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Erst auf der Insel São Vicente begegnen wir wieder dem Gesetz der Trockenheit. Zwischen braunen Geröllbergen und rötlichen Dünen gibt die verkrusteten Erde kaum einen Flecken Grün her. Wie lange braucht der Wind, um den Stein zu Sand zu zermahlen? Der Hauptort Mindelo ist das Highlihgt in der Wüste. Eine Bucht mit weißem Sandstrand nennt er sein eigen, die Umrisse der gegenüberliegenden Insel Santo Antão und der Hausberg Monte Cara, der ein Gesicht formt, geben ihm eine werbereife Kulisse.

Mindelo ist eine aktive 60.000-Einwohner-Stadt mit zahlreichen Krämerläden und dem größten Hafen Kap Verdes, der früher einmal der Schnittpunkt auf den Weltrouten des Atlantiks war. Von Anfang an waren Handel treibende Europäer hier präsenter als in Praia, und so wirkt sie auch viel europäischer, "ordentlicher" als das quirlige Praia. Der Gemüsemarkt ist anständig überdacht, die Ware wohlgeordnet auf Ständen sortiert, nichts steht auf dem Boden. Ein Hauch von Kaufmannsgeist umweht Mindelo, wenn auch ein bescheidener.

Unten, am Hafen zwischen der neuen Fischhalle und den riesigen Wasserentsalzungsanlagen dienen einige ansehnliche Kolonialfassaden, frisch renoviert, als Postkartenmotive. Am Wasser erinnert der Turm Torre de Belém an die portugiesische Zeit, eine leidliche Kopie der berühmten Schwester in Lissabon.

Am Bootssteg neben dem Fischmarkt landen Fischer riesige Thunfische an. Sie schleppen die wohlschmeckenden Meeresbewohner, die bis zu 100 Kilogramm wiegen, zu dritt auf die Waage, eigentlich viel zu schön, um zerteilt zu werden. Die Gastronomen am Ort versorgen sich mit den besten Stücken. Exportschlager des Landes sind allerdings Langusten, die ebenfalls in allen Restaurants zu haben sind. Nach dem Gaumenschmaus gibt der über alle Maßen gelobte Küchenchef im "Pica-Pau" sein Geheimrezept bereitwillig preis - er hält es sowieso für unnachahmlich.

Ein Muß in Mindelo ist das Centro Nacional de Artesanato, das Zentrum für Kunsthandwerk am Befreiungskämpferplatz Praça Amilcar Cabral. Nach Vorlagen von Künstlern werden an traditionellen Webstühlen Wandteppiche aus Wolle gewebt. Die farbenprächtigen Exemplare können, je nach Größe, weit über 1.000 Mark kosten, was sie allemal wert sind.

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