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Zeit bekommt hier eine andere Dimension: Was wie Feierabendstimmung aussieht, scheint den ganzen Tag so zu sein. In der nächsten Bar bestelle ich einen „mojito“, das Nationalgetränk mit Minze und Rum, und lasse mich von Salsa und Son verführen. Auf der Veranda gegenüber sitzt ein alter Mann in seinem Schaukelstuhl, wippt langsam, genießt das abendliche Treiben, lächelt entspannt und raucht gemächlich vor sich hin. Mein Nachbar an der Bar beobachtet die selbe Szene und sagt: „Zigarrenrauchen ist eine Kunst, und in Vinales sind alle Tabakbauern Künstler.“

Manuels besondere Tabakempfehlung

Als ich Manuel, meinen Gastgeber, zum ersten Mal sehe, weiß ich, dass wir Freunde werden. Er ist Mitte vierzig, hat ein warmherziges Lachen, neugierige, ehrliche Augen und einen eigenwilligen Charakter. „Ich bin noch nie aus diesem Tal herausgekommen“, bekennt er, und doch wirkt er welterfahren und offen.

Kuba vinales Tabakbauer
Ein Lächeln am Feierabend: kubanischer Tabakbauer

Früher hat er auf den Tabakfeldern gearbeitet, heute lebt er von den Touristen. Er wohnt mit seiner Frau Blanca in einem Haus, das er eigenhändig unter einer Ceiba, auch Kopok- oder Wollbaum genannt, erbaut hat – ein gutes Zeichen, denn dieser Baum galt schon in den indianischen Kulturen als heilig und daran hat sich nichts geändert. „Ein Kubaner würde niemals eine Ceiba fällen“, sagt Manuel, hebt dabei den rechten Zeigefinger und wirft die Stirn in Falten.

Die beiden sind hervorragende Gastgeber. Am Abend gibt es Rum vom Besten und eine cohiba, Manuels besondere Tabakempfehlung. Und schon sind wir im Gespräch vertieft. Irgendwann holt Manuel eine Kiste hervor mit Briefen und Karten aus der ganzen Welt. Stolz zeigt er bewegende Zeilen aus Sydney, Tokio, Vancouver, Berlin oder Florenz. Alle wollen nur eines: Bald wieder eine Zeit im Haus von Blanca und Manuel verbringen - und leben im Rhythmus gerauchter Zigarren, voller Genuss und ganz ohne jeden Plan.

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