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Manitoulin Island

Auf dem Trans Kanada Highway 69 steuern wir unser Reisemobil am nächsten Tag weiter gen Norden. 180 km bis Sudbury und weitere zwei Stunden nach Little Current. Die Fahrt geht durch ausgedehnte Wälder und bietet wenig Abwechslung. Der 1500 Einwohner zählende Ort Little Current liegt bereits auf den Manitoulin Islands. Sie ist die größte der Inselwelt inmitten eines Binnensees. Rund ein Drittel der 15.000 Einwohner sind Indianer, die in den beiden Reservaten wohnen. In der Sprache der Ojibwa wird die Insel „Heimat des großen Geistes“ (Gitchi Manitou) bezeichnet.

Auf unseren Entdeckungsfahrten über die Insel landen wir in Gore Bay im Nordwesten der Insel. Einer der größten Hafenorte der Insel, der trotzdem sehr beschaulich wirkt. Uns interessiert das alte Gefängnis, das zum Museum umgestaltet wurde. Am Südufer der Providence Bay entdecken wir dann sehr schöne Sandstrände und es gibt Camping- und Picknickmöglichkeiten direkt am Ufer, wo wir einige Ruhetage einlegen.

Bevor wir uns in die Warteschlange an der Fähre über den „Main Channel“ einreihen, interessiert uns noch Manitowaning. Der kleine Ort liegt am Südufer der gleichnamigen Bucht. Vom nahen Leuchtturm bietet sich uns eine großartige Perspektive über die Küste. Trostlos dagegen die Fahrt in das Wikwemidong Reservat im Osten der Insel. Mit unserem riesigen Wohnmobil überkommt mich ein beschämendes Gefühl neben den armseligen Häusern der Indianer, die von Autowracks und Müll gesäumt werden. Bereits 1648 hatte Pater Joseph Poncet hier eine Jesuitenmission gegründet und versucht, die Indianer zum Christentum zu bekehren. Mir kommen bei der Weiterfahrt immer mehr Zweifel, ob dies zum Segen der Indianer gewesen ist, wenn ich sehe, unter welchen Bedingungen sie heute in ihrer Heimat leben müssen. Mit christlicher Nächstenliebe hat das nicht viel zu tun.

Die Inseln sind der nördliche Wendepunkt unserer Reise. Mit der Fähre setzen wir in zwei Stunden nach Tobermory über. Wir sparen uns dadurch den langen Weg um die Bay herum, müssen aber langes Warten am Fähranleger in Kauf nehmen. Wie gut, dass wir dem Rat von Insidern gefolgt sind und unsere Überfahrt auf einen Wochentag gelegt und den Platz für unser Reisemobil rechtzeitig reserviert haben.



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