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Gournia

Die Lage war zweifelsohne klug gewählt: An einem Hügel, nicht weit vom Meer entfernt, erstreckt sich mit Gournia die einzige bislang fast vollständig ausgegrabene minoische Stadt.

Gournia (Kreta)

Rekonstruierte Mauern in Gournia

So konnten ihre Bewohner vom Fischfang leben, in der umliegenden Ebene Felder bestellen und, wie Funde aus dem Töpfer- und Schreinerhandwerk belegen, handwerklichen Tätigkeiten nachgehen. An der schmalsten Stelle Kretas gelegen, 19 Kilometer südlich von Agios Nikolaos, dürfte Gournia als Handelsknotenpunkt mit dem Libyschen Meer und damit Afrika gedient haben, da hier die Handelsgüter relativ einfach auf dem Landweg an die Südküste gebracht werden konnten, was die gefährlichere Umschiffung Ostkretas ersparte.

Winzig waren einst die Häuser von Gournia

Wenngleich schon früher besiedelt, stammt der Großteil der Stadt doch aus der Zeit der Jüngeren Paläste (17. bis 15. Jh. v. Chr.). Sie wurde wie fast alle minoischen Niederlassungen und Paläste um 1450 v. Chr. - wahrscheinlich durch kriegerische Auseinandersetzungen - zerstört. Die Gebäude umfassen ein Fläche von rund 25 000 Quadratmetern.

Als Besucher sollte man freilich nichts Spektakuläres erwarten. Die steinernen Fundamentreste und gepflasterten Gassen erfordern viel Phantasie vom archäologischen Laien. Assoziationen mit verschlungenen Gassen einer orientalischen Stadt werden dennoch wach. Alle Gebäude bleiben eng auf Tuchfühlung. Erstaunen bei vielen Besuchern ruft immer wieder die geringe Größe der Zimmer hervor: Mehr als fünf mal fünf Meter Grundfläche umfasst keines der einfachen Häuser. Was heute noch zu sehen ist - denn nur noch Fundamente blieben erhalten - bildete einst die Vorratskammer im Erdgeschoß eines zwei- bis dreistöckigen Hauses; die aus Lehmziegeln errichteten Obergeschosse dienten als Wohntrakt. Die Fenster waren möglicherweise mit geölten Tierhäuten bespannt. Wer eine lebendige Vorstellung vom damaligen Aussehen dieser Häuser bekommen möchte, sollte sich das berühmte Stadtmosaik im Archäologischen Museum von Iraklion nicht entgehen lassen.

Blüten in Gournia (Kreta)

Im Frühjahr verstecken sich herrliche Blüten zwischen dem alten Gemäuer

Die Stadtstruktur mit ihren Ringstraßen und häufig rechtwinklig abzweigenden kleinen Gassen und Treppen zeugt heute noch von einer planmäßig errichteten Siedlung - ein Hinweis auf die entwickelte Sozialstruktur und das hohe Kulturniveau dieser Gesellschaft. Das Fehlen einer Befestigungsanlage um die Stadt scheint die These von den friedliebenden Minoern zu bestätigen. Denkbar ist allerdings auch, dass man sich in der Verteidigung einzig und allein auf eine starke Flotte verließ.

Nördlich eines einst von mehreren Gebäuden umgebenen Hofes - Sie erreichen ihn, wenn Sie vom Eingang aus gesehen den Hügel vor Ihnen hoch gehen - schloss sich ein palastähnlicher Bau an, durch eine "Schautreppe" mit diesem verbunden. Opfersteine mit Vertiefungen weisen auf den zumindest teilweise kultischen Charakter des Gebäudes hin. Eine kleine Kultstätte nördlich des Palastes barg mehrere Gegenstände, darunter eine Gottheit in Vogelgestalt und an die berühmte Schlangengöttin von Knossos erinnernde Tonidole.

 

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