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Kuba - das Kuba der Kolonialzeit
Das Kuba der Kolonialzeit

Text: Manfred Wöbcke
Fotos: Manfred Wöbcke und Andreas Drouve

Manfred Wöbcke war den Schätzen vergangener Tage auf der Spur und fand entlang der Zuckerrohrplantagen Kubas faszinierende Relikte altspanischer Großmannskultur.

Romero grinst über's ganze Gesicht. Nur zu gut kann er Touristen verstehen, die Kuba jenseits der Hotels kennen lernen wollen. "Nicht nur unsere Strände sind die schönsten der Karibik - prächtigere Kolonialbauwerke als auf Kuba findest Du nirgends!" Auf ins wahre Kuba - per Mietwagen oder Taxi - die Straßen sind in passablem Zustand, die Bevölkerung ist hilfsbereit und zuvorkommend. Und neben Havanna gibt es noch so manches Kleinod zu entdecken.


Alte spanische Festung an der
Küste von Havanna © A. Drouve

Am südöstlichen Stadtrand der Hauptstadt beispielsweise liegt Santa María del Rosario, eine 1732 gegründete spanische Siedlung. Hier befindet sich die Zuckermühle Quiebra Hacha, eine der ersten Produktionsstätten, in denen sich weiland die Sklaven gegen ihre unmenschlichen Arbeitsbedingungen auflehnten. Gern zeigen die Dorfbewohner ihre Pfarrkirche, die Iglesia Parroquial, sie besitzt gleich ein halbes Dutzend vergoldeter Seitenaltäre. Ebenso wie Murales des berühmten Malers Nicolás de la Escalera. Kaum verblasst sind die Szenen des kubanischen Alltags - obwohl immerhin mehr als 200 Jahre alt.

Ein Tagesausflug führt von Varadero nach Cienfuegos, rund 200 km entfernt an der Südküste gelegen. Vor der tief eingeschnittenen Jagua-Bucht und umgeben von Bananenplantagen und Zuckerrohrfeldern erstreckt sich die geschäftige Stadt (120 000 Einwohner). Ihren frühen Reichtum merkt man ihr noch immer an: Zwischen Palmen liegen die einstigen Domizile der Zuckerbarone.


Blick auf Varadero © A. Drouve

Zwei Adressen sind in Cienfuegos ein absolutes Muss: Das Teatro Tomás Terry umfaßt 900 Plätze und stellt den wahr gewordenen Traum eines Großgrundbesitzers dar, der sich von führenden Baumeistern seiner Zeit das Opernhaus errichten ließ. Zur Eröffnung im Jahre 1895 wurde Verdis "Aida" gegeben - Enrico Caruso trieb Terry und seiner Gattin Tränen der Rührseligkeit in die Augen.



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