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Freilichtmuseum Tiagua

Jenseits der Naturschönheiten gleicht eine Inselrundfahrt einer Pilgerfahrt auf den Spuren César Manriques, des größten kanarischen Künstlers. Wie kein anderer hat das Universalgenie Lanzarote seinen Stempel aufgedrückt, sie geprägt und so weit wie möglich verhindert, daß die Insel unkontrolliert vom Tourismus überrollt wird. Der am 25. September 1992 bei einem Autounfall in der Nähe von Tahiche ums Leben gekommene César Manrique war Maler, Bildhauer und Architekt. In Arrecife geboren, ist er als junger Mann ausgezogen, um die Kunstgalerien von Madrid und New York zu erobern. Erst im reifen Alter von knapp fünfzig Jahren ist er endgültig auf seine Heimatinsel zurückgekehrt, um seine letzten 25 Lebensjahre seiner Vision von einem "Gesamtkunstwerk Lanzarote" zu widmen. Mit Erfolg: Lanzarote hat seine Identität weitgehend bewahren können, auch wenn die Menschen in die entlegensten Winkel vorgedrungen sind.

Auf der Insel wurden durch Manriques Einfluß zeitweise kaum Hotelburgen, sondern hauptsächlich Ferienanlagen, die im Einklang mit der Natur stehen und sich an der ländlich-traditionellen Bauweise orientierten, gebaut. Mittlerweile hat sich angesichts der Touristenfluten dennoch eine gewisse Eintönigkeit breitgemacht. Phantasievolle Ferienanlagen wie das Hotel Meliá Salinas in Costa Teguise haben ihren Preis, und nicht jeder besitzt das nötige Kleingeld. Auffällig ist beispielsweise auch, dass großflächige Reklametafeln fehlen. Sie wurden aufgrund einer manriqueschen Initiative verboten.

Manrique hat Lanzarote mit einem wahren Netz von Bau-, oder besser Kunstwerken überzogen. Die Lavahöhle Jameos del Agua, der Kakteengarten (Jardin de Cactus), das Monumento al Campesino, das Restaurant Mirador del Rio, das Kunstmuseum im Kastell San José, hinter all dem steht Manrique, Manrique, Manrique...

Lanzarote / Manrique
Von Manrique gestaltetes Wohnhaus
(Foto: Dirk Renckhoff)

Auch ohne Reiseführer und Landkarte wäre es ein leichtes, die von César Manrique geschaffenen Sehenswürdigkeiten zu finden. Über die ganze Insel verteilt hat Manrique an exponierten Stellen eigene Skulpturen und Metallwindspiele aufgestellt. Oder noch einfacher: Man müsste sich nur an den Mietwagenkarawanen orientieren. Fast 8.000 Autos werden von den verschiedenen Mietwagenfirmen zum Verleih angeboten. Die harte Konkurrenzsituation sorgt für niedrige Preise. Und so tuckern die Touristen scharenweise über die Insel. Die schlechten Busverbindungen lassen einem aber auch keine andere Wahl.

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