DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Mit dem Jeep geht's bei sengender Hitze ins Bergland Santiagos. Am Stadtrand von Praia treffen wir auf unfertig wirkende Betonsiedlungen, ohne Plan noch Genehmigung. Mit seinen 102.000 Einwohnern ist die kapverdische Metropole weit über sich hinausgeufert.

An den Wasserbrunnen haben sich Schlangen von etlichen unbemannten Kunststoffkanistern und Blecheimern gebildet. Ihre Besitzer warten im Schatten, bis sie dran sind. Sogar Kinder transportieren diese 20-Liter-Tanks auf dem Kopf, die wir knapp vom Boden hochstemmen, und lächeln uns auch noch zu.

Mit Akazien übersähte, ausgedörrte Berghänge begleiten uns nach Cidade Velha. Vergessen liegt die erste Hauptstadt der Kapverden in einer hübschen Bucht im Südwesten. Eigentlich eine erstklassige Lage an der Flußmündung Ribeira Grande. Plündernder Piraten haben die Bewohner 1772 vertrieben; sie siedelten nach Praia um. Sträunende Hunde kläffen heute den unerwarteten Besuchern entgegen, Kinder kommen aus allen Ecken herbeigelaufen, um die Weißen zu bestaunen. Wir sind die Attraktion des Tages. Schwarze Hausschweine schnüffeln friedlich grunzend im lehmigen Boden. Wer hier reich ist, besitzt zwei, drei Hühner und ein paar Zuckerrohrpflanzen.

Zwischen den armseligen Hütten und ein paar Fischerbooten am Strand sind Burg und Kathedrale die sichtbarsten Zeichen der früheren Bedeutung. Die frisch renovierte Festung São Filipe von 1593 macht hoch über dem Ort ein bißchen Staat; die rostigen Kanonen sind immer noch aufs Meer gerichtet. Von der Kathedrale, die um 1533 geweiht wurde, ist dagegen außer ein paar Grundmauern aus der großen Zeit nichts übrig geblieben. 

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