Alte Leute sieht
man viel in den Bergdörfern. Verhutzelte Männer sitzen in Kafenions
und faltige Weiblein hocken schwatzend vor den Häusern. Hier, fernab
der Küste, findet man ein weitaus weniger touristisches Kreta. Traditionell
leben die Inselbewohner in der Bergen, die direkt aus der Ägäis -
beziehungsweise dem Libyschen Meer - herauszuwachsen scheinen. Angesichts
der einstmals so reichen Fischgründe ist es umso verwunderlicher:
die Griechen Kretas waren immer Bauern und niemals Fischer. Zu unsicher
war es stets in Küstennähe, man zog sich in ein ruhiges Leben in den
Bergen zurück. Es gibt hier keine echten Fischerdörfer - die meisten
Fische, die die Tische decken, sind importiert.
Noch ein Mythos sei an dieser Stelle vernichtet: der Sirtaki, der als Inbegriff Kretas gilt ist gar nicht von hier. Er wurde Anthony Quinn alias Alexis Sorbas vom berühmtesten zeitgenössischen griechischen Komponisten Mikis Theodorakis extra auf den Leib geschrieben. Die echten kretischen Volkstänze waren zu schwierig für Quinn. Die tonangebende Bouzouki, die am Festland so beliebt ist, ist auf Kreta auch nicht heimisch, die insulare Folkloremusik ist von derberer Art, durchsetzt von türkischen Klängen. Ansonsten bietet Alexis Sorbas - das Buch noch viel mehr als der Film - aber einen wahren Einblick in kretische Lebensart.

Mann im Dorf Fodele bei der Arbeit
an einem Makramee

Männer in der Altstadt
von Rethymnon
beim Backgammon-Spiel
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