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Eine Melange aus Tristesse und Fröhlichkeit

Madagaskar, eines der ärmsten Länder der Erde, kam mir bei früheren Besuchen jedes Mal wie von der Welt vergessen vor. Auf viele Landesteile trifft das weiterhin zu. Doch in der Hauptstadt Antananarivo, inzwischen auf eine Einwohnerschaft von fast zwei Millionen gewachsen, haben Moderne und Fortschritt unwiderruflich Einzug gehalten. Die unzähligen Straßenstände mit Mobiltelefonen und -zubehör gehören mittlerweile genauso zum Alltag wie die von protzigen Geländewagen zugeparkten Gehwege und die atemraubenden Dieselschwaden. Aber auch sie sind noch im Einsatz: museumsreife R4- und 2CV-Gefährte, die über das bucklige Pflaster holpern.

Madagaskar Süden Ochsenkarren
Traditioneller Transport ...

Unter knallbunten Werbeschildern, die seit dem Ende der sozialistischen Diktatur 1992 zunehmend das Stadtbild prägen, zwischen und vor eleganten Boutiquen und Restaurants behaupten sich nach wie vor Straßenhändler. Sie bedienen die eher bodenständigen Bedürfnisse der meisten Bewohner, eine Melange aus Tristesse und Fröhlichkeit: Rostige Schrauben, verbeulte Radkappen, Strohbesen, Matten aus Palmfasern, Spielzeug aus Holz und Dosenblech gewerkelt - daneben farbenfrohe Gemüse-, Gewürz- und Blumenstände. Hier preisen Naturheiler Kräuter, Wurzeln und Elixiere an, dort entfalten Frauen fein gestickte Tischdecken und Lambas, die bunten Allzwecktücher, die die Madagassen von der Geburt bis über den Tod hinaus begleiten.

Madagaskar Süden Reisernte
... und ebenso traditionelle Reisernte

Aufbruchstimmung signalisiert auch der Wiederaufbau des Rova, des Königspalastes, bis zur Zerstörung durch Brandstiftung im Jahr 1995 obligatorischer Besuch zu Beginn einer Madagaskarreise. Das Kulturerbe und Wahrzeichen wird jedoch um unwiederbringliche Schätze beraubt bleiben. Denn verbrannt waren außer den prächtigen alten Holzbauten mit kunstvollem Interieur auch die Gebeine mehrerer hochverehrter Monarchen.



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