DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Die Fischgerichte sind ein Traum

Das Restaurante Guloso liegt ganz versteckt in einem Wohnhaus. Die Gaststube mit nur vier Tischen ist sozusagen das Wohnzimmer der Familie. Wir haben Glück, denn der Tisch auf dem Balkon ist frei. Ein Ballonfisch hängt aufgeblasen über meinem Kopf und zeigt seine Stacheln zum Schutz vor Feinden. Es gibt „Peixe do día“ – fangfrischen Fisch – und dazu Cachupa. Cachupa ist das Nationalgericht, eine üppiger Eintopf aus Bohnen und Mais, je nachdem mit Kartoffeln, Maniok, Speck, Wurst, Fleisch oder Fisch angereichert. Er wird auch morgens zum Frühstück gegessen. Der Fisch? Ein Traum! Sein Name? Bica! Auf deutsch? Keine Ahnung. Einfach nur lecker.

Kapverden Marktfrau
Marktfrau in Mindelo

Die Überfahrt von São Vicente nach Santo Antão auf der „Mar Azul“ erfolgt bei Kreuzsee. Die Fähre schlingert und rollt nicht nur nach oben und unten, sondern auch von links nach rechts. Dies bewirkt, dass selbst die Caboverdeaner ihr Innerstes nach außen kehren, denn angeblich sind die Gene der Seefahrer mit den letzten Walfängern ausgewandert. Schwarze Plastikeimer werden verteilt.

Kapverden Santo Antão
Dorf auf Santo Antão

Die Fahrt mit der Ziege

Ab Porto Novo fahre ich auf der Ladefläche eines Aluguers, Sammeltaxis, zusammen mit einer Ziege, die ich kaufen soll, denn sie schmecke gut - zuerst durch eine eindrucksvolle Landschaft mit schroffen, steilen, unbewachsenen Felsabhängen, Schluchten und Tälern. Doch kaum ist bei 1300 Meter der höchste Punkt der abenteuerlichen Pflastersteinstraße von Porto Novo nach Ribeira Grande erreicht, ändert sich die Landschaft schlagartig, und auf der Luvseite ist man von tiefem, überwältigendem Grün umgeben.

In Ribeira Grande, dem Hauptort der Insel, werde ich umgeladen auf einen anderen Pick-up. Später, in Ponta do Sol, treffe ich auch den Ziegenverkäufer wieder, der diesmal stolz lächelt: Er hat verkauft! Wir dümpeln ein bisschen herum, schauen mal zum Hafen mit den bunten Holzkähnen, wo die Fischer durch die so genannte Boca da Pistola ihre Boote hineinzirkeln. Ansonsten sehen wir niemanden. Alle tausend Einwohner des Ortes scheinen kollektiv verstecken zu spielen.

Kapverden  Ponta do Sol Santo Antão
Ponta do Sol auf Santo Antão

Zurück in Ribeira Grande, was großer Bach bedeutet, der allerdings ausgetrocknet ist, springen mir Schulkinder mit ihren hellblauen Überhemden entgegen. Eine Schule gibt es in fast jedem Ort, auch in sehr viel kleineren als diesem hier, der immerhin dreitausend Einwohner hat. Sie möchten „Ausländer anschauen“ und fotografiert werden. Aus den anfangs drei Jungs werden, weil es sich anscheinend schnellstens herumgesprochen hat, schließlich fünfzehn Kinder.

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