten Anlage wie dem Paseo del Prado nicht Halt, denn seit Jahren wird über eine verkehrstechnische Umgestaltung diskutiert.

 



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