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Kos-Stadt: Hadji-Hassan-Moschee, Platane des Hippokrates und Palazzo di Giustizia

Folgt man diesem Weg vorbei an den Gastrobetrieben auf der Odós Nafklírou, stößt man an der Platía Platanoú auf die zweite Moschee von Kos-Stadt. Die Hadji-Hassan-Moschee wurde 1786 ebenfalls zu osmanischer Zeit fertiggestellt und auch hier finden keine Freitagsgebete mehr statt. Sieht man einmal vom hoch aufragenden Minarett und dem auf dem Platz vor der Moschee befindlichen Reinigungsbrunnen, dessen Kuppel auf korithischen Säulen ruht - eine ungewöhnliche Kombination- , ab, erweckt der Bau eher nicht den Eindruck eines islamischen Gotteshauses, sondern trägt eher die Züge eines weltlichen Palastes. Der wegen der genutzten Bogengang-Architektur auch Loggien-Moschee genannte dreigeschossige Bau wird nach oben nicht durch eine Kuppel abgeschlossen wie etwa die Defterdar-Moschee, sondern durch ein ziegelgedecktes Walmdach.

Griechenland - Kos-Stadt - Eingangsportal der Hadji-Hassan-Moschee

Eingangsportal der Hadji-Hassan-Moschee

Auch wenn das Eingangsportal durchaus einladend wirkt, sind die Räume auf den oberen Etagen aufgrund baulicher Mängel nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. In die Räume des ebenerdigen Erdgeschosses sind indes Läden eingezogen, die zu den Geschäftszeiten Ständer und Regale mit ihrem Warensortiment auf die Platía stellen.

Platía Platanoú heißt der Platz übrigens, weil auf seiner Mitte die gewaltige Platane des Hippokrates steht. Der Legende nach soll der berühmte Urvater der modernen Medizin sie zu Lebzeiten vor 2500 Jahre gepflanzt und später unter ihrem Blätterdach gelehrt haben. Dass diese Legende, wie auch die von der Predigt des Apostels Paulus unter den ausladenden Ästen des Baumes eben nur Legenden sind, zeigen Untersuchungen, die das Gewächs aber auf immerhin rund 500 Jahre schätzen.

Griechenland - Kos-Stadt - Platane des Hippokrates

Platane des Hippokrates

Mittlerweile ist der mächtige Stamm des Baumes hohl und im Inneren mit einer roten Schutzschicht versehen, dennoch trägt er jedes Jahr Blätter an seinen Ästen. Letztere müssen allerdings aufwändig durch ein massives Gerüst aus Stahlrohren gestützt werden, sonst würden sie abbrechen und den antiken steinernen Sarkophag unter sich begraben, den die Osmanen als Brunnen genutzt haben.

Der Platane und Moschee gegenüber haben die Italiener 1928 einen kleinen „Palast“ gesetzt. Aber der weiß getünchte Palazzo di Giustizia mag so aussehen, ist aber keiner. In dem Gerichtsgebäude, wird auch heute noch zu Gericht gesessen, darüber hinaus sind Verwaltungsbehörden in die Räumlichkeiten eingezogen. Von der Platía Platanoú aus sieht man allerdings nur die Rückseite des Palazzo, die wahre Pracht der verspielten Fassade erkennt man erst von der Uferstraße aus. Mit etwas Fantasie ergibt sich dann auch eine leichte architektonische Anlehnung an die Festung Neratzia in der Nachbarschaft.

Griechenland - Kos-Stadt - Palazzo di Giustizia

Der Palazzo di Giustizia von vorne

Vor dem Palazzo di Giustizia jenseits Uferstraße erstreckt sich am Wasser ein schmaler etwas steiniger Strand. Das Liegen macht hier allerdings nur bedingt Freude, denn genau dahinter befindet sich eine wichtige Bushaltestelle und die Uferstraße ist viel befahren.

Nur wenige Schritte weiter, am Palazzo vorbei, stößt man auf das ritterliche Wohnhaus des ehemaligen Gouverneurs Francesco Sans, das er hier 1514 errichten ließ. Es liegt direkt an der mittelalterlichen Stadtmauer und verdankt seinen guten Zustand einer Restaurierung, nachdem die Räume über die Jahrhunderte verschieden genutzt worden waren, darunter auch als Café.

Griechenland - Kos-Stadt - ritterliche Wohnhaus des ehemaligen Gouverneurs Francesco Sans

Ritterliches Wohnhaus des ehemaligen Gouverneurs Francesco Sans

Schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite liegt der ehemalige Gouverneurspalast, allerdings für einen anderen Gouverneur als Francesco Sans geplant. Das Albergo Gelsomino errichteten die Italiener ein Jahr nachdem sie das Gerichtsgebäude fertiggestellt hatten, also 1929. Heute residiert hier das Tourist Office.

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