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Reiseführer Madrid

Capilla del Obispo

Die Capilla del Obispo an der Stirnseite der Plaza de la Paja ist eines der ältesten noch erhaltenen Bauwerke Madrids und zugleich eines der wenigen Beispiele für spätgotische Architektur in der spanischen Hauptstadt. Diese Familienkapelle der Patrizierfamilie Vargas wurde zunächst als Grablege für Francisco de Vargas errichtet, Schatzmeister Kaiser Karls V. und damit einer der mächtigsten Männer im habsburgischen Spanien des frühen 16. Jahrhunderts. Das prestigeträchtige Amt erhielt der Madrilene, nachdem er seinem Kaiser während der Rebellion der Comuneros (1519-1521) die Treue gehalten hatte. Die Comuneros waren ein Bündnis zahlreicher kastilischer Städte, die sich gegen die drohende Einschränkung ihrer politischen Autonomie zur Wehr setzten und den neuen, habsburgischen Regenten in einen veritablen Bürgerkrieg verwickelten – am Ende jedoch ohne Erfolg. Sein Leben konnte der Schatzkanzler aber dennoch nicht in Ruhe und Frieden beenden. Er verliebte sich Hals über Kopf in eine Nonne aus Burgos und stürzte beim Versuch, durch das Fenster in ihr Schlafgemach vorzudringen, von der Leiter. Ein Unfall mit Todesfolgen und zugleich eine misslungene Renaissance-Version des Fensterlns.

Seinen Namen hat dieses Bauwerk vom Sohn des eben besagten Francisco de Vargas, Guillermo de Vargas. Dieser brachte es bis zum Bischof von Plasencia und beendete im Jahr 1535 das Bauprojekt seines Vaters. Im Inneren des spätgotischen Familienpantheons ist vor allem das von Francisco Giralte erschaffene Altarbild sehenswert. Kunsthistorisch interessierte Besucher müssen hiermit allerdings noch voraussichtlich bis ins Jahr 2010 warten, denn erst dann werden die Restaurationsarbeiten in der Kapelle beendet sein.

 



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