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Die UNESCO würdigte 1994 die einzigartige Landschaft Lanzarotes, indem sie die gesamte Insel als Biosphärenreservat auszeichnete. Die Inselregierung steht angesichts des nicht enden wollenden Urlauberstroms vor großen Aufgaben, wenn sie sich dieses Prädikats als würdig erweisen will. So ist der touristische Energiebedarf enorm und wird bisher fast ausschließlich konventionell gedeckt. Dabei ließe sich ein großer Teil der benötigten Energie auf umweltfreundliche Weise erzeugen, denn Lanzarote besitzt Sonne und Wind im Überfluss, von der vulkanischen Erdwärme ganz zu schweigen. Auch die Wasserversorgung kann nur dank der vier großen, mit fossilen Brennstoff betriebenen Meerwasserentsalzungsanlagen gesichert werden, denn die Kapazität der Regenwasserzisternen und des einzigen verbliebenen Wasserstollens reichen schon seit langem nicht mehr aus.


Meerwasserentsalzung auf der einen, Salzgewinnung auf der
anderen Seite

Kein einziger Quell entspringt auf der Insel. Der Peñas del Chache im Famara-Gebirge ist die höchste Erhebung der Insel. Doch 671 Meter sind zu wenig, um die vom Passat getriebenen Wolken zu ausreichenden Niederschlägen zu zwingen. Nur an wenigen Tagen im Jahr regnet es, und das auch nur in bescheidenem Maße.

Lanzarote war die erste Insel des kanarischen Archipels, auf der sich die europäischen Glücksritter und Eroberer festsetzen konnten. Im Jahre 1312, beinahe zwei Jahrhunderte bevor mit Teneriffa die größte kanarische Insel unterworfen wurde, landete der genuesische Kaufmann Lancelotto Malocello auf der nordöstlichsten der "glückseligen" Inseln. Lancelotto errichtete oberhalb von Teguise an der Stelle des heutigen Castillo de Guanapay einen ersten befestigten Stützpunkt.

Zwei Jahrzehnte lebte Lancelotto auf der später nach ihm benannten Insel, ohne daß recht viel darüber bekannt ist, was sich in diesem Zeitraum ereignete. Die alten Gesellschaftsstrukturen müssen jedoch weitgehend in Takt geblieben sein, denn erst dem normannischen Adeligen Jean de Béthencourt blieb es knapp hundert Jahre später vorbehalten, Lanzarote zu erobern und die kanarische Bevölkerung zu unterwerfen. Eines muss man Béthencourt jedoch zugestehen: Er hat sich mit den Papagayo-Stränden die schönsten Strände für seine Landung ausgesucht.


Einer der drei Papagayo-Strände

Die Ureinwohner begrüßten ihn mit allen Ehren, da sie sich von ihm Hilfe gegen die nordafrikanischen Piraten erwarteten. Béthencourt wusste anfangs ihr Vertrauen zu gewinnen, da er mit nur 63 Männern die Insel nicht im Handstreich erobern konnte. Doch bereits ein Jahr später war er, durch neue Truppen verstärkt, der unumschränkte Herrscher über Lanzarote.

Für die spanischen Konquistadoren war die ebenso erfolgreiche wie blutige Unterwerfung der Kanarischen Inseln gewissermaßen die Generalprobe für den Völkermord in Mittel- und Südamerika. In rund eineinhalb Jahrhunderten hatten die Spanier wegen ihrer militärischen Überlegenheit, List und Tücke das Archipel unterjocht, die Bewohner teilweise verschleppt und auf den Sklavenmärkten von Sevilla und Cádiz verkauft. Die Kultur der Altkanarier wurde auf Lanzarote fast restlos vernichtet. Zwischen Tahiche und San Bartolomé findet man noch Spuren einfacher, in den Boden gegrabener Räume, die als Behausungen dienten.

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