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Die Entstehung eines Mini-Kontinents

Ein Erlebnis ganz anderer Art erwartete uns im Isalo-Gebirge - umgeben von einer landschaftlichen Kulisse, wie sie aufregender nicht sein kann. Verwitterte, schieferartig aufgeschichtete Sandsteinformationen, Türme, Kuppeln, immer wieder zerteilt durch breite Täler, enge Passagen, Hohlwege und tief eingeschnittene Schluchten hielten uns zwei Tage in ihrem Bann. Mit wachsender Begeisterung wanderten und kletterten wir durch diese unbewohnte, bizarre Landschaft.

Madagaskar Süden Baobab-Allee
Die Baobab-Allee

Das Isalo-Gebirge, das sich etwa hundert Kilometer entlang der Route Nationale 7 im Süden des Landes auf einer Höhe zwischen 500 und 1300 Metern über dem Meeresspiegel erstreckt, ist eine der spektakulärsten Naturattraktionen der Insel. Gibt es doch Aufschluss über die bewegte Entstehungsgeschichte dieses Mini-Kontinents. Vor mehr als 150 Millionen Jahren hat Madagaskar sich von der großen südlichen Erdmasse Gondwanaland abgetrennt, um langsam im Indischen Ozean nach Nordosten zu driften. Tektonische Kräfte drückten dabei ganze Gebirgszüge nach oben. Allmählich überflutete Süßwasser weite Teile des heutigen Isalo-Massivs. Auf rund 200 Millionen Jahre schätzen Geologen und Paläontologen die subfossilen Funde im erodierten Sandstein, in den im Laufe der Zeit das Wasser Schluchten und Canyons gegraben hat. Die meisten der zahlreichen Bäche und Flüsschen im 81.500 Hektar großen Isalo-Park sind in der Trockenzeit versiegt.

Madagaskar Süden Isalo-Massiv
Im Isalo-Massiv

Eine Erholung spendende Nische hatten wir dennoch gefunden. Zwei Stunden Marsch und stellenweise strammes Felsklettern von Ranohira entfernt, dem Straßendorf an der Route Nationale Nummer 7 und Ausgangspunkt für die Ausflüge ins Massiv, leuchtet im schönsten Königsblau das „Piscine Naturelle“, ein Felsbecken mit klarem, kühlem Quellwasser. Ein wahrer Farbtupfer im gelbgrauen Einerlei der Landschaft und Mittelpunkt eines Biotops aus Schraubenpalmen und Farnen, in dem sich Eidechsen und kleine Frösche tummeln, sich urige „Zwergbaobabs“, eine der Pachypodienarten, Euphorbien und andere endemische Pflanzen an das Gestein klammern.



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