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Der „Kenia-Express“ flitzt davon

Kenia Kimana MassaiZum Lunch fahren wir in die Lodge zurück oder haben ein Paket für ein Picknick im Freien dabei. „Ich esse im Wagen“, sagt die sonst beherzte Simone aus Basel, die sich vor Schlangen fürchtet. Wilfreds Geschichte von der grünen Mamba hat sie beeindruckt, und er hat uns eine versprochen, die er kürzlich in ihrem Nest gesehen hat. Unterdessen hat Ralf sich leise mit dem Fotoapparat zu einer Gruppe grasender Elands entfernt, der größten Antilopenart.

Nachdem die Reste vom Menü sorgsam verstaut sind, geht es weiter mit der Safari. „Safari“ sei übrigens ein Wort aus der Swahili-Sprache der Massai, ergänzt der Meister in der grünen Uniform, und bedeutet „reisen“. Thompsen-Gazellen, Buschböcke und Impalas suchen vor dem Landrover das Weite, ein paar Warzenschweine, auch „Kenia-Express“ genannt, flitzen davon, ein Giraffenpärchen kreuzt den Weg, eine Zebrafamilie im Schatten einer Akazie verfolgt uns mit aufmerksamen Blicken.

Aus dem Busch taucht plötzlich eine riesige Elefantenherde auf, die sich langsam durch die Steppe bewegt. Zweimal im Jahr wandern die Buschriesen durch die Kimana, vom Tsavo- zum Amboseli-Nationalpark und wieder zurück. Immer auf der Suche nach Nahrung: Ein Elefant braucht pro Tag 180 Kilo Gras, das ist das Minimum. Sofort sind zig Landrover mit Safari-Touristen zur Stelle, um die Herde vor dem Kilimandscharo zu fotografieren. Für Wilfred sind sie die „Paparazzi der Savanne“.

Kenia Kimana Gruppe Massai
Eine Gruppe Massai: in traditioneller Kleidung

Unterwegs begegnen wir einem Massai in leuchtendrotem Kanga, der seine Rinder durch den Park treibt. Aufgebracht lässt Wilfred den Rover stoppen und ruft dem Hirten zu, dass das verboten sei. Die Massai sind Eigentümer des 60 Quadratkilometer großen Kimana-Gebietes, haben es aber dem African Safari Club verpachtet und unterliegen damit den Parkgesetzen des KWS, die wiederum die Ranger bestellen. „Die Massai haben ihre eigenen Weidegebiete“, erklärt Wilfred später sein Aufbrausen. „Wir versuchen ihnen zu erklären, wie wichtig der Naturschutz in der freien Wildbahn ist. Denn ihre Herden stören die Nahrungskette der Wildtiere. Und das Gleichgewicht im Park ist unser aller Kapital.“ Auch deshalb dürfen Landrover nicht von den Wegen abfahren, die Massai dürfen nicht jagen und eigentlich auch ihre Herden hier nicht weiden lassen. „Es ist ihnen schwer zu vermitteln, dass Naturschutz unser aller Kapital ist.“

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