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Der 2. Weltkrieg auf der Insel

Die Nazi-Flagge über Leros

Nach dem Banner der Johanniter, der Flagge der Türkei und der von Italien wehte von 1943 bis 1945 auch die Fahne Nazi-Deutschlands auf der Burg über Platanos: Leros war wieder einmal unter Fremdherrschaft und mußte zuvor schwere Bombardements erleiden.

Nachdem Italien 1943 im 2.Weltkrieg den Waffenstillstand und später Deutschland den Krieg erklärt hatte, besetzten deutsche Truppen Rhodos und Kreta. Am 3.Oktober wurde Kos von deutschen Fallschirmjägern aus Griechenland angegriffen und der Flugplatz Andimachia, auf dem heute die Urlauber landen, erobert.

Die Briten beorderten ihre 234th Brigade aus Malta von Haifa aus in Richtung Ägäis. Kastelrosso wurde am 10.September 1943 erreicht, doch verhinderten schlechtes Wetter und der Mangel an Schiffen einen schnelleren Vorstoß. Ende September erreichte ein Bataillon Leros, das aber infolge fehlender Transportmittel über keine schweren Waffen verfügte.

Die Insel wurde von den Briten in drei militärische Sektoren aufgeteilt, wobei einer davon den Royal Irish Fusiliers anheim fiel.

Das strategisch wichtige Leros wurde am 12.November 1943, 6 Uhr früh, Ziel eines deutschen Angriffs: Tiefflieger und Zerstörer bombardierten die Insel, im Nordosten gingen 500 Mann an Land, in der Bucht von Pandeli weitere 150.

Am Nachmittag folgten Fallschirmjäger, sodaß sich die Deutschen auf der schmalen Landenge zwischen Alinda und der Bucht von Gourna festsetzen konnten. Die Iren begannen am 13.November eine Gegenoffensive, doch in der Nacht landeten weitere deutsche Truppen in der Bucht von Gourna, wodurch die Verbindungen zwischen den britischen Militärsektoren zerstört war.

Die schweren Kämpfe währten fort, wobei die Briten an einem Ort über 200 Gefangene machen konnten. Erneut erlitt die Inselbevölkerung massive deutsche Luftangriffe, die viele Zerstörungen zur Folge hatten. Trotz Verstärkung aus Samos mußten die Briten am 16.November, 20 Uhr, infolge der deutschen Luftüberlegenheit Leros aufgeben. Um keine andere Insel des Dodekanes war so erbittert gekämpft worden wie um Leros. Der deutsche Wehrmachtsbericht aus Berlin meldete: "Den tapferen Landungstruppen ergaben sich 200 englische Offiziere und 3000 Mann...und 350 Offiziere und 5000 Mann italienischer Badogliotruppen" - Angaben über Todesopfer auf Seiten der Deutschen, auf Seiten der Briten, Iren, Kanadier und Südafrikaner sowie unter der Zivilbevölkerung von Leros wurden nicht gemacht.

Bis Kriegsende wurden keine Anstrengungen mehr unternommen, die Insel zurückzuerobern. Die Deutschen hatten Leros stark befestigt, darunter auch die Burg über Platanos. Ein Angriff hätte zuviele Menschenleben gefordert.

Über die deutsche Besatzungszeit auf Leros ist in der Literatur nur wenig überliefert. Insofern ist auch nicht bekannt, ob die Deutschen von dort auch jüdische Bewohner deportierten. Geschehen ist dies auf Rhodos und Kos, von wo aus die Deutschen die jüdische Bevölkerung in die Vernichtungslager im Osten Europas brachten; viele Hundert Menschen wurden ermordet. In Rhodos-Stadt wie Kos-Stadt bestehen noch Synagogen; ebenso am Stadtrand jüdische Friedhöfe, wobei der auf Kos weitgehend zerstört worden ist.

An die Ereignisse des 2.Weltkriegs auf Leros erinnern heute noch der britische Soldatenfriedhof in Alinda und einige Ausstellungsstücke im Insel-Museum Belleni’s Tower.



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