DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Unser "Medizinmann" empfiehlt:

 Zielauswahl, Impfschutz, Reiseapotheke, Krankenversicherung

Zunächst einmal die gute Nachricht: Grundsätzlich gibt es keine unüberwindlichen Hürden beim Verreisen selbst mit den kleinsten Familienmitgliedern. Zwar überlegt sich so manches frischgebackene Elternpaar, ob eine anstrengende Fernreise für ein Baby der richtige Urlaubseinstieg ist oder ob nicht ein Bauernhof in Kärnten mindestens die gleiche Erholungswirkung für Groß und Klein bieten kann, doch wenn das Fernweh gar zu sehr drückt – geben Sie ihm getrost nach! Hier finden Sie wertvolle Tipps für Gesundheit und Wohlergehen vor und während der schönsten Wochen des Jahres.

Vorüberlegungen zur Zielauswahl:

Einige Entscheidungen für oder wider ein bestimmtes Reiseziel werden sicherlich anhand dieser Leitlinien getroffen werden:

a) Anreise:

Kinder, besonders Kleinstkinder, leiden unter extrem langen Anfahrten. Bewegungsmangel, Hitze oder auch unregelmäßige Schlaf- und Essenszeiten während der Anreise machen den Kleinen zu schaffen. Dies bedeutet…

  • Flugreisen möglichst ohne Zwischenstopps oder lange Wartezeiten planen (Airlines vergleichen/Flugrouten prüfen). Kurze Flüge sind oft sogar unproblematischer als lange Autofahrten!
  • Zeitumstellungen bringen den Rhythmus durcheinander. Kinder leiden u.U. ein paar Tage unter den „verdrehten“ Zeiten, wachen nachts auf oder verspüren Hungerattacken. Tipp: Sofort vor Ort der neuen Zeit anpassen und entsprechend lang aufbleiben bzw. während des Tages nur ein kurzes Nickerchen halten lassen.
  • An- und Abfahrten nach Möglichkeit dem Schlafrhythmus anpassen (Abflüge um 2 Uhr nachts sind eine Höllenqual für Eltern und Kinder!).
  • Autofahrten so kalkulieren, dass mindestens alle 2 Stunden eine lange und bewegungsreiche Pause möglich ist, Babys an den Raststätten ruhig ausziehen und richtig strampeln lassen! Sonnenschutz mit Saugnäpfen vor den Fenstern helfen bei starker Sonneneinstrahlung. Achtung: Auch im Auto das Eincremen nicht vergessen – man wundert sich über die Intensität des Sonnenbrandes, der von einstrahlender Dauerbesonnung herrühren kann!
  • Der Weg ist das Ziel – genießen Sie auch die Anfahrt, suchen Sie Ausflugsziele auf dem Weg nach Ihrer Kinderfreundlichkeit aus, planen Sie getrost eine Zwischenübernachtung und diverse Highlights für die Mitreisenden ein. Sind die Kinder entspannt, sind es auch die Eltern!
  • Bei Bahnfahrten frühzeitig Platzreservierungen vornehmen. Spezielle Mutter-Kind-Abteile anfragen. Suchen Sie Verbindungen, bei denen man selten oder gar nicht umsteigen muss – Gepäck und Kinder von Gleis 1 nach Gleis 14 in fünf Minuten ist ein durchaus entbehrliches Extremsporterlebnis!

b) Klima und Luft vor Ort

Extreme klimatische Schwankungen verlangen dem Körper sehr viel ab. Nicht selten bedingen solche Umstellungen Durchfallerkrankungen oder Erkältungen. Klimaanlagen sind die Krankheitsursache Nr. 1, also lieber langsam akklimatisieren als unterkühlen und immer auf genug Flüssigkeitszufuhr achten (keimfrei und ohne Eiswürfel!).

Doch nicht nur Hitze kann belastend sein, auch beim Skifahren gilt wegen der veränderten Luftzusammensetzung: keine Kleinkinder über 1500 m! Angemessene Kleidung in beiden Fällen: der „Zwiebellook“ bestehend aus unterschiedlichen Bekleidungsschichten, die je nach Bedarf aus- oder angezogen werden können.

c) Krankheitserreger und hygienische Voraussetzungen

Grundsätzlich sollte man mit kleinen Kindern darauf achten, Fernziele nach ihrer Unbedenklichkeit auszusuchen. Gebiete, in denen Prophylaxen gegen Gelbfieber, Typhus, Cholera, Malaria o.ä. notwendig sind, stellen eine extreme Belastung für den kindlichen Organismus dar. Selbst Erwachsene leiden dabei z.T. unter Nebenwirkungen, ganz zu schweigen von der nicht immer 100%igen Sicherheit (z.B. bei Malaria). Viele Fernziele bieten glücklicherweise tropische Träume ohne das böse Erwachen – im Zweifelsfalle beim Centrum für Reisemedizin (CRM) oder im Reisebüro nachfragen.

Babynahrung und nitratarmes, keimfreies Wasser sollten vor Ort verfügbar sein oder müssen unbedingt in den Koffer! Vorsicht bei Nahrungsmitteln: Schälen, kochen, braten oder weglassen! Getränke ohne Eiswürfel bestellen, Eier und Eis mit größter Vorsicht genießen (Salmonellengefahr, besonders bei Hitze).

Impfschutz:

Grundsätzlich gilt, dass Kinder den gleichen Impfschutz haben sollten wie die mitreisenden Erwachsenen. Der internationale Impfausweis ist in jedem Fall als Original oder Kopie mitzuführen und es ist empfehlenswert, rechtzeitig (= ca. 6 Wochen vor Abfahrt) den bestehenden Schutz zu kontrollieren und alters- bzw. zielgemäße Impfungen vom Arzt vornehmen zu lassen. Vor Fernreisen empfiehlt es sich, mit dem Kinderarzt Rücksprache zu halten und genau abzuklären, ob zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen nötig sind.

Reiseapotheke:

Und wenn doch mal was passiert? Keine Angst, denn die meisten Zipperlein sind mit dem folgenden Inhalt einer Reiseapotheke erfolgreich und schnell behandelt:

  • Fieberthermometer (möglichst glasbruchsicher)
  • Micro-Pur o.ä. Präparate zur Wasserdesinfektion (insbesondere bei Individualaufenthalt in Ländern mit geringem Hygienestandard)

Medikamente gegen:

  • Durchfall (unbedingt Elektrolyte geben, z.B. Oral Pädon im Fläschchen auflösen o.ä.! Austrocknungsgefahr!)
  • Erbrechen, Reiseübelkeit (Tipp: Reisekaugummi, gut für Kinder!)
  • Verstopfung (natürliches Mittel: Backpflaumen oder geriebener Apfel)
  • Schnupfen (verstopfte Nasen verhindern den Druckausgleich beim Flugzeugstart und der Landung, das tut weh!)
  • Fieber/Schmerzen (Zäpfchen sind in heißen Ländern nur bedingt geeignet, sie schmelzen zu leicht, evtl. Kühlbox mitnehmen)
  • VORSICHT: Aspirin ist für Kinder unter 12 Jahren extrem gefährlich und daher verboten! Paracetamol dagegen ist in angemessenen Dosierungen unbedenklich, z.B. Nurofen als Saft gegen Fieber und Schmerzen, wirkt auch gut bei bakterieller Ohrenentzündung.
  • Ohrenschmerzen (falls nichts anderes vorhanden, helfen die ätherischen Öle von angedünsteten Zwiebeln in einem Ohrwickel)
  • Husten (Saft/-tropfen, Halsbonbons)
  • Akute bakterielle Infektionen, ggf. Breitbandantibiotikum (mit dem Kinderarzt absprechen, nur im absoluten Notfall ohne ärztliche Untersuchung anwenden!)
  • Augenentzündungen
  • Verbrennungen/ Sonnenbrand
  • Mückenstiche (Vorsorge vor Ort kaufen, die ist meist wirksamer, Lavendelöl hilft bei den ganz Kleinen, die die aggressiven Wirkstoffe nicht vertragen)
  • Bei Pseydo-Krupp bitte Medikamente vorsorglich verschreiben lassen

Wundversorgung:

  • Pflaster und 1-2 sterile Binden
  • Elastische Binde bei Verstauchungen etc.
  • Zinksalbe (hilft auch bei akuter Sonnenallergie oder Wundsein und ist als Sunblocker einfach eine ideale Lösung für die vorwitzige Nase!)

Grundsätzlich sind Medikamente hitzeempfindlich, daher sollten sie in einem isolierten Beutel aufbewahrt werden. Hotels haben oft auch Kühlschränke auf den Zimmern, in denen Tropfen oder Zäpfchen gut aufgehoben sind!

Krankenversicherung:

Innerhalb des europäischen Auslandes gilt die Europäische Krankenversicherungskarte. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach den Modalitäten und Mitgliedsstaaten! Eine Auslandskrankenversicherung empfiehlt sich aber nicht nur für Fernreisen, denn damit sind Rückreisekosten und ähnliche Leistungen recht hoch abgedeckt. Die meisten Policen sehen eine jeweilige Aufenthaltsdauer von bis zu 3 Wochen vor, bei längeren Reisen muss die Versicherung kostenpflichtig erweitert werden, z.T. sind Kinder kostenlos in der Police ihrer Eltern mitversichert. Tipp: Preise und Leistungen schwanken, genau vergleichen lohnt sich!

Gute Erfahrungen werden z.B. von den Anbietern R+V (Volksbanken/Darlehnskassen) und ADAC berichtet

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