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Klapperschlangen – ja, auch die soll es im Park geben und gar nicht mal so selten. Kenton hatte uns von dem Forschungsprojekt im Park erzählt und uns gleichzeitig beruhigt. „In den 18 Jahren, in denen wir die Reptilien untersuchen, wurde noch kein einziger Besucher von ihnen gebissen. Wir warnen auf Schildern vor den Klapperschlangen und es muss schon sehr dumm kommen, dass jemand direkt auf sie drauf tritt“, versucht er uns zu beruhigen.

Kanada / Klapperschlange
Killbear Nationalpark, Klapperschlange

Viel „gefährlicher“ finden wir die Mücken, die unablässig Jagd auf uns machen und so manches mal auch mit Erfolg. Das ist die andere Seite der Sumpfgebiete, die für die Stechbiester ideale Brutplätze bieten. Schnell haben wir gelernt, das Moskitonetz vor der Wohnmobiltür immer zu schließen und sind glücklich über die entsprechenden Netze vor den Fenstern.

Das Reich der 30.000 Inseln

Der Killbear Provincional Pac befindet sich in einem Gürtel von 30.000 Inseln, der vom French River im Norden bis zum Avenda Provincial Park im Süden reicht. Zwei davon erkunden wir heute im Mietkanu aus Aluminium. Lieber hätten wir natürlich eines aus Birkenrinde gehabt, so wie es die Voyageurs auf ihren Entdeckungsreisen und Handelsfahrten benutzten. Doch die scheint es nur noch in den Museen zu geben. Unser erstes Ziel liegt nur wenige hundert Meter von der Küste entfernt. Auf dem kleinen Fleck wachsen hohe Pinien und einige Birken. Schnell haben wir die Insel erkundet, einige Federn von Möwen gefunden und sitzen schon wieder im Kanu um zum nächsten Eiland zu gelangen. Der Wind kräuselt das Wasser, bis es zu leichten Wellen heranwächst. Wir fühlen uns wie die ersten Entdecker im Indianerland. Damals gab es nur die Wasserwege um tiefer ins Land vor zu dringen.

Im nahen Ort Parry Sound werden Rundflüge über die Inseln mit einem Wasserflugzeug angeboten. Wir entscheiden uns für die preiswertere Bootstour und besteigen eines der Ausflugsschiffe, das uns in einer drei Stunden dauernden Fahrt um Parry Island mit seinen vielen kleinen Inseln führt. Hier haben die wenigen verbliebenen Ojibwa-Indianer ihr winziges Reservat. Anders als die Huronen im Süden waren sie Fischer, Jäger und Sammler, bis die Siedler die Wälder als lukrative Einnahmequelle entdeckten. 1865 etwa kamen die ersten Holzfäller und rodeten die „White Pines“. Die mächtigen Stämme der 300-400 Jahre alten Bäume waren als Masten für die Schiffe sehr gefragt, wurden aber auch als Bauholz exportiert. Anfang des 20. Jahrhunderts kam dann die große Zeit der Holzfäller und Industrien entstanden am Ufer. Inzwischen sind die Bäume nahezu ausgerottet.



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