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Arne Jacobsen, ein dänischer Pionier
in Sachen Architektur und Design

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"Haus der Zukunft"

Während man in Dänemark in den 20er Jahren noch am Historismus klebte, brachte der junge Architekt Arne Jacobsen (1902-1971) den Funktionalismus nach Kopenhagen und setzte die Theorie, nach der die Form des Gebäudes grundsätzlich durch die Funktion bestimmt wird, konsequent um. Gebäude wie die Nationalbank als Kontrapunkt zur Warenbörse aus dem 17. Jahrhundert oder das erste Hochhaus hinterm Bahnhof, schlugen in den 60er Jahren wie zwei Bomben im Stadtbild ein. Arne Jacobsen beschränkte sich dabei nicht nur auf die Architektur sondern setzte auch im Design neue Maßstäbe. Er entwarf Möbel, Tapeten, Gebrauchsgegenstände... er war schlicht ein Multitalent.

Eigentlich wollte Arne Jacobsen Maler werden, studierte aber zuerst auf der technischen Hochschule wo er durch sein Talent im Zeichnen auffiel. Als 18jähriger bekam er die Zulassung zur königlichen Akademie der schönen Künste in Kopenhagen. Nach Beendigung seines Studiums 1927 gehörte er zum Stab des Stadtarchitekten Poul Holsøe, der seine talentierten Architekten an Wettbewerben teilnehmen ließ. Die Ausstellung der vereinigten Architekten, die einen Wettbewerb zum Thema "Haus der Zukunft" ausgeschrieben hatte, brachte Arne Jacobsen den Durchbruch. In einer Zeit als man noch den alten Traditionen verhaftet war, präsentierte er zusammen mit Flemming Larsen in seinem Entwurf revolutionäre Neuerungen im Stil des Funktionalismus. Sein Haus der Zukunft war rund, unkonventionell aus Beton und Glas gebaut, mit Hubschrauber Landeplatz auf dem Flachdach und Garage am Wasser für das eigene Motorboot. Ein Haus, das die reichen Bürger herausforderte, seine ersten Kunden zu werden. Sein Entwurf war deshalb so revolutionär, weil er bereits ein Jahr vor der Ausstellung des Schweden Gunnar Asplund in Stockholm, die offiziell als Durchbruch des Funktionalismus in Skandinavien gilt, präsentiert wurde. Aus künstlerischen Gesichtspunkten gilt Gunnar Asplund (1940 gestorben) als "Vater" der skandinavischen Architekten, der neben Jacobsen auch den Finnen Alvar Aalto protegieren.Die 30er Jahre wurden dann für Arne Jacobsen eine arbeitsreiche Zeit. Hatte er sich anfangs an Le Corbusier bzw. stärker noch am Bauhaus in Berlin orientiert, bekamen seine Gebäude seit diesem Jahrzehnt eine Eigenständigkeit, die ihm mit den Jahren ein internationales Format gaben. 1932 gewann Arne Jacobsen die Ausschreibung für die Bebauung der Bellevue-Strandregion, einem populären Erholungsgebiet am Rande der Stadt in Klampenborg. Es wurde eines seiner großen Werke in Dänemark, bei dem sein Talent, den Lebensstil der Zeit in einer Architektur zu interpretieren, die Funktional und voller Symbolik ist, besonders deutlich wurde.Im Dritten Reich flüchteten viel Vertreter der Moderne wie Mies van der Rohe nach Amerika., Arne Jacobsen verbrachte zusammen mit seiner Frau und dem Designer Poul Henningsen die letzten Kriegsjahre in Stockholm. Nach dem Krieg musste Arne Jacobsen aus Mangel an Baumaterial auf alte Traditionen zurückgreifen und entwarf Ende der 40er Jahre eines seiner originellsten Gebäudekomplexe in moderner Form: die Appartements in Gentovte, außerhalb Kopenhagens, die zu seinen am meisten bewunderten Wohnkomplexen gehören.Mit dem SAS-Hochhaus und der dänischen Nationalbank setzte Arne Jacobsen nach dem Krieg neue Maßstäbe und wurde international bekannt. Die Modernisten im Norden erlangten beim Wiederaufbau der 50er Jahre große Aufmerksamkeit. Durch Innovation und Qualität machten sie sich schnell einen Namen. Arne Jacobsen hatte viele Bewunderer in Deutschland, weshalb er auch zu vielen Wettbewerben eingeladen wurde, die er meist gewann. Das Rathaus in Castrop-Rauxel und Mainz (1966 begonnen) zählen zu seinen großen Aufträgen, die er zusammen mit seinem Partner Otto Weitling ausführte, der die Arbeiten nach Jacobsens Tod weiterführte. Arne Jacobsen war ein Multitalent, dessen Bandbreite in der Architektur vom Einfamilienhaus bis zum Luxushotel, vom Industriegebäude bis zur Schule, von der Gartenanlage bis zum Sportplatz reichte

Arne Jakobsen als Designer

Neben seiner Arbeit als Architekt setzte Arne Jacobsen auch im Dänischen Design ganz neue Maßstäbe. Beim Bau des SAS-Hotel ließ man Arne Jacobsen freie Hand und es entstand ein >Gesamtkunstwerk< der Architektur, zu dem er das Design der Tapete genauso entwarf wie die passende Lampe, die entsprechenden Möbel und den richtigen Aschenbecher - selbstverständlich alles funktional. Bis heute ist ein Zimmer noch original erhalten. Sein Ziel war es, die industriell gefertigten Gegenständen in einer Qualität herzustellen, wie es früher durch das Handwerk möglich war. Er beschäftigte sich deshalb intensiv mit den verschiedenen Produktionsmethoden um seine Entwürfe auf die maschinelle Fertigung unter rationellen Gesichtspunkten abzustimmen. Das Ergebnis war 1953 ein Rohrgestellstuhl bei dem Sitz und Rückenlehne in Rekordzeit aus einem Stück gefertigt werden konnten. Der Exportschlager der 50er Jahre, und ist bis heute in vielen Veranstaltungsräumen auf der ganzen Welt genauso vertreten wie in Privathaushalten.

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In Arne Jacobsen fanden bekannte Architekten und Designer der 80er Jahre wie Prof. Henning Larsen, Prof. Jørgen Gammelgaard, Verner Panton, Niels Jørgen Haugesen u.a. einen guten Lehrmeister, der ihnen den Weg auf dem internationalen Parkett ebnete.

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