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Juan, der ältere, trägt eine Baseballmütze - „das Geschenk eines amerikanischen Touristen“, betont er stolz. Seine raue, sonnengegerbte Haut erzählt von Jahren harter Arbeit auf den Tabakfeldern, die Augen verraten Witz und Charme. Er will etwas über meine Heimat erfahren. Am meisten interessiert ihn das Familienleben. „Warum wohnst du nicht in der Nähe deiner Eltern?“ fragt er verwundert „in Kuba steht die Familie ganz obenan.“ Seine Nichte, erzählt er, habe sich sogar von ihrem Freund getrennt, weil sie sich nicht einigen konnten, ob sie nach der Hochzeit bei seinen oder bei ihren Eltern leben wollten.

Kuba Vinales Arkaden
Stilvolle Veranda in Vinales

Wir fahren durch eine leicht hügelige Landschaft, sattes Grün, wohin das Auge blickt - und immer wieder Königspalmen. Sie ragen majestätisch elegant in den karibischen Himmel und erinnern an die ästhetisch perfekte Haltung der Kubaner, wenn sie Salsa tanzen. Zugleich symbolisieren sie die Kraft und den Stolz der Menschen auf dieser Insel.

Kubaner zu Fuß, auf dem Rad und zu Pferd

Ein abrupter Stopp reißt mich aus meinen Gedanken: Juan bittet mich, schnell meine Sachen zu nehmen und zu Fuß weiterzulaufen. Nachdem sie den Polizeiposten passiert hätten, würden sie mich wieder aufnehmen, erklärt er mir. Für lange Fragen ist keine Zeit und schon umgibt mich die Einsamkeit und Stille des kubanischen Westens. Hier entfaltet sich die Schönheit der Landschaft in der Mittagshitze: Tabakfelder und Zuckerrohrplantagen prägen das Bild, vereinzelt sind die kleinen palmgedeckten Holzhütten der Tabakbauern zu sehen. Dazwischen stehen fensterlose Schuppen mit Dächern aus Palmstroh oder aus Blech. Es sind die „casas de tabaco“, die Trockenschuppen für den Tabak. Hier kochen die Tabakballen tagsüber in ihrem eigenen Hitzedunst, sie schwitzen ihre Feuchtigkeit aus und dafür kann es in den „casas de tabaco“ gar nicht heiß genug sein. In der Ferne steilaufragende, schroffe Kegelfelsen - die „mogotes“. Sie sind die älteste geologische Formation Kubas, entstanden vor 150 Millionen Jahren.

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