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Reiseführer Madrid

Casa Lope de Vega (calle de Cervantes)

Lope de Vega war sicher einer der produktivsten Schriftsteller seiner Zeit. Gleich mehrere tausend Theaterstücke sollen von ihm verfasst worden sein. Doch anders als viele seiner Schriftstellerkollegen brachte er es schon zu Lebzeiten zu Erfolg, Reichtum und Ansehen. Und bei der riesigen Anzahl an Stücken ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass er in fast allen Genres brillierte: vom Mantel- und Degen-Stück über die Liebeskomödie bis hin zur klassischen Tragödie.
Lope de Vega war aber nicht nur ein äußerst produktiver Autor, er war zugleich auch ein Theaterrevolutionär. In seinem Traktat „Arte nuevo de hacer teatro“ brach er mit der bis dahin im Drama verbindlichen aristotelischen Einheit von Ort, Zeit und Raum. Mit Lope wurden die Theaterstücke, ganz im Zeitgeist des Barock, dynamischer und phantastischer. Der Starautor arbeitete mit Rückblenden, Zeitsprüngen, turbulenten Ortswechseln. Vor allem aber mischte er, ganz modern, die Gattungen. Ein Stück konnte nach seiner Theorie sowohl Tragödie als auch Komödie sein, nahezu alles war in diesem Konzept erlaubt.

Praktische Tipps zu: Casa Lope de Vega / Convento de las Trinitarias
gibt's hier...
  • Ateneo de Madrid

Calle del Prado 21, Tel.: 91 429 62 51, Metro: Antón Martín, Sevilla.
Private Einrichtung zur Förderung des Madrider Kulturlebens. Zahlreiche Symposien, Konferenzen und andere Veranstaltungen. Das historische Gebäude verfügt über eine der besten Bibliotheken in ganz Spanien, mit umfassenden Beständen aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Hin und wieder öffnet die Institution ihre Pforten für das allgemeine Publikum. Wer aber die Bibliothek und die anderen Räume des Bauwerks nutzen möchte, muss eine Aufnahmegebühr von derzeit 110.-€ zahlen.

  • Bar De Cine

Costanilla de los Desamparados 11, Montag bis Samstag 21.00-03.00, Metro: Antón Martín.
In derselben Straße, in der vor mehr als vierhundert Jahren die Erstausgabe des “Don Quijote” das Licht der Welt erblickte, befindet sich diese Diskobar für das zumeist jüngere Publikum. Erwarten Sie keine Avantgardemusik, sondern unprätentiöse spanische Evergreens, die dafür aber die Stimmung anheizen.

  • Bar La Lupe de Huertas

Huertas 51, Montag bis Donnerstag 21.00-03.00, Freitag und Samstag 21.00-03.30, Sonntag geschlossen, Metro: Antón Martín.
Ableger einer Gay-Bar im Stadtviertel Chueca, die mittlerweile geschlossen ist. Im Stadtteil Huertas präsentiert sich La Lupe eher für das heterosexuell geprägte, ausgehfreudige Jungpublikum, das das Stadtviertel Wochenende für Wochenende unsicher macht. Spanische Hitparadenmusik zum Abtanzen an der Bar.

  • Bar La Ventura

Olmo 31, Tel.: 91 521 48 54, Donnerstag bis Sonntag 22.30-03.00, Metro: Antón Martín, Tirso de Molina.
Von der spanischen Romanautorin Lucía Etxebarría betriebene Bar, in der sich die Bohème aus den Stadtvierteln Huertas und Lavapiés zu alternativen und elektronischen Klängen trifft.

  • Casa Lope de Vega

Cervantes 11, Dienstag bis Sonntag 9.30-14.00, Eintritt: 2.-€ (1.-€ ermäßigt), Metro: Antón Martín, Sevilla.
Haus, in dem der spanische Dramatiker bis zu seinem Tod im Jahre 1635 lebte. Heute als Museum restauriert und mit den Einrichtungs- und Alltagsgegenständen des frühen 17. Jahrhunderts ein sehenswertes Zeugnis jener Epoche.

  • Convento de las Trinitarias

Lope de Vega 18, Klausurkonvent, keine Öffnungszeiten, Metro: Antón Martín, Sevilla.
Alle anderen spanischen Städte würden sich um einen derartigen Kirchenbau reißen, da in ihm der illustre Schriftsteller Cervantes begraben ist. Nur in Madrid ist alles anders. Wenn Sie das Kircheninnere besichtigen wollen, so müssen Sie auf eine Gelegenheit während des Gottesdienstes am Vormittag oder am späten Nachmittag warten.

  • Librería Amieva-México

Huertas17 und  20, Tel.: 91 429 84 76, Internet: www.librerosmatritenses.com, Montag bis Freitag 10.00-14.00 und 17.00-20.15, Samstag 10.00-14.00, Metro: Antón Martín.
Eines der best organisierten Antiquariate in der Stadt, vor allem spezialisiert auf alte Landkarten und Drucke.

  • Mercado de San Antón

Santa Isabel 5, Tel.: 91 369 06 20, Montag bis Freitag 10.00-14.00 und 17.00-20.00, Samstag 10.00-14.00, Metro: Antón Martín.
Neben dem Mercado de la Cebada (siehe Tour 1) einer der traditionsreichsten und reichhaltigsten Märkte Madrids. Im Unterschied zum Mercado de la Cebada kaufen Sie hier jedoch genauso preiswert ein wie im Supermarkt.

  • Real Academia de Historia (Königliche Akademie der Geschichtswissenschaft)

Calle del León 21, Tel.: 91 429 06 11, Internet: www.rah.es,  Metro: Antón Martín, Sevilla
Eine der vielen Akademien, die im Laufe des 18. Jahrhunderts nach französischem Vorbild auch in Spanien gegründet wurden. In diesem Fall geht der Beginn der akademischen Aktivität auf ein Dekret des Königs Philipp V. aus dem Jahr 1738 zurück. Untergebracht in einem vom damaligen Hofarchitekten Juan de Villanueva im Jahr 1788 konstruierten Palast, bietet für alle Hispanisten Konferenzen und Vorträge zu Aspekten der spanischen Geschichte an. Für alle Geschichtsfans unter den Reisenden.

  • Restaurante Artemisa

Ventura de la Vega 4, Tel.: 91 429 50 92 Internet: www.restauranteartemisa.com, täglich 13.30-16.00 und 21.00-0.00, Metro: Sevilla.
Vegetarisches Restaurant, das eine ganze Palette spanisch, italienisch und orientalisch inspirierter Spezialitäten anbietet. Gratins und Ofengerichte als Spezialität. Preis pro Person: 20-25.-€.

  • Restaurante Casa Alberto

Huertas 18, Tel.: 91 429 93 56, Sonntag und Montag geschlossen, Metro: Antón Martín.
Restaurant im rustikalen Tavernenstil, das seinen Gästen deftige Küche wie aus den Pfannen und Öfen spanischer Großmütter bietet. Allen kulinarisch Wagemutigen sei das Stiergulasch (estofado de toro) ans Herz gelegt. Ca. 25 Euro pro Person.

  • Restaurante El Inti de Oro

Ventura de la Vega 12, Tel.: 91 429 67 03, täglich 13.00-16.00 und 20.30-00.30, Metro: Sol, Sevilla.
Sicher eines der besten peruanischen Restaurants in ganz Madrid. Angenehme, exotische Atmosphäre und freundliche Bedienung. Ceviche (Fischgericht) als Spezialität. Preis pro Person: ca. 25.-€.

  • Taberna La Dolores

Plaza de Jesús 4, Tel.: 91 429 22 43, durchgehend geöffnet (auch am Nachmittag), Metro: Antón Martín, Sevilla.
Einer der Klassiker unter den Tavernen Madrids. Geschmackvolle Inneneinrichtung mit andalusisch inspirierten Wandkacheln. Tapas und hauseigene Spezialität des in Essig eingelegten Stockfischs (boquerones en vinagre).

  • Tablao de Flamenco Cardamomo

Echegaray 15, Tel.: 91 369 07 57, täglivh 21.00-00.30, Metro: Sol, Antón Martín.

Alt eingessene Flamencobar mit stündlichen Konzerten. Im Unterschied zu eleganteren Flamencorestaurants weniger touristisch, dafür aber auch immer wieder von der Unter- und Halbwelt des Stadtviertels frequentiert.

 

Das Haus, in dem er die letzten Jahre seines Lebens verbrachte, ist inmitten des ehemaligen Dichterviertels zu besichtigen. Interessant ist dies aber nicht nur für Fans des spanischen Theaters, sondern für alle, die einen Einblick in den Alltag des frühen 17. Jahrhunderts erhalten wollen. Das gesamte Mobiliar von Tischen, Stühlen bis hin zum Bett ist ebenso restauriert erhalten wie das Essgeschirr und andere Alltagsgegenstände, die der Dramatiker benutzte. Damit liefert uns die Casa Lope de Vega eine ganz andere Sichtweise vom Leben im Frühbarock als die sattsam bekannten Paläste aus jener Zeit.

Lope de Vega war ebenso wie die anderen, bereits genannten Schriftsteller und genauso wie Maler vom Schlage eines Velázquez, Ribera, Murillo, Zurbarán einer der Exponenten jener nahezu paradoxen kulturellen Hochblüte des „Siglo de oro“, des goldenen Zeitalters. Paradox, weil sie sich in einem Land abspielte, das sich nicht nur in vollem wirtschaftlichem und politischem Niedergang befand, sondern auch in einem Land der geistigen Enge. Seit der Regierungszeit Philipps II. (1556 – 1598) war das Studium im Ausland (außer in Rom) verboten, die Einfuhr ausländischer Bücher war scharfen Restriktionen unterworfen, die Inquisition wachte über das kulturelle Leben. Die in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts rege Forschungstätigkeit der spanischen Universitäten war unter Philipp II. erstickt worden. Nicht mehr aus Alcalá, Salamanca oder Valladolid kamen die obersten Beamten und Juristen, sondern aus der neuen Kaderschmiede des Jesuitenordens. Das Land war seit dem zweiten Habsburger eine regelrechte katholische Festung geworden. Umso erstaunlicher die Existenz jenes „Siglo de Oro“ und einmal mehr ein Beweis für die These, dass selbst in absolutistischen Gesellschaften mehrere Strömungen nebeneinander existieren konnten.

Auch das Privatleben Lope de Vegas beweist, dass das nach außen hin absolutistische und erzkatholische Spanien im Inneren nicht mit derselben monolithischen Strenge funktionierte. Die Religiosität beherrschte zwar das Leben aller Spanier, aber in moralischen und vor allem liebestechnischen Angelegenheiten bedeutete dies nicht, dass alle Untertanen Philipps II. einen moralisch orthodoxen Lebenswandel führten. Lope de Vega zum Beispiel schlidderte von einer Affäre in die nächste und musste Alimente für etliche uneheliche Kinder bezahlen. Dies verschlang nicht nur viel Lebensenergie sondern auch viel Geld, weshalb der Dramatiker trotz seiner Produktivität und trotz seines Publikumserfolgs nie wirklichen finanziellen Rückhalt hatte.

In seinen späten Jahren vollzog Lope einen radikalen Bruch mit seinem vorherigen Leben, trat in den Klerikerstand ein und ließ sich zum Pfarrer weihen. Aber selbst das schützte den 1562 geborenen Schriftsteller nicht vor einem neuerlichen Liebesabenteuer. Der alternde Mann verliebte sich Hals über Kopf in die blinde Marta Nevares, die den zeitgenössischen Quellen nach im Wahnsinn endete.

 



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