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Wo die High Society ihre Cottages hat

Den nächsten Tag steuern wir unsern Ford weiter gen Norden an der Ostseite der riesigen Georgian Bay entlang. Die Wälder reichen hier bis dicht an die Straße heran. Sie sind anders als im Awenda Nationalpark und gleichen mehr einer feuchten Tundralandschaft. Immer wieder tauchen rechts und links herrliche Seen auf, die von einem dichten Seerosenteppich überzogen sind und am Ufer spiegeln sich die weißen Wollgräser im Wasser. Viele Autos transportier ein, zwei oder mehrere Kanus auf dem Dach, auf ihrem Klappwohnwagen oder ziehen einen Anhänger mit Booten hinter sich her. Sixe Mile Lake, Lake Muskoka. Lake Rosseau, Lake Joseph .... die Möglichkeiten scheinen hier grenzenlos zu sein. Beim Exit 174 schließlich verlassen wir den Highway um durch das Seengebiet Muskoka zu fahren. Wegen der vielen Seen, Inseln und Inselchen wird es auch als Lakeland bezeichnet.

Kanada / Lake Muskoka
Im Muskoka Seengebiet

Das Gebiet war für die Landwirtschaft nicht geeignet und man erkannte sehr früh seinen Wert als Freizeitregion. Ende des 19. Jahrhunderts verkehrten bereits einige Dampfschiffe und1875 wurde die Eisenbahnverbindung fertiggestellt. Seitdem haben viele wohlhabende Kanadier dieses Gebiet zu ihrem Zeitwohnsitz erkoren. Schnell können sie mit ihrem privaten Wasserflugzeug von Toronto aus in ihr Feriendomizil fliegen. Port Sandfield ist einer der kleinen Orte an der Route Nummer 7, der uns durch die vielen teuren Jachten und Jetskis besonders auffällt. Solche Nebenstraßen sind stellenweise so holprig, dass unser Geschirr in den Fächern eine Tanzpartie veranstaltet.

Der Algonquin Provincial Park im Osten, der uns schon zu Hause von Kennern des Landes empfohlen wurde, ist unser Ziel für die nächsten Tage. Von dem größten Park Ontarios können wir nur einen winzigen Teil im Süden mit dem Wagen erreichen. Mit 7725 km² ist der Algonquin der größte und älteste von Ontarios Provinzparks. Nur noch der Name erinnert an den Indianerstamm, der bis zum Eintreffen der Holzfäller die Wälder durchstreifte. Die Lumberjacks, wie die Männer gerne genannt wurden, waren auf der Suche nach den mächtigen Weymouthkiefern, die wegen dem hervorragenden Holz von der expandierenden Wirtschaft Englands sehr gefragt waren. Bereits 1893 wurde der Park gegründet, um das Wild zu schützen und eine weitere Zersiedelung zu stoppen. So profitieren wir heute von einem einzigartigen Naturschutzgebiet. Auch wenn wir „nur“ von der Straße am Oxtongue River vorbei den Park kennen lernen, fühlen wir uns tief in die kanadischen Wälder versetzt, wo kapitale Elche leben und Hirsche (Elk) zu Hause sind. Ja auch die Wölfe sollen hier heulen. Bei einem Glas Wein am Abend auf einem dem Campgrounds planen wir mit dem guten Infomaterial, das wir zusammen mit unserem „permit“ am Eingang erhalten haben, eine Kanufahrt über die Seen und Wanderungen auf markierten Wegen. Unser 15 jähriger erkundet das Gebiet lieber mit dem Mountain Bike auf dem eigens dafür angelegten Trail.



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