Gran Canaria
Kolonialarchitektur in der Altstadt
Las Palmas hat zwar einen Hafen, aber kein richtiges Zentrum: Über 13 Kilometer hinweg erstreckt sich die Stadt von der Halbinsel La Isleta bis zum Altstadtbezirk von La Vegueta. Rund um das alte Rathaus, das Columbus-Haus, den Bischofspalast und die Kathedrale Santa Ana - übrigens der einzige größere gotische Kirchenbau auf den Kanarischen Inseln - herrscht dort noch der Stil der Kolonialarchitektur vor. Stille Seitenstraßen, verwinkelte Gassen und hölzerne Balkone vermitteln ein Gefühl von Ruhe und Geborgenheit.

Columbus-Haus
Traumstrand Playa de Las Canteras
Las Palmas hat das Glück, einen der schönsten Sandstrände am Atlantik direkt vor der Haustüre zu haben. Was für Rio de Janeiro die Copacabana, ist für Las Palmas die Playa de Las Canteras: Ein harmonischer Gegenpol zur Hektik der Stadt. Da der Hafen mit seinen weit ins Meer greifenden Molen und der Strand von Las Canteras durch die Halbinsel La Isleta getrennt werden, verfügt der vier Kilometer lange und bis zu 30 Metern breite goldgelbe Sandstrand über eine hervorragende Wasserqualität; die vorgelagerten Felsenriffe Los Rompientes dienen als natürliche Wellenbrecher und erlauben ein gefahrloses Baden. Kein Wunder also, dass gleich hinter dem Strand zahlreiche Hotels zu finden sind.

Playa de Las Canteras
mit Booten
und Hotels hinter der Promenade
Las Palmas ist als urbanes Zentrum auf den kanarischen Inseln konkurrenzlos. In den Gassen und Straßen herrscht Tag für Tag das gleiche Chaos; es regiert die Anarchie. Die mehrfache Verdopplung der Einwohnerzahlen innerhalb eines Jahrhunderts haben die Stadtplaner nicht bewältigen können. Wie auch, denn wen interessiert schon eine Baugenehmigung? Mehr als 425.000 Menschen wohnen derzeit in der bedeutendsten spanischen Hafenstadt, und sie genießen das Leben in vollen Zügen: In keiner anderen Stadt Spaniens gibt es im Verhältnis zur Einwohnerzahl mehr Restaurants, Cafés, Bars, Kneipen und Diskotheken. Weniger "dolce vita" als "high life" ist angesagt.
Die Schattenseiten von Las Palmas sind jedoch nur schwer zu übersehen: Auf der Halbinsel Isleta ziehen sich die windschiefen Hütten der Ärmsten bis ans Meer, Taschendiebstahl, Prostitution und Drogen gehören zum Alltag. Die Aussicht auf Wohlstand und Reichtum hat zahlreiche Menschen dazu veranlasst, ihre angestammten Dörfer zu verlassen. Für viele wurde Las Palmas zum Friedhof der unerfüllten Hoffnungen.
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