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Vesterbro

Vesterbro hat als Sexviertel Schlagzeilen gemacht. Zu einer Zeit als es ringsherum in Europa noch sehr prüde zu ging, blühte in Kopenhagen der Handel mit Pornographie und Erotik. Nach wie vor findet Mann hinter dem Bahnhof den Rotlichtbezirk und die einschlägigen Shops, doch es ist schon lange kein verruchtes Viertel mehr wie einst.

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Ein Blick entlang der Istedgade lässt erkennen, dass hier Mitte des 19. Jahrhunderts fünfstöckige Blocks sozusagen "aus einem Guss" gebaut wurden. Viele Fassaden wurden renoviert und strahlen wieder im Schein der Nachmittagssonne. Hinter Schaufenstern flimmern Fernsehgeräte, werden Schuhe zu Niedrigstpreisen angeboten oder es stapeln sich Gemüsekisten. Im Hardcore (Istedgade 83) wird Mode der 1960er und 70er angeboten und nebenan im Riga kann man sich auf Polstern aus eben dieser Epoche flezen und seinen Kaffee schlürfen. Zwischendrin das Schild Bang & Jensen, das einst eine Drogerie kennzeichnete. Es steht heute für die IN – Kneipe des Viertels. Einfache Holztische, Barhocker am Fenster, einige Polstersessel, ist das alles was den Erfolg ausmacht? Nicht unbedingt, hinter den Kulissen muss die Küche die für die kleinen Gerichte sorgt, auch stimmen. Die Biersorte ist es auf jeden Fall nicht. Die heißt in fast jeder Kneipe Tuborg und Carlsborg. Die Großbrauerei gleich um die Ecke (Ny Carlsberg Vej) hat das Monopol in Dänemark und zählt zu den größten in der Welt. Werktags kann man sich bei einer Führung zeigen lassen, wie der Gerstensaft entsteht.

In einer Seitenstraßen der Istedgade stehen Straßenlaternen aus dem Anfang der Elektrifizierung. Sie gehören zum Stadtmuseum, dass einen Teil auch dem Philosophen Kirkegaard gewidmet hat.

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Kopenhagens satirischer Chronist Dan Turèll (1946-95) beschrieb den Teil der Stadt, der im Zuge der Industrialisierung entstand und vorwiegend von Arbeitern bewohnt war mit folgenden Worten: "Es ist ein sogenanntes volkstümliches und unprätentiöses Quartier, und es beherbergt die seltsamsten Minoritätsgruppen. Es ist auch ein Vergnügungsviertel, in dem bei weitem nicht alles Vergnügen ist. Auf Vesterbro gibt es keine Pelz- und Schmuckgeschäfte, keine schicken Cafès und keine elegante Theaterkultur. Auf Vesterbro wird gelebt. Dort entfaltet sich das Leben, manchmal geradezu aus Trotz – das gewöhnliche, atmende, stinkende Leben..."

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