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Kraterlandschaft im Nationalpark Timanfaya

Lanzarote, die "schwarze Perle im Atlantik", ist eine aus Feuer und Wasser geborene Insel. Noch immer ist die Erdhitze an einigen Stellen so stark, dass sie sich unter den Schuhsohlen unangenehm bemerkbar macht. Im Restaurant des Nationalparks Timanfaya werden gar Hähnchenschenkel, Fleischspieße und Fisch über einer Felsspalte in einem demonstrativen Spektakel auf dem Vulkangrill zubereitet. Gleich in der Nähe des Besucherzentrums Islote de Hilario werfen die Wächter des Nationalparks Reisig in kleine Erdkuhlen, das sich augenblicklich entzündet.

Wie ein Damoklesschwert schwebt über Lanzarote die Frage, wie lange die unter der Erdoberfläche schlummernden Kräfte noch ruhen werden. Zehn Jahre, hundert Jahre oder gar für immer? Die letzte Vulkantätigkeit datiert ins Jahr 1824. Damals war das Inferno von Rauch und Feuer, herausgeschleuderten glühenden Gesteinsklumpen und zähflüssigem Magma vergleichsweise harmlos, nur über eine Fläche von drei Quadratkilometern ergossen sich die Lavaströme, die noch vor der Ortschaft Mancha Blanca wie durch ein Wunder zum Stillstand kamen. Überglücklich errichteten die verschont gebliebenen Bewohner die Kirche Eremita Nuestra Señora de los Volcanes, wussten sie doch noch vom Hörensagen, zu welch katastrophalen Folgen die drei Generationen zurückliegenden Vulkanausbrüche geführt hatten. Sechs Jahre lang, von 1730 bis 1736, war es im Westen der Insel zu wiederholten Eruptionen gekommen, dabei wurde die Kornkammer Lanzarotes zusammen mit elf Dörfern für immer unter einer gewaltigen Lavaschicht begraben. Wenigstens die Dorfbewohner hatten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen können, so dass kein einziger Toter beklagt werden musste.

Nur die in allen Erdfarben schimmernden Feuerberge (Montañas del Fuego), wie die bizarren Vulkane genannt werden, ragen aus dem Lavameer (Mar de Lava) empor.


Vulkan im Nationalpark Timanfaya

Die Farbnuancen der Hänge leuchten stellenweise rostrot und ockerfarben, dann wieder kupferbraun, andernorts herrschen violette oder hellgraue Töne vor. Nicht von ungefähr erinnern die unregelmäßigen, von metertiefen Spalten zerrissenen Krümmungen der scharfkantigen Lava an eine Mondlandschaft: Die Mondfahrzeuge der US-Astronauten wurden vor den Apollo-Flügen hier getestet.

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