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Wo mehr als nur der Pfeffer wächst

Madagaskar Süden Baobab Allee beim Sonnenuntergang

Aufregende Naturerlebnisse im Süden von Madagaskar

Text und Fotos: Albrecht G. Schäfer

Die ersten Sonnenstrahlen des Tages malen glänzendes Gold auf die Wellen. Bootsmann Etienne singt, während er das Segel straff holt, sein Auslegerboot zieht flink über das Wasser der Bucht hinaus in die Straße von Mosambik. Wir sind früh aufgestanden für den Törn mit dem fröhlichen Fischer vom Stamm der Vezo, der uns anschließend die Korallengärten des vorgelagerten Riffs zeigen will. Schon haben andere Boote vom Strand abgelegt. Über den mit Palmwedeln gedeckten Dächern der Häuser steigt der Rauch der Feuerstellen hoch. Die Bucht von Ifaty ist erwacht.

Madagaskar Süden FrauenEinige Dutzend Ausländer sind es jetzt in der Nebensaison, die die noch immer bescheidene Infrastruktur rund um das Dorf Mangily zum Urlaub nutzen. Ein paar Tage, manchmal Wochen bleiben die meisten. Andere "vazaha", wie die weißen Fremden bei den Madagassen heißen, haben sich hier niedergelassen. Tauchlehrer, Hotelmanager, sogar ein Pferdefreak aus dem Baskenland versucht mit einer Ranch und Reitausflügen vom angewachsenen Tourismus zu profitieren. Auch die Zahl der Pensionen und Bungalowanlagen, die entlang der halbmondförmigen langen Bucht in den Dünen liegen, ist größer geworden.

Hier im Südwesten, wo die trockene Hitze lähmend über der Wüstenlandschaft liegt, bieten Meer und ausgedehnte Strände erfrischende Erholung. Insbesondere wenn man wie wir die lange Überlandfahrt durch das Hochland hinter sich hat. Außerdem lockt die halbaride Vegetation hinter der Küste mit Dornenwald und Baobab-Bäumen zu lehrreichen naturkundlichen Wanderungen.

Nach dem feuchten Vergnügen im Boot und Schnorcheln über herrlich bunten Korallen bereitet Etienne am Strand seines Dorfes das Picknick zu. Langusten und Fisch über dem Feuer gegrillt, seine Frau hat Reis und Gemüse aus Maniokblättern dazu gekocht. Der Fischer scheint den Ausflug genauso zu genießen wie wir. In einem Mischmasch aus Französisch und Englisch unterhalten wir uns mit dem Mann, der wie seine Vorfahren vom Meer lebt.

Madagaskar Fluss Betsiboka
Rot gefärbt vom Erosionsschlamm: der Fluss Betsiboka

Ob es in Deutschland auch ein Meer gibt, will er wissen. Dort seien sicher große, moderne Fischereischiffe unterwegs. Er verdiene sein Geld mit dieser einfachen Piroge, dessen Segel er aus alten Reissäcken zusammengeflickt hat. Das Boot ist seine Existenzgrundlage. Nur so kann er das tägliche Essen nach Hause und manchmal den Restaurants etwas Fisch verkaufen. Hin und wieder fährt er die "vazaha" hinaus. Vielleicht kann er sich ja bald ein besseres Segel leisten, meint Etienne.



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