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Ein unvergesslicher Augenblick

Kirgisien Tien-Shan junger ReiterWenige, holprige Straßen schnüren durch das bergige Land. Die Fahrt im Kleinbus von Camp zu Camp ist anstrengend, aber lehrreich, literarisch gesehen. Erst wer einmal durch die vereinzelten Dörfer gekommen ist, mit Bienenstöcken und knorrigen Obstbäumen vor den grauen Holzhäusern, wer die zerfallenden Kolchosen passiert und die blonden russischen Kinder neben den kirgisischen mit den schwarzen Igelköpfen spielen gesehen hat, versteht, warum ein Mann wie Tschingis Aitmatow überall in Kyrgysstan verehrt wird: Er war es, der diesen weit über das Land verstreut lebenden, ganz unterschiedlichen Menschen so etwas wie ein Gefühl der Zusammengehörigkeit vermittelte. Er zeigte ihnen, dass sie Angehörige eines Volkes mit langer Tradition sind. Identität nennt man das.

Manchmal, mit etwas Glück, gibt es auf Reisen unter den vielen erinnerungswürdigen Momenten den einen unvergesslichen: Der Hirte, ein Mann in geplatzten Stiefeln, wattierter Hose und zerschlissener Jacke, das Gesicht ganz Fröhlichkeit und Lebenslust, hat uns abgeholt. Jetzt reiten wir, unter silbernem Mondlicht, einer Herde Yaks entgegen. Wir kreisen die schwarze, bewegte Masse ein und treiben sie für die Nacht in die Nähe der Jurten.

Kirgisien Tien-Shan Reiterspiele

Die Pferde traben vorsichtig über die federnde Steppe, nichts ist zu hören als das Knarren der Sättel und das Scharren der Hufe. Nur der Hund bellt manchmal, wenn sich eines der zottigen Rinder aus der Herde löst und drohend die langen Hörner senkt. Plötzlich beginnt der Hirt zu singen. Leise, aber ganz klar. Und Dshildis sagt, was wir alle denken: "Booz dscher Kyrgyzstan." Kyrgysstan - fremdes, schönes Land.

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