El Hierro - "das Ende der Welt"
Wasser ist Leben
"No malgasta el aqua y energías!" - "Verschwende kein Wasser und keine Energie!" Der maßvolle Umgang mit den lebenswichtigen Ressourcen wird überall auf der Insel angemahnt, denn bis heute ist die Wasserversorgung ein großes Problem der Bewohner geblieben. Zwar fällt auf El Hierro - im Vergleich mit Lanzarote und Fuerteventura - relativ viel Regen, doch versickert das meiste im wasserdurchlässigen Vulkangestein. Regenwasserzisternen prägen allenthalben das Bild. Bis heute gibt es bis nur eine nennenswerte Quellen auf Hierro; diese gilt zwar als Heilquelle, doch wer Wasser braucht, muss sich eines tiefen Brunnens bedienen - mit fatalen Folgen für den Grundwasserpegel. Es verwundert kaum, dass wiederholte Dürreperioden zahlreiche Herreños zur Auswanderung zwangen. Nur rund 7.500 Einwohner zählt die Insel derzeit, weit mehr als doppelt so viele sind ausgewandert.
Aus der Wasserarmut speist sich auch der Mythos vom Garoé-Baum. Am 7. April 1612 fiel der Heilige Baum der Insel einem Wirbelsturm zum Opfer. Glaubt man den zeitgenössischen Aufzeichnungen, so soll das einer mittlerweile ausgestorbenen Baumart zuzurechnende Exemplar bis zu 80 Hektoliter Wasser pro Tag abgetropft haben: Wasser, das der Baum zuvor aus den Wolken kondensiert hat.