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Den Niagarafällen entgegen

Richtung Süden zeigt Ontario wieder seine landwirtschaftliche Seite. Die Siedlungen werden größer und der Verkehr nimmt zu. Trotzdem ist es in Kanada nicht so anstrengend zu fahren wie auf heimischen Straßen. Hier wird nicht riskant überholt oder mit der Lichthupe der Vordermann zu einem waghalsigen Manöver genötigt. Der Highway 6 führt uns nach Kitchener, dem wichtigsten Siedlungsort der Deutschen. In unserem Reisebegleiter lesen wir, dass er vor dem Ersten Weltkrieg noch Berlin hieß und heute zusammen mit Waterloo 200.000 Einwohner zählt. Über die Hälfte der Menschen hier haben deutsche Vorfahren und sprechen z.T. auch noch ihre ehemalige Muttersprache. Es waren vorwiegend Mennoniten, die sich seit 1810 hier ansiedelten und es zur wirtschaftlich erfolgreichsten Gemeinde gebracht haben. Nach dieser Information verwundern uns die großen Gutshöfe nicht mehr. Auf den Feldern wachsen Mais, Tomaten und Getreide in großen Mengen.

Bald ist der Erie See erreicht. Kein Streifen Land ist auf der anderen Seite zu sehen. Weit und breit nur Wasser. Er wird u.a. durch den Niagara mit seinen berühmten Wasserfällen gespeist. Dieses Naturschauspiel ersten Ranges hatten wir uns als Höhepunkt für den Schluss der Reise aufgespart. Nun sind wir allerdings enttäuscht. Nicht von den gewaltigen Wasserfällen, die beeindruckend und tosend in die Tiefe stürzen und eine weiße Gischt hinterlassen. Nein, es sind die Menschenmassen und der Rummel, der um die Fälle gemacht wird. Außer der klassischen Bootsfahrt dicht an die Strömung heran und dem Blick von der Aussichtsplattform werden ringsherum Vergnügungsattraktionen aller Art angeboten: mit dem Schneelboot über den Fluss rasen, im Ballon einen Blick von oben oder im Helikopter einen Rundflug ...

Kanada / Niagara Falls
Niagarafälle

Nach all dem, was wir auf der Rundreise an faszinierenden Naturlandschaften gesehen haben, wird uns der Konsum hier schnell zu viel. Wir werfen den Weltwundern noch einmal einen Blick zu und fahren dann den Canon hinauf nach Niagara on the Lake. Das Vorzeigestädtchen wirkt fast wie ein Freiluftmuseum aus dem vorletzten Jahrhundert, als man noch mit Postkutschen fuhr. Auf der Hauptstraße überwältigt uns eine Blumenpracht, wie wir sie während unserer ganzen Reise nicht gesehen haben. Jedes der alten Holzhäuser mit seiner individuellen Fassade bietet entweder Souvenirs, Süßwaren oder eine Zwischenmalzeit an. Im Christmas store kann man sogar jetzt schon alles Erdenkliche für das nächste Weihnachtsfest mit nach Hause nehmen. Ausgezeichnete Leckereien entdecken wir in der Niagara Home Bakery.

Kanada / Niagara on the Lake
Niagara on the Lake

Nun dröhnt unser Fünf-Liter-Mobil über die Weinstraße. Der Süden Ontarios ist der Obst- und Gemüsegarten Kanadas. Auch wenn die Weingüter bei weitem nicht so groß sind wie in Frankreich, so brauchen sie sich doch nicht vor der Konkurrenz zu verstecken. Inmitten dieser Farmlandschaft führt uns ein Hinweisschild in den kleinen Ort Vienland zum Camping Valley. Nach all dem Rummel am heutigen Tag sind wir froh über die Ruhe auf dem weitläufigen Platz im Grünen. Geradezu familiär wurde die Anlage gehalten und der Swimmingpool kommt uns als Ausklang des Tages gerade recht. Die Sanitäreinrichungen sind äußerst bescheiden, doch die haben wir ja an Bord unseres Reisemobils.



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