Der Senatsplatz lebt hingegen ganz in der Gegenwart. Ein schwarzweißes Wellenmuster ziert ihn und die jüngst geschaffene Fußgängerzone, die bis hinauf führt zum Wahrzeichen Macaus, der Fassade der ehemaligen St.-Pauls-Kathedrale.

St. Paul
im Hintergrund die Fassade der ehemaligen
St.-Pauls-Kathedrale

Bei allen lokalen Festen wird der Platz zur öffentlichen Bühne, auf der am Abend Musiker, Kanton-Opern-Sänger oder Puppenspieler auftreten. Tagsüber herrscht lebhafte Betriebsamkeit, denn in den Seitenstraßen verstecken sich Regierungsbüros, aber auch Läden und ein neues dreistöckiges Marktgebäude. Eher überraschend leuchtet an einer der Fassaden eine große Neonkuh, die für eine Milchbar wirbt. Eigentlich verdauen Chinesen Milchprodukte nicht so gut, doch der mittagliche Ansturm auf gut gekühlte Puddings, Joghurts und Milkshakes scheint eher das Gegenteil zu beweisen.


Milchbar

Wo Abenteurer zur See und Kolonialtruppen herumstöberten, waren Missionare nicht weit. Macau diente allen bedeutenden Orden als Tor und Ausbildungsort für das angeblich unermeßliche China. Deshalb fehlt es in der Stadt nicht an christlichen Kirchen, etwa 60 sollen auf nur 13.000 verbliebene Christen kommen. Eine der am schönsten renovierten liegt am Ende des Senatsplatzes. Sie ist dem Hl. Dominikus geweiht. 1588 hatten spanische Dominikaner hier ein Kloster gegründet, das im frühen 17. Jahrhundert eine große Kirche im Stil des Kolonialbarock erhielt. Vor allem die Fassade und der Altar sind üppig verziert; beruhigend wirken dagegen die Decke und die großen Fenster.

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