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Büffeln am Kilimandscharo

Ein Wildhüterkurs im Kimana-Tierreservat in Kenia

Text und Fotos: Beate Schümann

Kenia Kimana Elefant

Schnee am Kilimandscharo. So sah Hemingway, Literat und Großwildjäger, das berühmte weiße Dach Afrikas, als es noch ein gutes Drittel des Berges ausmachte. Doch wie weit ist das Eis jetzt abgeschmolzen! „In zehn, vielleicht fünfzehn Jahren ist die Haube ganz weg“, schätzt Wilfred Ngonze, der die staunenden Gäste an der Buschpiste der zweimotorigen Propellermaschinen empfängt. Der 5.895 Meter hohe Gipfel, der sich zur Begrüßung ausnahmsweise ohne Wolkenhülle präsentiert, zeigt sich schonungslos wie die Wirklichkeit.

Kenia Kimana Senior WardenWilfred, der nachdenkliche Kenianer (Foto rechts), ist Senior Warden im „Kilimanjaro Kimana Game Sanctuary“, dem Tierreservat auf 1.200 Meter Höhe unterhalb des höchsten Berges Afrikas auf kenianischer Seite. „Abholzung, globale Erwärmung, Versteppung, die Nahrungskette der Tiere - in der Natur hängt alles eng miteinander zusammen“, erklärt der Chef-Ranger der achtköpfigen Gruppe, die in den Wildhüterkurs der Kimana gebucht hat. Alle wollen mit der afrikanischen Natur auf Tuchfühlung gehen, die afrikanische Tierwelt hautnah erleben und verstehen.

„ Der Idealfall für uns ist,“ sagt der Ranger, „ein verletztes Zebra oder eine kranke Giraffe zu finden, die wir noch retten können.“ Spektakuläre Geschichten sind bei angehenden Wildhütern aus diesem Stoff. In perfektem Englisch erzählt Wilfred von dem Elefantenbaby, das kürzlich mit einer Drahtschlinge um den Hals gefunden wurde. Eine im Busch tödliche Fessel. „Vermutlich das Werk von Wilderern“, spekuliert Wilfred. Er rief über Funk den Tierarzt vom staatlichen Kenya Wildlife Service (KWS) aus Mombasa. Der Doktor kam sofort eingeflogen. Erst betäubte er die Mutter, um den kleinen Elefanten zu fangen. Doch der wanderte mit der Herde weiter. Endlich fand der Buscharzt das Kalb, betäubte es und entfernte die Schlinge. Doch da waren Elefantenkuh und Herde verschwunden. Nach einer langen Suchaktion wurde glücklich wieder zusammengebracht, was zusammengehört.

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