"Alle drei Jahre mussten sieben Jungfrauen und sieben Jünglinge aus dem tributpflichtigen Athen den Hunger des Ungetüms stillen. So kam es, dass der Königssohn Theseus auf Kreta als Jüngling landete, mit dem Ziel den Minotaurus zu erschlagen. Die Tochter Minos´, Ariadne, verliebte sich in den Prinzen und half ihm nach dem Tod des Ungeheuers mit einem roten Faden den Weg aus dem Labyrinth heraus zu finden". Heute ist in Knossos mehr zu sehen, als den Archäologen lieb ist - zur Jahrhundertwende grub der Engländer Evans die Ruinen eigenhändig aus, um sie anschließend teilweise zu rekonstruieren. Mit Beton und reichlich Farbe, die Historiker sind verzweifelt, ob dieser laienhaften Vorgangsweise. Des einen Freud, des anderen Leid: das weniger fachmännische Publikum kann sich jedenfalls durch Evans Hilfe ein recht plastisches Bild der 21.000 Quadratmeter großen Anlage machen.

Rekonstruierte Mauern mit typischen Darstellungen
Wer
ein Auge fürs Detail hat, dem werden beim Rundgang besonders die konturierten
und in kräftigen Farben ausgemalten Darstellungen von Tänzern, Stieren
und Delphinen auffallen. Leider ist die minoische Schrift noch nicht
entziffert, so dass wir recht wenig vom damaligen Leben wissen. Eines
ist jedoch sicher: die Frauen waren gleichberechtigt. Manche meinen
sogar, dass die Gesellschaft matriarchalisch organisiert war - und
das 2000 Jahre vor Christi. In Kreta.
In der antiken Welt war Kreta das geographische Zentrum. Aufgrund seiner strategischen Lage zwischen den Kontinenten war die Insel ständig umkämpft und auch fremd besetzt. Venezianer, Türken und Griechen gaben sich die Klinke in die Hand. Türkische Minarette und venezianische Portale schmücken denn auch so manches kleine Städtchen, wie etwa Rethymnon an der Nordküste. Am Hafen schaukeln sogar Fischerboote am Wasser und eine Taverne steht neben der anderen.

Gasse in der Altstadt von Rethymnon
mit Blick auf ein türkisches Minarett

Blick auf den kleinen
venezianischen Hafen in Rethymnon
Hier kommt Kreta dem lieblichen Griechenland am nächsten. Ganz ehrlich: die Heiterkeit hat schon was für sich. Und auch wenn es noch so untypisch ist kann man doch die Finger von den leckeren Meeresfrüchten nicht lassen. Ein bisschen Schummeln wird ja wohl erlaubt sein.
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