DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Schwarzbären und Klapperschlangen

Das Land ist riesig und unsere Ferien begrenzt. Überall könnten wir länger verweilen, vieles nehmen wir als Anregung für eine weitere Reise mit. Über Hunstville erreichen wir die Georgian Bay wieder bei der Ortschaft Perry Sound. Auf der Suche nach einem kräftigen Graubrot landen wir in einer Bäckerei an der Hauptstraße neben dem Supermarkt. Hinter dem Ladentresen türmen sich die verschiedensten Leiber, ordentlich in Folie verpackt und mit mir unbekannten Namen versehen. Als ich mühevoll beginne zu beschreiben, dass wir nicht so ein weiches Brot suchen, sondern ein Vollkornbrot, unterbricht mich die Dame auf Deutsch: „Wir haben ein Pumpernickel, ein Roggen mit Sonnenblumen. Das hier enthält auch Zwiebeln!“ Uns hat es für einen Augenblick die Sprache verschlagen. Die Verkäuferin kommt aus Bayern, genauer gesagt aus München. „Die Brote sind von einem deutschen Bäcker“, erklärt sie uns, „trotzdem sind sie etwas weicher als wir es gewohnt sind“. Natürlich wollen wir wissen, was sie hierher verschlagen hat. „Mein Mann war bei der Marine und von Halifax ganz begeistert. Er wollte unbedingt nach Kanada auswandern. Schließlich bin ich mitgekommen. Seit 20 Jahren sind wir nun schon hier“. Mit dem Sonnenblumenbrot unter dem Arm und einer interessanten Begegnung reicher verlassen wir die Bäckerei.

Kanada / Campingplatz
Killbear Nationalpark, Campground

Der Campingplatz auf dem Killbear Provincional Pac erweist sich als ein idealer Stützpunkt auf der Ostseite der Georgian Bay. Wir hatten rechtzeitig reserviert und somit einen Platz nahe dem Wasser erhalten. Keiner von uns glaubt seinen Augen zu trauen, als wir den feinen Sandstrand erblicken. Leicht geschwungen und ganz flach geht es hier ins Wasser. Vor uns ist eine der 30.000 Inseln zu sehen und dazwischen kreuzen Kanada / WaschbärSegelboote, große Jachten und Surfer. Die flachen Wasserstellen sind für Kinder zum Plantschen abgeteilt. Johann ist nach einem kurzen Bad im See sofort im Wald verschwunden, auf der Suche nach Feuerholz für den Abend. Von einem der Parkwächter erhalten wir Anweisung, die Lebensmittel immer in den Wagen zurück zu bringen. Erst gestern hätten sie drei Schwarzbären eingefangen und in andere Teile des Parks gebracht. Die Tiere hatten eine Kühlbox aufgebrochen und die Vorräte verspeist. Auch wenn wir keine Schwarzbären sehen, so erhalten wir am Abend überraschenden Besuch von einem „grauen Etwas“, das sich uns raschelnd ohne Scheu nähert. Im Schein der Taschenlampe erkennen wir in dem runden Gesicht einen schwarzen Streifen, der wie eine Maske aussieht. „Das ist ein Waschbär“ ruft Johann vollkommen sicher und überzeugend. Mir kommt seine Behauptung etwas kühn vor, doch solch ein Tier hatte er einmal mit den Großeltern im Zoo hinter Gittern gesehen. „Ich erinnere mich genau daran“, antwortet er auf meine Frage im Brustton der Überzeugung. Dieses Erlebnis soll noch lange nicht die letzte Begegnung mit Tieren sein. Beim Frühstück sind es die Erdhörnchen, die hier so aufdringlich werden, dass wir sie schließlich von unserem Brot verscheuchen müssen.

Killbear Nationalpark, Unterricht für Kinder
Killbear Nationalpark, Unterricht für Kinder

Zum Angebot des Parks gehört der tägliche Unterricht für Kinder. „Der Unterricht ist nicht so wie in der Schule“, sagt uns Kenton, der Leiter des Parks: „Wir wollen ihnen spielerisch die Bedeutung dieses Feuchtbiotops nahe bringen. So bekommen sie ein besseres Verständnis für die Tiere und Pflanzen in der Natur. Die meisten Besucher unseres Parks kommen aus den Städten Toronto, Ottawa und Montreal. Wir haben sogar einige Stammgäste, die sich hier mit anderen Urlaubern jedes Jahr wieder treffen“.



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