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Reiseführer Madrid

El Convento de las Trinitarias

Die Epoche der spanischen Habsburger, das 16. und 17. Jahrhundert, hatte einen ausgesprochen religiösen Charakter. Als Gegenpol zum Protestantismus, der sich überall in Europa ausbreitete, war Spanien besonders seit dem zweiten Habsburger Philipp II. der Hort der katholischen Gegenreformation. Inquisition, Autodafés, Zensur, die Omnipräsenz der Jesuiten sowie unzählige Kloster- und Konventsgründungen waren der sichtbare Ausdruck dieses bedingungslosen Bekenntnisses zum Katholizismus.

Madrid, Convento de las Trinitarias

Die Trinitarier waren einer jener vielen Orden, der im 16. Jahrhundert bereits einige namhafte Konvente in Madrid unterhielt, teilweise unter Protektion bedeutender Aristokraten. Auch die Ursprünge dieses Bauwerks in der calle Lope de Vega gingen auf eine aristokratische Initiative zurück. Im Jahre 1612 stiftete eine fromme und frisch verwitwete Adlige namens Juana Gaitán Romero einen Konvent an eben dieser Stelle. Doch nicht immer gingen diese Konventsgründungen reibungslos vonstatten, da der Konventsstifter auch für den Unterhalt der Einrichtung aufkommen musste. Juana Gaitán Romero trat zwar als Nonne in den Konvent ein, aus unerfindlichen Gründen kam es aber von Anfang an zu heftigen Auseinandersetzungen mit den restlichen Nonnen. So zog die Stifterin ihr Patronat zurück, samt aller Möbel und Bilder, die sie mit hierher gebracht hatte. Nur dank frommer Spenden konnten die Trinitarierinnen die folgenden Jahrzehnte überleben. 1673 wurde unter der Federführung von Marcos López schließlich mit dem Bau einer neuen Konventskirche begonnen, der alte Bau wurde abgerissen. Und mit dieser ersten Kapelle verschwand auch das Grab des berühmtesten spanischen Schriftstellers überhaupt, Miguel de Cervantes.

Praktische Tipps zu: Casa Lope de Vega / Convento de las Trinitarias
gibt's hier...
  • Ateneo de Madrid

Calle del Prado 21, Tel.: 91 429 62 51, Metro: Antón Martín, Sevilla.
Private Einrichtung zur Förderung des Madrider Kulturlebens. Zahlreiche Symposien, Konferenzen und andere Veranstaltungen. Das historische Gebäude verfügt über eine der besten Bibliotheken in ganz Spanien, mit umfassenden Beständen aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Hin und wieder öffnet die Institution ihre Pforten für das allgemeine Publikum. Wer aber die Bibliothek und die anderen Räume des Bauwerks nutzen möchte, muss eine Aufnahmegebühr von derzeit 110.-€ zahlen.

  • Bar De Cine

Costanilla de los Desamparados 11, Montag bis Samstag 21.00-03.00, Metro: Antón Martín.
In derselben Straße, in der vor mehr als vierhundert Jahren die Erstausgabe des “Don Quijote” das Licht der Welt erblickte, befindet sich diese Diskobar für das zumeist jüngere Publikum. Erwarten Sie keine Avantgardemusik, sondern unprätentiöse spanische Evergreens, die dafür aber die Stimmung anheizen.

  • Bar La Lupe de Huertas

Huertas 51, Montag bis Donnerstag 21.00-03.00, Freitag und Samstag 21.00-03.30, Sonntag geschlossen, Metro: Antón Martín.
Ableger einer Gay-Bar im Stadtviertel Chueca, die mittlerweile geschlossen ist. Im Stadtteil Huertas präsentiert sich La Lupe eher für das heterosexuell geprägte, ausgehfreudige Jungpublikum, das das Stadtviertel Wochenende für Wochenende unsicher macht. Spanische Hitparadenmusik zum Abtanzen an der Bar.

  • Bar La Ventura

Olmo 31, Tel.: 91 521 48 54, Donnerstag bis Sonntag 22.30-03.00, Metro: Antón Martín, Tirso de Molina.
Von der spanischen Romanautorin Lucía Etxebarría betriebene Bar, in der sich die Bohème aus den Stadtvierteln Huertas und Lavapiés zu alternativen und elektronischen Klängen trifft.

  • Casa Lope de Vega

Cervantes 11, Dienstag bis Sonntag 9.30-14.00, Eintritt: 2.-€ (1.-€ ermäßigt), Metro: Antón Martín, Sevilla.
Haus, in dem der spanische Dramatiker bis zu seinem Tod im Jahre 1635 lebte. Heute als Museum restauriert und mit den Einrichtungs- und Alltagsgegenständen des frühen 17. Jahrhunderts ein sehenswertes Zeugnis jener Epoche.

  • Convento de las Trinitarias

Lope de Vega 18, Klausurkonvent, keine Öffnungszeiten, Metro: Antón Martín, Sevilla.
Alle anderen spanischen Städte würden sich um einen derartigen Kirchenbau reißen, da in ihm der illustre Schriftsteller Cervantes begraben ist. Nur in Madrid ist alles anders. Wenn Sie das Kircheninnere besichtigen wollen, so müssen Sie auf eine Gelegenheit während des Gottesdienstes am Vormittag oder am späten Nachmittag warten.

  • Librería Amieva-México

Huertas17 und  20, Tel.: 91 429 84 76, Internet: www.librerosmatritenses.com, Montag bis Freitag 10.00-14.00 und 17.00-20.15, Samstag 10.00-14.00, Metro: Antón Martín.
Eines der best organisierten Antiquariate in der Stadt, vor allem spezialisiert auf alte Landkarten und Drucke.

  • Mercado de San Antón

Santa Isabel 5, Tel.: 91 369 06 20, Montag bis Freitag 10.00-14.00 und 17.00-20.00, Samstag 10.00-14.00, Metro: Antón Martín.
Neben dem Mercado de la Cebada (siehe Tour 1) einer der traditionsreichsten und reichhaltigsten Märkte Madrids. Im Unterschied zum Mercado de la Cebada kaufen Sie hier jedoch genauso preiswert ein wie im Supermarkt.

  • Real Academia de Historia (Königliche Akademie der Geschichtswissenschaft)

Calle del León 21, Tel.: 91 429 06 11, Internet: www.rah.es,  Metro: Antón Martín, Sevilla
Eine der vielen Akademien, die im Laufe des 18. Jahrhunderts nach französischem Vorbild auch in Spanien gegründet wurden. In diesem Fall geht der Beginn der akademischen Aktivität auf ein Dekret des Königs Philipp V. aus dem Jahr 1738 zurück. Untergebracht in einem vom damaligen Hofarchitekten Juan de Villanueva im Jahr 1788 konstruierten Palast, bietet für alle Hispanisten Konferenzen und Vorträge zu Aspekten der spanischen Geschichte an. Für alle Geschichtsfans unter den Reisenden.

  • Restaurante Artemisa

Ventura de la Vega 4, Tel.: 91 429 50 92 Internet: www.restauranteartemisa.com, täglich 13.30-16.00 und 21.00-0.00, Metro: Sevilla.
Vegetarisches Restaurant, das eine ganze Palette spanisch, italienisch und orientalisch inspirierter Spezialitäten anbietet. Gratins und Ofengerichte als Spezialität. Preis pro Person: 20-25.-€.

  • Restaurante Casa Alberto

Huertas 18, Tel.: 91 429 93 56, Sonntag und Montag geschlossen, Metro: Antón Martín.
Restaurant im rustikalen Tavernenstil, das seinen Gästen deftige Küche wie aus den Pfannen und Öfen spanischer Großmütter bietet. Allen kulinarisch Wagemutigen sei das Stiergulasch (estofado de toro) ans Herz gelegt. Ca. 25 Euro pro Person.

  • Restaurante El Inti de Oro

Madrid, Restaurante El Inti de Oro

Ventura de la Vega 12, Tel.: 91 429 67 03, täglich 13.00-16.00 und 20.30-00.30, Metro: Sol, Sevilla.
Sicher eines der besten peruanischen Restaurants in ganz Madrid. Angenehme, exotische Atmosphäre und freundliche Bedienung. Ceviche (Fischgericht) als Spezialität. Preis pro Person: ca. 25.-€.

  • Taberna La Dolores

Plaza de Jesús 4, Tel.: 91 429 22 43, durchgehend geöffnet (auch am Nachmittag), Metro: Antón Martín, Sevilla.
Einer der Klassiker unter den Tavernen Madrids. Geschmackvolle Inneneinrichtung mit andalusisch inspirierten Wandkacheln. Tapas und hauseigene Spezialität des in Essig eingelegten Stockfischs (boquerones en vinagre).

  • Tablao de Flamenco Cardamomo

Echegaray 15, Tel.: 91 369 07 57, täglivh 21.00-00.30, Metro: Sol, Antón Martín.

Alt eingessene Flamencobar mit stündlichen Konzerten. Im Unterschied zu eleganteren Flamencorestaurants weniger touristisch, dafür aber auch immer wieder von der Unter- und Halbwelt des Stadtviertels frequentiert.

 

Der Autor des don Quijote hatte im Jahr 1615 den zweiten Teil der Abenteuer des kastilischen Hidalgos veröffentlicht und sich danach zurückgezogen. Im Angesicht seines Todes hatte er verfügt, dass seine sterblichen Überreste in dem Trinitarier-Konvent begraben werden sollten. Für diese Anhänglichkeit dem Orden gegenüber gab es im Falle Cervantes´ einige triftige Gründe. Zunächst einmal hatte seine Tochter Isabel (ebenso übrigens wie die Tochter Lope de Vegas) in diesem Konvent ihr Gelübde abgelegt. Zum anderen hatten die Trinitarier im Leben Cervantes´ eine wichtige Rolle gespielt. Dieser Orden war nämlich mit der Befreiung spanischer Soldaten beauftragt, die im Zuge des Kampfes gegen die Türken in muslimische Kriegsgefangenschaft geraten waren – ein Schicksal, das auch den Soldaten Cervantes ereilt hatte. Dieser war im Zuge eines Krieges gegen die Türken in Algier gefangen gesetzt worden und vegetierte als Gefangener in einem schäbigen Kerker vor sich hin. Durch Vermittlung der Trinitarier wurde er, wie viele andere christliche Kriegsgefangene auch, frei gekauft.  Übrigens eine Episode seines realen Lebens, die er später in einem Kapitel des Quijote verewigte.
Nach Cervantes´ Tod im Jahre 1616 wurden seine sterblichen Überreste wunschgemäß in eben jenem Konvent mitten im Dichterviertel beigesetzt. Doch mit dem Abriss der ursprünglichen Kapelle 1673 verschwanden sowohl seine Gebeine als auch die seiner Frau. Eigentlich sollte auch das barocke Bauwerk im 19. Jahrhundert abgerissen werden, doch das Engagement der Real Academia de la Lengua (der Königlichen Akademie der Sprache) verhinderte dies. So ist nun wenigstens noch der Ort erhalten, an dem Cervantes begraben worden war. 
 

Berühmter als Cervantes ist aber sicher die von ihm geschaffene Figur des don Quijote. Dieser ist ein Angehöriger des niederen spanischen Adels, ein Hidalgo, der lesesüchtig ist. Süchtig nach der Lektüre der so genannten Ritterromane, eines Genres, das sich noch im frühen 16. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreut hatte, zu Beginn des 17. Jahrhunderts aber aus der Mode gekommen war. Und mit ihm auch zunehmend die ritterlichen Ideale des Mittelalters. In Gestalt des Quijote, der aus seinem Dorf in La Mancha auszieht, um diese ritterlichen Ideale zu verteidigen, kommt es zu einer Konfrontation der mittelalterlichen Welt mit der Welt des 17. Jahrhunderts. Im Gegensatz zu den hehren Idealen des Mittelalters war das 17. Jahrhundert bereits eine Welt des gnadenlosen Kapitalismus und der ökonomischen Krise, in der nur das nackte Überleben zählte. Don Quijote lebt während seines ganzen Ritts durch Spanien in dem Irrglauben, die ritterlichen Moralvorstellungen hätten noch irgendeinen Sinn in seiner jetzigen Lebensumgebung. Doch am Ende der Reise kehrt er zur Vernunft zurück – und stirbt. Ein geniales, doppelbödiges Ende, demonstriert es doch zugleich Kritik am weltfremden Idealismus wie auch an der schnöden Ratio.

 



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