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Die schöne Kubanerin stutzt

Kuba Vinales KircheFür einen Augenblick herrscht wieder Stille. Zeit breitet sich aus wie die Weite des Ozeans zwischen den Kontinenten - er trennt Welten. Die Kubanerin fragt nach dem Grund. Daraufhin nimmt die etwa 35jährige Urlauberin ihre Sonnenbrille ab und entgegnet selbstbewusst: „Ich bin lieber unabhängig und reise viel.“ Die schöne Kubanerin stutzt, der Blick ihrer rastlosen Augen schweift für einen kurzen Moment zu mir. Spott legt sich auf ihre Lippen, dann beginnt sie leidenschaftlich dagegenzuhalten: Sie spricht davon, wie schön es ist Kinder zu haben. Ihre vier seien ihr schon so oft ein großer Trost gewesen, wenn es ihr „dreckig“ ging. So manches mal habe sie nicht gewusst, wie sie ihre Kleinen ernähren soll, doch mit Hilfe von Familie, Freunden und Nachbarn, habe es immer geklappt. Sie möchte keine Sekunde, die sie mit ihren Kindern erlebt hat, missen. Und außerdem: „Wer keine Kinder hat, ist im Alter allein.“

Kulturen prallen aufeinander, fördern Unterschiede zutage. In Kuba drängen sie dem Reisenden Fragen auf: „Wie lebt man glücklich? Wofür lohnt es sich zu leben? Was bedeutet arm, was heißt reich?“ Fragen, die schlummern und manchmal nagen, aber nicht wirklich beantwortet werden können. Sie werden zum Wegbegleiter und vielleicht zum Motiv, die Insel auf eigene Faust zu bereisen.

Drei Kubaner riskieren Kopf und Kragen

Am Bahnhof von Pinar del Rio, der Provinzhauptstadt, bleibt kaum Zeit mein Gepäck zu suchen. Dutzende von geschäftigen Menschen zwischen sieben und siebzig wollen nur das Beste für die ankommenden Reisenden. Bei so vielen Angeboten entscheide ich mich schnell und lande in einem alten Wartburg, der mich in das 27 Kilometer entfernte Tal von Vinales bringen soll. Begleitet werde ich von drei Kubanern, die sofort freundschaftlich mit mir ins Gespräch kommen. Dabei riskieren sie Kopf und Kragen bei diesem Transfer: Kubaner dürfen Chauffeurdienste nur mit entsprechender Lizenz ausführen; diese ist sehr teuer, also probieren es die meisten ohne. Das Risiko erwischt zu werden ist groß.

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