
Seefahrt in die Vergangenheit
Mit einem Frachtsegler vor der Westküste Madagaskars
Text und Fotos: Volker Jörn Walpuski
Moderne Yachteinrichtungen wie Dusche oder Toilette gibt es nicht an Bord. Trinkwasser wird in einem großen Fass mitgeführt. Wer sich waschen will, holt mit dem Eimer Seewasser an Deck. Andere Bedürfnisse müssen vor vielen Augen über die niedrige Bordwand erledigt werden - mit einem sicheren Haltegriff an Wanten oder Aufbauten. Unser Autor Volker Jörn Walpuski berichtet von einem afrikanischen Segel-Abenteuer, wie es nur noch selten zu erleben ist.
Im Abendlicht sehe ich den „Gare de Pirogiers“, den Pirogenhafen von Toliara, das erste Mal: Es ist Ebbe. Am Strand der madagassischen Provinzhauptstadt im trockenen Südwesten liegen leere Panzer der Strahlenschildkröte, im Strandgut tummeln sich Schweine und suchen nach Futter. Zahllose Pirogen liegen am Strand und weiter draußen sind zwei Boûtres trocken gefallen. Neugierig wandere ich hinaus auf der Suche nach dem Kapitän der „Le Bonté“.

Boûtre
Wo ist der Kapitän?
Die Suche nach dem Eigner und Kapitän gestaltet sich schwierig. Der Boûtre liegt verlassen da, keine Menschenseele ist an Bord. Nur an der entfernten Industriemole wird im Scheinwerferlicht ein großer Frachter gelöscht, ein weiterer liegt auf Reede. Im Gare de Pirogiers gibt es viele Holzbuden, wo Touristen Pirogen- oder Motorbootfahrten in den Badeort Anakao buchen können. Buntbemalt werben sie für die herrliche Unterwasserwelt.
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