Ziegenkäse nach dem Aufstieg

Fuerteventura: ein neues Ziel für Wanderer
Text und Fotos: Hilke Maunder
Gewachsener Fels, rotgoldener Wüstensand, erodierte Vulkane, kaum wahrnehmbare Vegetation: So stellt sich das sonnige Fuerteventura auf den ersten Blick dar. Aber nur wer die Schluchten, Täler und Gipfel der zweitgrößten Kanaren-Insel durchwandert, entdeckt die wahre Vielfalt dieser kargen Schönheit.
Die Gäste am Pool staunen nicht schlecht, als eine kleine Gruppe mit Wanderschuhen, Wetterschutz und Rucksack in einen Jeep steigt, an dessen Profilreifen schwerer Lehm hängt, denn das Wandern auf der Wüsteninsel Fuerteventura ist ein Ferienvergnügen in den Anfängen. Was auf den Nachbarinseln längst eine etablierte Alternative zum Strandurlaub ist, wird jetzt auf Fuerteventura erst langsam ausgebaut.

Versteinerte Vulkanlandschaften auf
Fuerteventura
Künftig sollen sechshundert Kilometer markierter Wanderwege die Schönheiten der zweitgrößten Kanareninsel erschließen, heute sind Wegweiser, Routenkarten und Wanderführer noch Mangelware.
Am Palmenfluss entlang
Andreas Caliman, der mit sonnengebleichtem Schopf, tiefbrauner Haut und schlaksig-lässigem Outdoor-Outfit seine Leidenschaft zum Surfen nicht verleugnet, kennt jedes Tal, jeden Berg, jeden Weg und jeden Ausweg. Der Deutsche, der als Tennislehrer auf die Kanaren kam, ist aus Überzeugung geblieben und wird von den Einheimischen als einer der fachkundigsten Führergeschätzt. Gemeinsam mit ihm lassen wir die Dünen von Corralejo hinter uns, fahren durch flaches, weites Land, versteppt und dornig. Erodierte Vulkankegel steigen aus der Ebene auf, dann verstreute Berggruppen. Kalkweiße Hinterlanddörfer mit Terrassenfeldern und Palmenhainen gleiten vorbei. Unmerklich wird das Land grüner, rücken die Berge dichter zusammen.
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