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Der Himmel über der Wüste

 Eine Tour durch die libysche Sahara

Text und Fotos: Elke Sturmhoebel

Libyen Jeeps

„Ist es nicht unvorstellbar? Weit und breit kein Mensch, nur wir!“ Nach langer Fahrt von Ghadames durch die endlose monotone Steinwüste der Hamada al Hamra waren wir auf diesen zauberhaften Ort gestoßen, in dem Bergkegel aus orangerotem Pulversand zu wachsen scheinen. Jetzt funkeln Abermillionen Sterne wie Diamanten am nachtschwarzen Gewölbe. Am Ende des Horizonts lodert der diffuse Feuerschein der Ölfelder. Es sind diese traumhaften Nächte in der Sahara, die Stunden am Lagerfeuer, die man mit niemandem tauschen möchte. Sie machen regelrecht süchtig.

Der nächste Morgen bringt es an den Tag, dass wir so allein im Universum nicht waren. Spuren im Sand zeugen von nächtlichen Besuchern. Ein Schakal und ein Wüstenfuchs hatten sich in das Nachtlager geschlichen. Scheue, harmlose Gesellen, wie Jalal, unser libyscher Führer, versichert. Die Wüste lebt. Pünktlich zum Frühstück stellen sich Krähen ein in der Hoffung auf einen Happen. Und manchmal überholen Weißbürzelsteinschmätzer, Mula-Mula genannt, unsere kleine Jeep-Karawane. Die drosselähnlichen Vögel stehen in dem Ruf, jedes Tröpfchen Wasser zu finden.

Libyen Sanddünen
Sanddünen: das klassische Bild der Sahara

In Ghadames, im Länderdreieck Libyen-Algerien-Tunesien, wo die Asphaltstraße endet, beginnt die Geländewagentour durch die libysche Wüste. Die Oasensiedlung, einst Drehscheibe des Karawanenhandels, zählt heute zum Weltkulturerbe der Unesco. Doch in der Altstadt mit ihren weißen Lehmziegelbauten und überdachten Gassen wohnt kaum noch jemand. Die meisten sind in Neubausiedlungen mit fließendem Wasser und sanitären Anlagen gezogen.

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