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Kurzportrait
Der Küstenstreifen Kroatiens gehört zu den schönsten entlang der Adria und war bis zum Bürgerkrieg, der Ende 1990 begann, eines der beliebtesten Reiseziele deutschsprachiger Urlauber. Auch wenn sich die Ferienanlagen wieder füllen und die Menschen wieder in den Städten flanieren, sind die Bilder des Krieges nur schwer aus dem Gedächtnis zu verdrängen. Obwohl die Republik Kroatien seit 1991 unabhängig ist, kam es erst 1995 im Abkommen von Dayton zu der ersehnten Waffenruhe. Der Krieg hat Tausende von Toten und Verletzten gefordert. Hunderttausende Kroaten wie Serben haben Heimat und Besitz verloren, zahlreiche Ortschaften besonders in Ostslawonien wurden weitgehend zerstört. Zerstörungen auch entlang der dalmatinischen Küste und im Hinterland. Die Kampfhandlungen haben auch nicht vor dem Nationalpark Plitwitzer Seen und der historischen Altstadt von Dubrovnik, die auf der UNESCO-Liste schützenswerter Baudenkmäler steht, Halt gemacht. Die Schäden beliefen sich auf zweistellige Milliardenbeträge.

Piran auf der Halbinsel Istrien
Trotz alledem sind die Küstenorte für den Besuch der Badeurlauber wieder gerüstet, ja sie brauchen die Einnahmen aus dem Tourismus mehr denn zuvor und die Bewohner freuen sich auf Gäste.
Die Republik Kroatien setzt sich aus drei historischen Regionen zusammen: Kroatien, Dalmatien und Slawonien sowie einem Großteil der Halbinsel Istrien. Die Hauptstadt Zagreb (Agram) liegt rund 190 Kilometer von der Küste entfernt und gehört mit ihren historischen Bauten zu den sehenswerten Orten im Inland. Den landschaftlichen Reiz der Küste machen die unzähligen Inseln aus und das Karstgebirge, das sich nahe dem Meer schroff erhebt. Für die kulturellen Höhepunkte haben die Venezianer gesorgt. Die Mittelmeerstädte à la Venedig stammen alle aus der Blütezeit der venezianischen Kaufmannsrepublik. Von Istrien im Norden bis Dalmatien im Süden sind die Städte fast alle nach dem gleichen Muster aufgebaut. Viele wurden auf einer Insel errichtet, die nur über einen Damm mit dem Festland verbunden war. Hafen und Stadtmauer gehören ebenso zur "Grundausstattung" wie der große Stadtplatz im Zentrum, um den sich Dom, Loggia, Uhrturm und Rektorenpalast gruppieren. Hier münden die schmalen Gassenfluchten, die von hohen Steinhäusern mit flatternder Wäsche begrenzt werden. Besonders schöne Beispiele venezianisch geprägter Küstenstädte sind Porec, Rovinj, Trogir, Rab, Koper und Hvar.

Blick auf Dubrovnik
Die Ursprünge des Tourismus reichen in die K- und K- Zeit zurück, in der die Oberschicht das angenehme Klima der Adria als Winterquartier entdeckte. Seit 1880 brachte die Eisenbahn Kurgäste und Badeurlauber an die Riviera nach Opatja und Rijeka. Ende der 1950er Jahre setzte der Massentourismus in den Mittelmeerländern ein, was in den 60er und 70er Jahren entlang der Küste zu einem ungeheuren Bauboom führte. Die Zahl der deutschen Urlauber, die sich jedes Jahr an der Küste erholten, ging in die Millionen. In einer ersten Phase setzte man auf Hotelstädte mit mehreren tausend Betten. Nach und nach entdeckte man ästhetische Komponenten wieder und versuchte, die Hotel- und Bungalowanlagen besser in die Landschaft zu integrieren. Die Großhotels gehören auch heute noch in das Programm der zahlreichen Pauschalanbieter. Beliebt sind aber auch Ferienhäuser und - Wohnungen, die zunehmend von Privatbesitzern vermietet werden. Sie eignen sich besonders für den Urlaub mit der ganzen Familie.
FKK hat lange Tradition in Jugoslawien. Schon in den 1930er Jahren ließ der britische König Edward VIII. auf Rab seine Hüllen fallen. Koversada in Istrien öffnete in den 1960er Jahren als erste offizielle FKK-Anlage die Tore und ist heute die größte der Welt. Rund 30 FKK-Anlagen auf der Basis von Camping, Bungalow oder Hotelübernachtung zählt Kroatien. Sie liegen oft an den schönsten Stellen der Küste. Etwa 1/3 aller FKK-Zentren Europas befinden sich damit an der Adria. Im Sommer ist das Meer ein Tummelplatz der Wassersportenthusiasten. Feizeitkapitäne und Surffreaks schätzen die guten Möglichkeiten entlang der Küste. Aber auch die Taucher wissen das klare Meer zwischen den Inseln und die felsige Küste zu würdigen, wo es unter Wasser doch noch einiges zu sehen gibt. Wer sich für den Badeurlaub allerdings weite Sandstrände vorgestellt hat, der sollte besser die gegenüberliegende Küste in Italien wählen.

Das Amphitheater in Pula aus der Zeit römischer Herrschaft
Die Halbinsel Istrien gehört nach der Grenzziehung großteils zu Kroatien. Die sehenswerten Orte hier sind Koper, Piran, Rovinj, Opatija sowie die Hafenstadt Pula mit seinem Amphitheater und anderen Bauten aus der Zeit römischer Herrschaft. Die einstige Sommerresidenz Titos auf den Brijuni-Inseln gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen - allerdings mit langer Voranmeldung. Die kurvige Landstraße von Rijeka bis hinunter nach Dubrovnik wird als "Jadranska Magistrala" bezeichnet. Sie ist nicht nur die Haupturlaubsroute in den Süden, sondern auch wichtigste Transportstrecke entlang der Küste und dementsprechend befahren. Entlang der Route reihen sich die Urlaubsziele aneinander wie Perlen auf einer Kette. Die Ausblicke auf die vorgelagerten Inseln und das karstig graue Küstengebirge macht die Strecke zu einem Erlebnis, wenn man die nötige Geduld mitbringt. Die Altstädte von Zadar, Split, Trogir und Dubrovnik gehören zu den bedeutendsten kulturhistorischen Zielen entlang der Küste. Wer schon so weit im Süden ist, sollte auf keinen Fall einen Besuch der eindrucksvollen Krka-Wasserfälle im Hinterland von Sibenik versäumen. Autofähren verbinden die attraktiven Inseln mit dem Festland. Jede der Kvarner Inseln hat ihren Reiz. Während Pag ehr karg und steinig ist, findet man auf Krk abwechslungsreiche Vegetation. Korcula und Hvar können mit den schönsten venezianisch geprägten Städtchen aufwarten.
Dirk Schröder
Adressen, Links, Musik und Bücher

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Reiseinfos
Klima
Das milde Winterklima an der Küste Kroatiens hat schon früh die Oberschicht der Österreich-Ungarischen Monarchie in den Süden gelockt. Temperaturen unter dem Gefrierpunkt gehören zu den Ausnahmen. Ungemütlich können allerdings die kalten Winde werden (Bora). Sie blasen auch im Sommer von Osten kalte Luft heran und können für die Schifffahrt sehr gefährlich werden. Die Reisezeit beginnt an der Küste im April und endet im Oktober. Während um Ostern das Baden noch an eine Mutprobe erinnert, kann man im Süden bis spät im Jahr hinein das Meer genießen.
Lebenshaltungskosten
Ein Urlaub in Kroatien ist nicht mehr so günstig wie vor dem Krieg. Die Preise liegen auf deutschem Niveau. Dies fällt besonders beim Essen im Restaurant auf.
Einreise
Es genügen der Reisepass und der Fahrzeugschein. Kinder die keinen Ausweis haben, müssen im Pass der Eltern eingetragen sein. Da in Hotels oder auf Campingplätzen in der Regel ein Ausweis deponiert werden muss, ist zusätzlich der Personalausweis ratsam. Wer länger als drei Monate bleiben möchte, benötigt ein Visum. Ratsam ist zudem die grüne Versicherungskarte und ein Schutzbrief, da in der Regel nur kleine Reparaturen an den Fahrzeugen vor Ort behoben werden können. Die Ein- und Ausfuhr von persönlichem Gepäck unterliegt keinen besonderen Bestimmungen. Mobiltelefone müssen offiziell deklariert werden, für CB-Funkgeräte ist eine Sondergenehmigung von der Botschaft erforderlich.
Medizinische Versorgung
Sie ist nicht mit deutschen Verhältnissen vergleichbar. Wer ernsthaft erkrankt, sollte über eine Versicherung verfügen, die entstehenden Kosten für den Rücktransport erstattet. Der Auslandskrankenschein wird akzeptiert.
Statistik
Bevölkerung: 4 480 000
Bevölkerungsdichte : 79,2 Menschen je qkm
Lage: Kroatien erstreckt sich mit einer Größe von 56 538 qkm entlang der Nord- Ostseite der Adria. Im Norden grenzt es an Slowenien, im Osten und Süden an Jugoslawien. Höchster Punkt: Dinara mit 1831 m im Dinarischen Gebirge.
Größte Städte: Zagreb (Hauptstadt) 867,717 Einwohner; Split 200,459; Rijeka 167,964
Tourismus: Spielt an der Küste und auf den Inseln die größte Rolle.
Währung: 1 Kuna = 100 lipa
Verkehr: Die Adriamagistrale ist die Hauptverkehrsachse entlang der Küste und entsprechend frequentiert. Teilweise sehr kurvig und wenn Lastwagen vor den Kolonnen schleichen, kann es zu riskanten Überholmanövern kommen. Dichtes Straßennetz im Inland und auf der Halbinsel Istrien. Autofähren bedienen die größeren Inseln meist sehr häufig. Inselspringen ist nicht gerade preiswert, doch die schönere Alternative zur Küste. Es ist nützlich, den Fahrplan der Fährgesellschaft Jadrolinija vorab zu besorgen.
Sprache: Kroatisch. In den Küstenorten spricht die Bevölkerung oft Deutsch.
Religionszugehörigkeit: Katholiken 72.1%; Orthodox 14.1%; Muslime 1.3%; andere 12.5%
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