DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Kroatien
Auf der anderen Seite der Adria

Mit dem Wohnmobil durch Kroatien und Slowenien

Text und Fotos: Dirk Schröder

Frieden herrscht wieder auf der Ostseite der Adria. Küsten und Berglandschaften des ehemaligen Jugoslawien bieten sich an zur Neuentdeckung. Und mit dem Wohnmobil ist man im heutigen Slowenien und Kroatien besonders flexibel.

Kroatien Hafen Piran
Hafen von Piran

Der Stellplatz, den uns der hagere Slowene zuweist, ist nicht unbedingt das, was wir uns für den ersten Urlaubstag vorgestellt haben. Doch nachts um zehn Uhr sind wir froh, überhaupt noch eine Bleibe gefunden zu haben. Nur fünfzehn Minuten sollen es von hier zu Fuß ins Zentrum von Piran sein. Uns blieb also für ein erstes Glas Wein noch genügend Zeit: Schnell holten wir unsere Räder vom Wohnmobil und bewegten unsere müden Körper in die Altstadt des schmucken Küstenstädtchens. „Oh! Ah!“ klingt es selbst von den Kindern herüber, als sie den zentralen Tartiniplatz mit seinem glatt polierten Pflaster sehen.

Kroatien Piran Tartiniplatz
Piran: Tartiniplatz

Dort wo das Pflaster die Lichter reflektiert, schaukelten im Mittelalter die Fischerboote. Die Bronzestatue zeigt den Geiger und Komponisten Tartini (1692 – 1170), den berühmtesten Sohn der Stadt mit seiner Violine in der Hand. Am Rande zieren schmucke Fassaden den großen Platz. Das rote Eckhaus mit seinen gotischen Fensterleibungen ließ ein venezianischer Kaufmann für seine Geliebte bauen, inklusive der ironischen Inschrift: “Lasa pur dir (lass sie nur reden)“.

Sloweniens kurze Küste

Es fällt uns nicht schwer einen Platz für den gewünschten „crno vino“ zu finden, denn am Ufer reiht sich ein Lokal an das andere. Problemlos wird unsere Bestellung auf Deutsch verstanden und schnell steht eine Karaffe samt einigen Gläsern auf dem Tisch. Die Luft ist mild und nebenan hören wir beständig das Meer rauschen. Von der Hafenstadt Koper im Norden bis Portoro erstreckt sich das kurze Stück Küste, das nach der Teilung Jugoslawiens 1991 Slowenien zugesprochen wurde. Wir genießen am nächsten Morgen noch den weiten Blick vom Dom St. Georg und fahren anschließend durch Portorož, das an der Küstenstraße einem Badeplatz à la Rimini gleicht.

Die Grenzposten kurz nach der Bucht lassen Bilder der Kriegsberichterstattung in uns aufleben. Auch wenn Istrien nicht zum Schauplatz gehörte, so beschleicht uns doch ein komisches Gefühl. Wird auf der einen Seite Europa vereint, treffen wir nun auf verschieden uniformierte Grenzposten, andere Währungen und unterschiedliche Verkehrsbestimmungen. Für die Weiterfahrt wählen wir die Strecke durchs Inland über Buje, um uns von dort wieder der Küste zu nähern.

Seite 1 / 2 / 3 / 4 / 5 / 6 / 7 / 8 (Infos) / zur Startseite



Reiseinformationen zu diesem Reiseziel

Reiseveranstalter Kroatien




Twitter
RSS